Zum Tod von Reinhard Friedrich

Einer der bekanntesten und beliebtesten Erfurter Schauspieler, Reinhard Friedrich, ist heute Morgen im Alter von 59 Jahren einer schweren Krankheit erlegen. Noch bis zum Ende des vergangenen Jahres stand Reinhard Friedrich für die traditionelle Weihnachtsmärchen-Produktion des Theaters Erfurt zwischen November und Dezember beinahe täglich auf der Studiobühne. Er spielte den Kaiser in „Des Kaisers neue Kleider“ und war dadurch sowie durch seine vielen anderen Märchenrollen zuvor auch dem jungen Erfurter Theaterpublikum gut bekannt.
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Guy Montavon, Generalintendant: „Wir verlieren mit Reinhard Friedrich einen wunderbaren Menschen und hervorragenden Schauspieler, dessen Name untrennbar mit der Thüringer Theaterlandschaft und ganz besonders natürlich mit der Erfurter Bühne verbunden ist. Er ist viel zu früh gegangen und hinterlässt in unserem Theaterteam eine große Lücke. Ein Märchen ohne Reinhard Friedrich können wir uns alle noch gar nicht vorstellen. Mein großes Mitgefühl gilt seiner Familie, der ich in diesen Tagen besonders viel Kraft wünsche.“

Friedrich war ein Vollblutschauspieler, liebte seinen Beruf über alles und erhielt nach seinem Studium an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig und einer Ausbildung am Dresdner Staatsschauspiel 1981 ein festes Engagement an den Städtischen Bühnen Erfurt.

Sein Debüt gab er hier als „Ferdinand“ in William Shakespeares Der Sturm. Friedrich war zudem „Edgar“ in Shakespeares König Lear, „Philinte“ in Molières Der Menschenfeind, „Mordred“ in Christoph Heins Die Ritter der Tafelrunde, „Artur“ in Slawomir Mrozeks Tango, und „Sekretär Wurm“ in Schillers Kabale und Liebe. Er spielte auch Harpagon“ in Der Geizige, „Zoltan Karpathy“ in My fair Lady, „Mephistopheles“ im Urfaust und „Michel Houillé“ in Der Gott des Gemetzels. Mit diesen und vielen weiteren Rollen ist Friedrich dem Theaterpublikum ganz sicher in bester Erinnerung und wird es immer bleiben.

Seit 2003 war Reinhard Friedrich freischaffender Schauspieler, wirkte u.a. bei vielen Sommertheaterprojekten mit, wie Aufführungen vom Neuen Schauspiel Erfurt in der Barfüßerkirche, den DomStufen-Festspielen für Kinder (DOMINO), in Waren an der Müritz bei der Müritz-Saga oder im Köstritzer Spiegelzelt Weimar.

Filmaufnahmen führten ihn u.a. mit Regisseur Volker Schlöndorff (Die Stille nach dem Schuss) oder Schauspieler Götz George zusammen. Zuletzt im TV zu sehen war Friedrich 2015 außerdem in dem TV-Mehrteiler Deutschland 83.

Auch Lesungen und das Solostück Klamms Krieg gehörten zu seinem Repertoire.

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