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24.06.2012

Festival Jacuzzi, Werkstätten- und Kulturhaus Wien, 5. – 8. Juli 2012


c Dominik Zoller
täglich ab 19.00 Uhr, Eintritt Frei! -----
Zum dritten Mal veranstaltet WUK Theater/Tanz das Festival Jacuzzi – some days of performance, party & …. Der Untertitel zum Festival variiert von Jahr zu Jahr. Standen 2010 weibliche Positionen in den performing arts im Fokus und 2011 die Beschäftigung mit dem Begriff des Öffentlichen, wird 2012 der Untertitel um den Begriff „collaboration“ erweitert.

Für Jacuzzi war bereits in den letzten beiden Jahren der Austausch zwischen den KünstlerInnen ein zentraler Aspekt. Daher wird die Kollaboration für die dritte Auflage zum gestaltenden Prinzip erklärt.
Jacuzzi 2012 versucht – in einer Mischung aus ähnlich und anders, lokal und international, alten Freunden und neuen Gesichtern – sich dem fertigen Produkt und seinen Begleiterscheinungen aus Katalog, Verkauf, Rezension, Abstempeln und Einordnen zu entziehen.

Bei freiem Eintritt präsentiert WUK Theater/Tanz, ca. 25 KünstlerInnen, die zu allen Schandtaten bereit sind. Ein Blick auf die Teilnehmerliste reicht aus, um zu wissen, dass die BesucherInnen bildgewaltige Szenarien, interaktive Settings, viel Live-Musik, temporäre performative Exzesse, intelligentes Entertainment, Trash, Schwachsinn, Rausch – kurz: ein Ineinanderwerfen von Performance, Musik, bildender Kunst, Medienkunst, Theorie und popkultureller Deformation erwarten.

An vier Tagen werden jeweils zwei künstlerische Positionen miteinander kurz geschlossen, die sich für die Dauer des Festivals aneinander abarbeiten und die jeweils andere künstlerische Position in ihre eigene Arbeit hinein integrieren. Im großen Saal treffen God’s Entertainment und Boy Division aufeinander, im Projektraum Fuckhead und Otmar Wagner und im Foyer die Rabtaldirndln und machina eX. Der Innenhof wird zu einer Mischung aus Camp und Garten umfunktioniert.

Detaillierte Programmpunkte sind dabei bis auf weiteres nicht fixiert, der zeitliche Ablauf der einzelnen Abende wird kurzfristig veröffentlicht.

KOLLABORATIONEN:

BOY DIVISION & GOD’S ENTERTAINMENT
An vier Abenden werden sich Boy Division und God’s Entertainment sämtliche Höhen, bzw. vor allem Tiefen von Pop, Performance, Theater und Musik erbarmen. Abgründe finden sich bekanntlich noch unter jeder Oberfläche und Schnaps wird dabei sicher ein treuer Begleiter sein. Der aktuelle Stand der geplanten Aktionen lässt das in jedem Fall vermuten. Als neue Sternchen der aufstrebenden ArtoftheFart-Theaterszene zeigen Boy Division zusammen mit ihren Laien und Lakaien und vor allem tatkräftiger Unterstützung von God’s Entertainment in ihrer Talentshow-Persiflage „Falscher Lachs“ auf, was Theater auch sein kann. In Stichworten: Dramatik, Schmerz, Hingabe, Trauer, Nostalgie, Improvisation, Mensch, Tier, Wein, Weib, Gesang und Schnaps, aber auch Wein und Schnaps.
Vorgestellt vom Moderator Harry Carrera dürfen Amateurtalente Darbietungen jeglicher Art zeigen und sich dabei möglicherweise der Lächerlichkeit preisgeben. Dabei werden sie von einer Jury bewertet, die alle Talentfreien durch einen Gongschlag vorzeitig nach Hause schickt. Auch die Zuschauer sind eingeladen, ihr Können auf der Bühne unter Beweis zu stellen. Da es sich hier jedoch um Boy Division handelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich nach und nach das Chaos einschleicht, die Jurymitglieder mit den Kandidaten und untereinander in Streit geraten, der Moderator mehr und mehr die Beherrschung verliert und die Ereignisse total eskalieren. Außerdem bieten Boy Division den Zuschauern beim Musikquiz die Gelegenheit, das im Laufe des Lebens angehäufte unnütze Wissen gewinnbringend einzusetzen. Neben den Klassikern, wie Titel und Interpreten raten gibt es noch Kategorien wie Filmmusik, Coverversionen, Pantomimen und Songtexte raten, die durchs Megaphon vorgelesen werden. Und weil wir schon bei Musik sind, drehen God’s Entertainment mit ambitionierten ZuschauerInnen gleich reihenweise Musikvideos nach, bzw. bei Bedarf auch ganz neue Musikvideos direkt im extra eingerichteten Studio im großen Saal. Live – Musik gibt’s natürlich auch. Bei V gilt: egal ob The Cure, Johnny Cash, Pixies, Rod Stewart, New Order, B52s oder The Smiths - vor dem Herrn und vor Boy Division sind alle Künstler gleich. Die Songs nehmen Fahrt auf und werden durch den LoFi-Garage- Punk-Fleischwolf gedreht. Alles Überflüssige landet vorher in der Donau.
Und wem das nicht reicht: Als Vorgruppe agiert die Vollplaybackproficombo Terror Entertainment


