Eine kunterbunte Show

"Die Zirkusprinzessin" von Emmerich Kálmán in der Deutschen Oper am Rhein

Kategorien: OperKritiken

FOTO: Hans Jörg Michel

Von jeher übt der Zirkus eine große Faszination aus. Jubel, Trubel, Heiterkeit und Spannung. Kunterbunt und lustig geht es auch in Emmerich Kálmáns Operette "Die Zirkusprinzessin" zu, wobei der Zuschauer in das Backstage-Geschehen eingeweiht wird. Ein geheimnisumwitterter Mister X, der stets mit Gesichtsmaske auftritt, ist der Star des Zirkus Stanislawsky. Eines Abends erscheint Fürstin Fedora Palinska zur Show. Sie ist die Angebetete, in die er sich einst verguckt hatte. Da sie aber die Braut seines Onkels war, wurde er enterbt und verstoßen. Als ehemaliger Husarenoffizier verdient er nun sein Auskommen als Kunstreiter im Zirkus. Nach dem Tod ihres Mannes wird die reiche und attraktive Witwe Palinska von zahlreichen Verehrern umschwärmt, die sie alle ablehnt. Nun fordert der Zar aber, dass sie sich bald wieder verheiratet. Der schnöde abgewiesene Prinz Sergius Wladimir plant eine Intrige, um sie zu demütigen: er will sie mit Mister X verheiraten, den er - nicht seine wahre Identität ahnend - als Prinzen ausgibt.

Emmerich Kálmán bedient in seiner unterhaltsamen Operette alle Klischees von russischen Adligen aus St. Petersburg, schneidigen Husarenoffizieren, Wiener Kellnern und Gaststättenbesitzerinnen, dem Wiener Madl, Zirkusleuten und verarmten Prinzen. Es gibt nicht nur falsche Identitäten, sondern auch Missverständnisse unter Verliebten, Gspusi zwischen der Hotelbesitzerin und ihrem Oberkellner, und zum Schluss klärt sich alles im Guten auf. Geheiratet wird aber nur im gleichen Milieu: so ehelicht der Prinz die Fürstin, der Wiener Gastwirtssohn die Wiener Metzgerstochter.

Josef E. Köpplinger hält sich an die Vorgaben und inszeniert klassisch mit viel Charme und ohne den Versuch, leichte Kost durch gekünstelte Interpretationsversuche zu erhöhen. So darf der Zuschauer sich ganz entspannt der Farbenpracht der Bühne und Kostüme und dem Zauber einer Märchengeschichte hingeben.

In der Titelpartie überzeugte Romana Noack als charmante Fürstin Fedora Palinska. Carsten Süss meistert stimmgewaltig den Mister X. Sein Gegenpart spielte Wolfgang Schmidt als Prinz Sergius Wladimir. Christoph Filler als Toni Schlumberger und Susanne Grosssteiner als Miss Mabel Gibson glänzten mir ihren komödiantischen Talenten ebenso wie Sigrid Hauser als Hotelbesitzerin Carla Schlumberger und Wolfgang Reinbacher als Oberkellner Pelikan. Anrührend auch die Szenen mit Franz Wyzner und Gisela Ehrensperger als altem Zirkusdirektorenpaar, die Mister X als Nachfolger auserkoren hatten. Nur der Chor kam mitunter nicht gegen das Orchester an. Für die gelungene zu Herzen gehende Inszenierung gab es jubelnden Beifall.

Musikalische Leitung: Giuliano Betta

Inszenierung: Josef E. Köpplinger

Bühne: Rainer Sinell

Kostüme: Marie-Luise Walek

Licht: Michael Heidinger

Chorleitung: Gerhard Michalski

Choreographie: Karl Alfred Schreiner

Dramaturgie: David Treffinger

Spielleitung: Kinga Szilágyi

Fürstin Fedora Palinska: Romana Noack

Prinz Sergius Wladimir: Wolfgang Schmidt

Rittmeister Graf Saskusin: Joeri Burger

Leutnant von Petrowitsch: Matthias Schlüter

Baron Peter Brusowsky, Adjutant: David Jerusalem

Zirkusdirektor Stanislawsky: Franz Wyzner

Wanja, dessen Frau: Gisela Ehrensperger

Mister X: Carsten Süss

Miss Mabel Gibson: Susanne Grosssteiner

Carla Schlumberger, Hotelbesitzerin: Sigrid Hauser

Toni Schlumberger, ihr Sohn: Christoph Filler

Pelikan, Oberkellner: Wolfgang Reinbacher

Maxl, Piccolo: Steffen Köhler

Frantischek, Portier: Udo Bodnik

Fedja, Billeteur: Norbert Kaulhausen

Tänzerin: Yasha Wang, Laura De Nicolao, Carmen Mar Canas Salvador, Jbid Hatschaduryan, Katharina Sim, Lea Hladka

Tänzer: Claudio Pisa, Bernardo Fallas, Hayato Yamaguchi, Jonas Tilly, Alexeider Abad Gonzales, Ayberk Esen

Chor Chor der Deutschen Oper am Rhein

Orchester Düsseldorfer Symphoniker

Premiere 13.11.2015 - 06.05.2016 Opernhaus Düsseldorf

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