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22.07.2017

THALHOF Festival 2017, Reichenau an der Rax


Thalhof Sujet 2017 (c) Salon5
4.August bis 3.September 2017. ---
Das THALHOF Festival bietet 2017 erstmals vier Wochen lang darstellende Kunst, angewandte Wissenschaft, Dialog und Begegnung in der legendären, kenntnisreich renovierten „Wortwiege an der Rax“. In insgesamt 30 Veranstaltungen werden drei Uraufführungen, 9 Salongespräche, eine Kurzfilmpräsentation der Filmakademie Wien und die begleitende Wortgalerie zu erleben sein. Terrassen, Salons und die neue THALHOF-Bar laden zum Verweilen und Diskutieren ein.

Uraufführung
AM ENDE EINES KLEINEN DORFES
Nach Marie von Ebner-Eschenbach
Premiere: Fr. 4. August

Marie von Ebner-Eschenbach, die ebenso legendäre wie neu zu entdeckende Grande Dame der österreichischen Literatur, hat ein reiches und dennoch betrüblich in Vergessenheit geratenes Werk hinterlassen. Spätestens seit der verdienstvollen neuen Gesamtausgabe ihres Prosa-Werks zeigt sich, dass es überaus lohnend ist, Ebner-Eschenbachs Schaffen einem zeitgenössischenPublikum nahe zu bringen. Gleichermaßen als Prosa-Autorin und Dramatikerin von Rang hat Marie von Ebner-Eschenbach Dramen, aber auch literarische Hybrid-Formen, wie die „dramatisierte Novelle“ geschrieben. Wir werden eines der eindrucksvollsten Werke aus dieser Reihe uraufführen, in dem die zentrale Frauengestalt der Anna einen beispiel- und zeitlosen, ja, einen exemplarisch universalen, leidenschaftlichen Befreiungskampf gegen Unterdrückung, Normierung und Ausgrenzung in einer männlich-patriarchal dominierten Gesellschaft führt. Wie sich diese unbeugsame junge Frau aus den Fängen eines scheinbar ausweglos vermauerten Lebens befreit, das zynischer Weise auch noch wohlmeinend begangenes Unrecht wieder gut machen will, ist nicht nur große Literatur und packendes Drama, sondern demonstriert eindrucksvoll, dass das eigene, das bewusst geführte Leben kompromisslos erstritten werden muss.

Mit: Petra Gstrein, Jens Ole Schmieder, Doina Weber
Regie: Anna Maria Krassnigg
Regiemitarbeit: Jérôme Junod
Bühne: Lydia Hofmann
Kostüm: Antoaneta Stereva
Licht: Lukas Kaltenbäck
Musik: Christian Mair
Alle Spieltermine:
FR 4.8. / SA 5.8. / SA 12.8. / MO 14.8. / FR 18.8. / SA 19.8. / DO 24.8. jeweils 19:30
FR 1.9. / SA 2.9. / SO 3.9. jeweils 18:30 Uhr.

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Uraufführung: WERBUNG LIEBE ZUCKERWATTE Von Mario Wurmitzer
Premiere: DO 10. August

Franz und Marie sitzen im Romantikwaggon eines Riesenrades. Unter ihnen herrscht Panik im Freizeitpark. Ein terroristischer Anschlag verunsichert die Menschen. Die Stimme der Gewalt kämpft gegen die Stimme des Rechts, den schützenden Staatsapparat. Als der Parteivorsitzende zu ihnen klettert und sich als der eigentliche Drahtzieher der Aktion outet, wird die Situation immer gefährlicher.

Die Figuren des jungen österreichischen Schriftstellers Mario Wurmitzer agieren zwischen Ohnmacht und Aufbegehren. Das Reale ist absurd, das Absurde real. Seine Sprache geht neue Wege. Für den THALHOF fügt Mario Wurmitzer seiner gleichermaßen hoch poetischen wie beunruhigenden Farce eine weitere Textstufe bei. Die vier in Angst, Liebe und Manipulation verstrickten Figuren blicken in tragikomischen Erinnerungssequenzen auf die turbulenten Ereignisse jener Nacht im Romantikwaggon des Riesenrades zurück.

Das Drama im Riesenrad wird am Wiener Originalschauplatz verfilmt. Die Reflexion der Figuren über die Ereignisse findet live auf der Bühne in Interaktion mit dem Film statt. Nach La Pasada, Power to Hurt und Der Idiot entwickelt Salon5 mit Werbung Liebe Zuckerwatte eine weitere und neue Spielart der Kinobühnenschau.

