14.07.2009

DAS ARME THEATER WIEN


TRAUER MUSS ELEKTRA TRAGEN
WARUM WURDE DAS ARME THEATER WIEN GEGRÜNDET?

Aus der Sicht der Gruppe ist authentisches Theater nur durch Eigenverantwortung jedes Einzelnen möglich. Sie definiert Theater als einen Lebensraum, in dem Kommunikation, Vergnügen, Auseinandersetzung und Konflikt stattfindet. Nach der Möglichkeit, im Rahmen einer Koproduktion mit dem Volkstheater Wien im Jahr 2005 die gemeinsame Vision einer auf das Wesentliche reduzierten Theaterarbeit zu verwirklichen, wuchs in der Gruppe der Wunsch, als freies Ensemble weiter zu arbeiten.

WIE FUNKTIONIERT DAS ARME THEATER WIEN?
Da Theater eine Organisationsform braucht, die Vision und Wahrhaftigkeit auch strukturell verwirklicht, ist es das Ziel der Gruppe, nicht nur dem Publikum, sondern auch jedem Mitarbeiter Lebensraum zu bieten. Auf diese Weise kann eine gemeinsame Idee wachsen, mit der alle Individuen sich identifizieren. Es vervielfacht sich die Gesamtenergie durch mehr persönliche Verantwortung, größere Wachheit und entschiedene Selbstkritik.

WAS ZEICHNET DIE PRODUKTIONEN AUS?
Die Intention, durch Weltoffenheit und permanenten Wandel Vergangenheit und Gegenwart ins Zeitlose zu tragen. Dem Autor und der zu erzählenden Geschichte verpflichtet, erforscht und entwickelt das Ensembler neue Zugangsweisen. Es bringt große Entwürfe, schrille Grotesken, Verlorenheiten kleiner Leute, Weltklagen, Klugheiten, Wahnsinn, Liebe, Tugend und Bösartigkeiten zum Pulsieren.

WELCHEN STELLENWERT HAT DAS PUBLIKUM?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Einheit von Schauspielern und Publikum aus. Für jede Produktion wird nach der für Stück und Publikum richtigen Raumlösung gesucht. Durch Auflösen der klassischen Guckkastenbühne und Verringern der räumlichen Distanz entsteht eine neue unmittelbare Intensität des Miterlebens. Das Publikum lässt sich so zum unbekannten Neuen, zu konfliktreicher thematischer Auseinandersetzung verführen und formuliert dies inzwischen als Bedürfnis.

WELCHE „ROLLE“ SPIELT DAS ENSEMBLE?
Es ist auf Homogenität angelegt und in kürzester Zeit imstande, die gemeinsame Vision zu verkörpern. Ein Ensemble kluger Komödianten und souveräner Spieler. Der Regisseur tritt ins Ensemble und ist in der Aufführung als Subjekt nicht sichtbar. Er schafft Spielräume, provoziert Entäußerung, verführt zu Hingabe, löst Verstrickungen und organisiert den großen Bogen als konspirativer Agent des Autors und des Publikums.

WAS WILL DIE GRUPPE ERREICHEN?

Die wichtigsten Interessen sind das Suchen und Finden neuer Ausdrucksformen, charismatischer Spielorte, ehrlicher Geschichten und vor allem die Zusammenarbeit mit lustvollen Menschendarstellern.

Bisher kamen Stücke von William Shakespeare, Eugene O´Neill, Ödön von Horvath, James Sounders und Jean Anouilh zur Aufführung


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