»Il matrimonio segreto« (»Die heimliche Ehe«) von Domenico Cimarosa in der Oper Köln

am Sonntag, den 24. Juni 2018 um 18 Uhr im StaatenHaus Saal 2 (Rheinparkweg 1, 50679 Köln)

Der reiche Kaufmann Geronimo will seine jüngere Tochter Carolina unbedingt mit einem Adeligen verheiraten, um selbst in die feine Gesellschaft aufzusteigen. Diese hat jedoch Paolino geheiratet – um dem Zorn ihres Vaters zu entgehen – heimlich. Das Ehepaar hofft, dass Elisetta die ehrgeizigen Vorstellungen des Vaters erfüllen wird. Deshalb hat Paolino den verarmten Grafen Robinson als Heiratskandidaten ins Haus des Kaufmanns eingeführt. Doch der schöne Plan geht schief: Robinson verliebt sich in Carolina, die Witwe Fidalma in Paolino.
24798

Die verschmähte Elisetta überzeugt ihren Vater Geronimo, ihre Schwester Carolina in ein Kloster zu schicken. Daraufhin unternehmen Carolina und Paolino einen Fluchtversuch, werden jedoch von Elisetta entdeckt und vor allen Hausbewohnern gestellt. Die heimlich vollzogene Ehe fliegt auf, die Pläne des Vaters werden kurzerhand umstruktuiert ...

Der früh verwaiste Domenico Cimarosa erhielt seine umfangreiche Ausbildung als Organist, Geiger, Cembalist und Sänger in Neapel. Kompositionsunterricht erhielt er bei Piccinni, der, wie Paisiello, bald zu seinem schärfsten Konkurrenten wurde. Erst als Piccinni nach Paris und Paisiello nach St. Petersburg berufen wurden, festigte Cimarosa sein Ansehen. 1777 schrieb er erstmals eine Oper für Rom, 1781 eine für Venedig – und Mitte der 1780er Jahre gehörte er zu den meistgespielten italienischen Komponisten. 1791 ernannte ihn Kaiser Leopold II. als Nachfolger Salieris zum Hofkapellmeister in Wien, wo er am 7. Februar 1792 an der dortigen Hofoper – heute Burgtheater – mit »Il matrimonio segreto« seinen größten Dauererfolg erzielen konnte.

Cimarosas Librettist Giovanni Bertati griff auf die englische Komödie »The Clandestine Marriage« zurück, die wiederum von William Hogarths Stichen inspiriert wurde. Bertati milderte die beißende Satire der englischen Vorlage und näherte das Stück der italienischen Komödie an. »Il matrimonio segreto« ist ein liebenswert empfindsames Stück, das bis heute nichts von seinem Reiz eingebüßt hat. Cimarosas Typen stammen zwar aus dem Arsenal der Commedia dell’arte, doch sind seine Figuren nicht nur einseitig komisch, sondern um die Fähigkeit zu wahren Gefühlen erweitert.

Bei der zweiten Vorstellung von »Il matrimonio segreto« am Burgtheater geschah in der Geschichte der Oper etwas noch nie Dagewesenes: Kaiser Leopold II. bat um die Wiederholung nicht nur einzelner Arien, sondern der ganzen Oper!

Gianluca Capuano, an der Oper Köln bereits als Dirigent von Ausgrabungen wie Vincis »Artaserse« und Gassmanns »Gli uccellatori« eine feste Größe für das ›frühe Italienische Repertoire‹, übernimmt die musikalische Leitung dieser Produktion, die reichlich komödiantisches Material liefert. Dies gilt auch für die Partitur – beginnend mit der inspirierten Ouvertüre – die sich reich an perlenden, wirkungsvollen Musiknummern präsentiert. Die szenische Umsetzung durch das Künstlerduo Renaud Doucet (Regie) und André Barbe (Ausstattung) verspricht beste musiktheatralische Unterhaltung, die auf szenischer Feinzeichnung und einem hohen Sinn für Ästhetik gründet. Der international gefragte Bassist Donato di Stefano ist in der Partie des Geronimo zu erleben. Bariton Renato Girolami, der ebenfalls weltweit auf den großen Bühnen zu Gast ist, übernimmt in Köln die Partie des Grafen Robinson.

Übernahme der Festwochen der Alten Musik Innsbruck aus dem Sommer 2016

Musikalische Leitung Gianluca Capuano
Inszenierung Renaud Doucet
Bühne & Kostüme André Barbe
Licht Andreas Grüter

Mit
Donato di Stefano › Geronimo, ein reicher Kaufmann
Emily Hindrichs › Elisetta, seine Tochter
Anna Palimina › Carolina, seine Tochter
Jennifer Larmore › Fidalma, seine Schwester
Renato Girolami › Graf Robinson
Norman Reinhardt › Paolino, Buchhalter bei Geronimo
Gürzenich-Orchester Köln

Weitere Vorstellungen
Mi., 27. Juni › 19.30 Uhr
So., 01. Juli › 18 Uhr
Do., 05. Juli › 19.30 Uhr
So., 7. Juli › 19.30 Uhr
Fr., 13. Juli › 19.30 Uhr
So., 15. Juli › 18 Uhr (zum letzten Mal)

Bild: Domenico Cimarosa

Weitere Artikel