Mit: Maxi Blaha, Daniel Frantisek Kamen, Gioia Osthoff, Martin Schwanda

Regie: Anna Maria Krassnigg
Regiemitarbeit: Jérôme Junod
Bühne: Lydia Hofmann
Kostüm: Antoaneta Stereva
Licht: Lukas Kaltenbäck
Kamera, Schnitt und Musik: Christian Mair

Alle Spieltermine:
DO 10.8. / FR 11.8. / DO 17.8. / FR 25.8. / SA 26.8. / DO 31.8. jeweils 19:30 Uhr

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Uraufführung: RAXLEUCHTEN - Eine Textcollage mit Kammermusik, zusammengestellt von Evelyne Polt-Heinzl
Premiere: SO 6. August

Die Expertin für österreichische Literatur und Mitherausgeberin der neuen Ebner-Eschenbach-Ausgabe, Evelyne Polt-Heinzl, hat eine literarisch dramatische Reise durch die Jahrhunderte zusammengestellt. Ihre Textcollage aus Tagebüchern von Dichter/innen, Briefwechseln, Werknotizen von Grillparzer über Ebner-Eschenbach, Schnitzler und viele andere bis hin zu Robert Schindel bringt zum Teil völlig Verschüttetes ans Licht und macht gleichzeitig auf beeindruckende Weise klar, wie sehr der THALHOF verbunden ist mit der Theater- und Literaturszene dieses Landes. Ein Nachwuchsensemble des Josef-Haydn-Instituts für Kammermusik und Spezialensembles ergänzt die literarischen Stimmen um musikalische Stimmen von den Anfängen des THALHOFS bis in die Moderne.
Eine Textcollage mit Kammermusik in Koproduktion mit isa, Internationale Sommerakademie der mdw.

Regie: Jérôme Junod
Mit: Anna Maria Krassnigg, Martin Schwanda und Studierende und
Absolventen des Josef-Haydn-Instituts für Kammermusik und Spezialensembles

Alle Spieltermine:
SO 6.8. / SO 13.8. / SO 20.8. / SO 27.8. jeweils 16:00 Uhr

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Dialogveranstaltung: SALON.GESPRÄCH
Vor den Vorstellungen begrüßt Anna Maria Krassnigg Gesprächspartner/innen aus Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Das salon.gespräch ist eine subjektive und lebendige Einführungen in den Theaterabend.

FR 4.8. (18:00 Uhr): Rotraut Schöberl, Literaturexpertin, Buchhändlerin (Leporello)
SA 5.8. (18:00 Uhr): Renata Schmidtkunz, Redakteurin und Moderatorin (ORF), Filmemacherin, Theologin
SO 6.8. (14:30 Uhr): Evelyne Polt-Heinzl, Literaturwissenschaftlerin und Autorin, Mitherausgeberin der neuen Ebner-Eschbach-Ausgabe
DO 10.8. (18:00 Uhr) Ruth Wodak, Sprachwissenschaftlerin (Universität Wien, Lancaster University), Spezialgebiet „Vorurteilsforschung“
FR 11.8. (18:00 Uhr): Peter Huemer, Publizist, Journalist, Historiker (ORF, Club2, u.v.a.)
SA 19.8. (18:00 Uhr): Eva Rossmann, Verfassungsjuristin, Journalistin, Autorin (Mira-Valensky-Krimis u.a.), Köchin, Moderatorin (ORF, Café Sonntag)
FR 25.8. (18:00 Uhr): Michael Fleischhacker, Journalist (NZZ) und Fernsehmoderator (Talk im Hangar-7)
SA 26.8. (18:00 Uhr): Ronald Pohl, Feuilleton-Redakteur (Der Standard) und Schriftsteller („Die Spindelstürmer“ u.a.)
SA 2.9. (17:00): Manuela Vollmann, Expertin im Bereich Frauen-, Sozial- und Wirtschaftspolitik, Mitgründerin und Geschäftsführerin von abz*austria
Das Vorstellungsticket gilt ebenfalls für das salon.gespräch am jeweiligen Spieltag!

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WORT.GALERIE & WORT.SPENDE, Videoinstallation & Essays zum Jahresthema

Wie schon 2015 und 2016, werden jährlich Autor/innen dazu eingeladen, in Form von Essays oder thematischen Interviews und Kurzfilmportraits persönlich Position zum Jahresmotto sowie zu legendären Thalhof- Autor/innen, wie Franz Grillparzer, Johann Nestroy, Marie von Ebner- Eschenbach, Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Robert Musil und anderen zu beziehen. Erklärtes Ziel ist es, aus der Unterschiedlichkeit der jährlich nominierten Persönlichkeiten (in Geschlecht, Alter, Herkunft, wissenschaftlichem Zugang etc.) einen animierenden Funkenschlag rund um das Jahresthema zu generieren und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die wort.galerie entsteht als Dauerausstellung in einem der ältesten Räum des THALHOF und wächst jährlich. Stück für Stück wird sie auch auf der THALHOF-Website zugänglich gemacht.

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Der Salon5

Salon5 ist ein internationales Label mit verschiedenen Spielorten in Wien, das seit 2007 erfolgreich darstellende Kunst, Geisteswissenschaften und Dialog zu neuen interkreativen Kunstformen vernetzt und einem wachsenden Publikum im In- und Ausland anbietet. Im Jahr 2015 wurde vom Leitungsteam des Salon5 auch erstmals der THALHOF in Reichenau an der Rax programmiert und mit einer Veranstaltungsreihe aus darstellender Kunst, Wissenschaft und Dialog bespielt.

Künstlerische Leitung: Anna Maria Krassnigg
Kaufmännische Leitung: Christian Mair

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