God’s Entertainment + Boy Division
Boy Division aus Hamburg existiert seit 1996 als Band und setzt sich zusammen aus Bernd Kroschewski, Oliver Hörr, Henry Peter, Kim Kant und Felix Müller. Die Band wurde recht schnell für ihre extrovertierten Live Shows bekannt und betätigte sich musikalisch auch im Rahmen zahlreicher Theaterprojekte (z.B. bei der Hamburger Geheimagentur, God´s Entertainment und Showcase Beat Le Mot und im Rahmen der Langen Nacht der Theater auf Kampnagel) Im Laufe der Jahre haben sich Boy Division so von einer Band mit starkem performativem Einschlag zu einem eigenständigen Theaterprojekt entwickelt.
Das Wiener Kollektiv God´s Entertainment kann durchaus als Stammgast im WUK bezeichnet werden. In den vergangenen Jahren zeigten sie ihre Arbeiten „Sonst noch einen Wunsch“ (2008 im Rahmen von Shakespeare [9 Positionen]), „Love Club“ (2009), die „Pfost Moderne“ (2009), „Tirol isch lei Oans“ (2011) und „Europa – schön dass sie hier sind“ (2011). Desweiteren besteht eine intensive Zusammenarbeit mit GE´s Vorgruppe SuperNase & Co., die regelmäßig die Veranstaltungsreihe „This is not WUK?“ präsentieren. Die gemeinsame Produktion „Trans – Europa – Bollywood“ feiert seit ihrer Premiere im Herbst 2010 durchschlagenden Erfolge.
http://www.boy-division.de/
http://gods-entertainment.org/

RABTALDIRNDLN & MACHINA EX
Die Kirchen und Religionsgemeinschaften halten das Monopol für die wesentlichen Übergangsrituale in einem menschlichen Leben. Für Das-in-die-Weltkommen, das Erwachsenwerden, das Heiraten und Sterben gibt es wenige oder keine vernünftigen, religionsfreien Rituale.
Insbesondere die katholische Kirche besetzt dieses Feld in beispielloser Dominanz. Der Ungläubige ist zur reinen intellektuellen Verarbeitung seiner Übergänge verdammt oder kann sich sagen: ich denke nicht, ich mache einfach mit. Seit seiner Gründung stiftet das Theaterkombinat Rabtaldirndln immer wieder Verwirrung mit seinem Namen und seiner fiktiven Herkunft. Das Rabtal gibt es nicht, denn dem Rabtal fehlt ein 'a'. Deshalb kann das Rabtal überall sein. Und so es ist es auch mit den dort lebenden Rabtaldirndln. Hieß es früher: „Ubi Papa, ibi Roma.“ (Wo der Papst ist, da ist Rom.), so sagt man heute: „Ubi Dirndln, ibi Rabtal.“ Einen Pfarrer gibt es schon lange nicht mehr im Rabtal und nachkommen wird dorthin sicher keiner mehr. Ungetaufte Kinder und Tote gibt es trotzdem. Deswegen entwerfen sie nun getreu ihrem Lebensmotto ihre eigenen Exerzitien. Gemeinsam mit dem Performancekollektiv Machina eX entwickeln sie nun Rituale für Übergänge (vom Ungeborenen zum Geborenen, vom Mädchen zur Frau, vom Buben zum Mann, vom 90cm Bett zum 180cm Bett, zum Abschied aus der Fruchtbarkeit und zum Sterben. Und beim Tod ist es bei den Rabtaldirndln aus. Die letzte Kuh macht s Türl zu). Mit Machina Ex als Experten für das Fährtenlegen, für Rätsel und das Aufstellen von Regelsystemen werden sie an vier Tagen Settings für Übergangsrituale bauen, die sie und vorbeikommende Menschen einem Beta-Test unterziehen werden. Die Machbarkeit und Wirkung der Rabtalexerzitien wird somit einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen.

Rabtaldirndln + machina eX
Die Rabtaldirndln sind ein Grazer Theaterkombinat, das seit 2003 besteht und Themen im Spannungsfeld von Stadt und Land sucht. Sie treten grundsätzlich als Formation auf. Diese ist einem Geschwader nicht unähnlich. Gemeinsam sucht sich das Kombinat seine Themen und erzählt diese im Kollektiv. Einzelne Gäste geraten zuweilen in die Truppe, die in den Produktionsstrudel gezogen und wieder ausgespuckt werden. Bisherige Produktionen u.a. 2004 „Halbdurch ganzdurch tot“ (2004), „15 Jahre Rabtaldirndln ? Eine Gala“ (2005), „Wie weit gehst du für mich? Eine Reihe Selbstversuche“ (2007) und „Sterbenswörter“ (2008), eine performative Installation im brut Wien. Zuletzt präsentierten sie ihre Arbeit „Berge versetzen“.

machina eX machen theatrale Point ‘n’ Click –Adventures und bauen interaktive Rauminstallationen, die alle Komponenten eines Computerspiels mit denen eines Theaterabends zusammenbringen. Im Sinne von „die Realität hat die geilste Grafik“, wird in echten Räumen, ohne Bildschirm, ohne Tastatur gespielt. Resultat ist ein Erlebnis irgendwo zwischen Computerspiel, Realität, Rätsel, Theater und interaktiver Installation. machina eX wurde 2009 von Studierenden der Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim gegründet.
http://dierabtaldirndln.wordpress.com/
http://www.machinaex.de/max_wordpress/







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