05.06.2012 09:30

Zwei bemerkenswerte Musiktheaterproduktionen im Tehater Ulm

13. und 14. Juni 2012
1. KASSANDRA: LIEDER DER FREMDE
Musiktheater mit PROPHETIAE SIBYLLARUM von Orlando di Lasso und KOPFLOS, ABSCHIEDE und KYBELE von Gerhard Stäbler,
Premiere: 13.06.2012, 19.30 Uhr, Podium

Orlando di Lasso

Das Wahrsagen bringt mehr ein als das Wahrheitsagen. Die zwölf Sibyllen prophezeihen die Ankunft des Erlösers, doch eine Seherin verkündet den Untergang: Kassandra. Die trojanische Prinzessin, die einst den Gott Apollon zurückwies, ist mit dem Fluch der seherischen Gabe belegt. Sie kennt die nahende Zukunft, aber niemand schenkt ihr Glauben. Mit tödlicher Konsequenz hält sie gegen den Widerstand der Gesellschaft an ihrer Wahrheit fest.

 

Der Mythos der Seherin Kassandra zieht sich wie ein roter Faden durch Literatur und bildende Kunst von der Antike bis heute. Im Spannungsfeld zwischen Orlando di Lassos Renaissance-Gesängen der zwölf Sibyllen aus fremden Ländern und Gerhard Stäblers Studien zu seiner Oper KASSANDRA steht die orakelnde Seherin – Eine gegen Alle.

 

MUSIKALISCHE LEITUNG Hendrik Haas

INSZENIERUNG Philipp Jescheck

RAUM Britta Lammers

KOSTÜME Angela C. Schuett

 

MIT Christel Mayr; Opernchor des Theaters Ulm; Instrumentalensemble des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm

 

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2. EUROPERAS 3 & 4 / FUTURESSENCEXXX

Musiktheater von John Cage und Gerhard Stäbler

Workshop: 02.06.2012, 17 Uhr und 09.06.2012, 10.45 Uhr, Treffpunkt Theaterpforte

Matinee: 10.06.2012, 11 Uhr, Foyer

Premiere: 14.06.2012, 20 Uhr, Großes Haus

 

„Dreihundert Jahre lang schickten uns die Europäer ihre Opern. Jetzt schicke ich sie ihnen zurück!“ – So soll sich der amerikanische Komponist und Konzeptkünstler John Cage über seine EUROPERA betitelten Musiktheaterwerke geäußert haben. Gesteuert von einem dem „I-Ging“ nachempfundenen Zufalls-Operator versammeln die beiden Werke auf engstem Raum nicht nur das Kernrepertoire der europäischen Oper, sondern kommentieren ebenso die Darbietungsweisen von Bühne, Konzert, Aufnahmestudio und industrieller Massenproduktion. Ein kluger, verrückter, ironischer und bitterernster Spaß mit den Elementen der Oper führt den Zuschauer aufs Glatteis seiner Liebe zu ihr.

John Cages ironisch-kritische Abrechnung mit der europäischen Operntradition – ursprünglich für das Podium geplant – wechselt ins Große Haus, ergänzt von einer ebenso frech-tabulosen musiktheatralischen Installation Gerhard Stäblers: FUTURESSENCEXXX.

 

SZENISCHE EINRICHTUNG Matthias Kaiser

BÜHNE Britta Lammers

KOSTÜME Angela C. Schuett

 

MIT Katarzyna Jagiello, Edith Lorans, Alexander Schröder, Hans-Günther Dotzauer, Tomasz Kaluzny, Jeoung-Su Seo (Gesangssolisten); Igor Beketov, Alfredo Miglionico (Klavier)