„Altes Testament – Aus dem Tagebuch der Menschheit“ - Schauspielhaus Graz

Premiere: 12. Mai 2018, 19.00 Uhr, HAUS EINS

Die Bibel ist eines der bekanntesten Bücher der Welt und eine der Säulen unserer abendländischen Kultur. Die Ausgaben der „Heiligen Schrift“ erreichen weltweit jährlich eine Auflage von ungefähr 20 Millionen Stück. Übersetzt wurde das „Buch der Bücher“ in rekordverdächtige 2303 Sprachen. Dennoch nimmt das Bibelwissen hierzulande ab, immer weniger Menschen kennen die Figuren und Geschichten. Dabei waren die Texte der Bibel jahrhundertelang eine der wesentlichen Inspirationsquellen für Kunst, Literatur und Musik.
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Ensemble, (c) Lupi Spuma

Das Alte Testament entstand aus einem jahrhundertelang erst mündlich überlieferten, später schriftlich fixierten tiefen Menschheitswissen heraus. Die Geschichten im Alten Testament – von der Schöpfungsgeschichte über die Sintflut, Kain und Abel, den Turmbau zu Babel, Josef in Ägypten bis hin zu Moses, der Gott im brennenden Dornbusch erkannte, die zehn Gebote empfing, und viele mehr – beschwören in mächtigen Bildern eine grausame, chaotische, undurchschaubare Welt und Natur, der der Mensch immer wieder Würde und Zivilisation abzutrotzen versucht.

Regisseur Volker Hesse, der in der Saison 2016.2017 mit „Geächtet“ von Ayad Akhtar einen vielbeachteten Publikumserfolg inszenierte, widmet sich dieser monumentalen Aufgabe gemeinsam mit 13 Schauspieler*innen und 5 Live-Musiker*innen im dafür überbauten Zuschauerraum von HAUS EINS. Die so geschaffene Arena ermöglicht Spieler*innen und Publikum ein gemeinsames Eintauchen in die Welt des Alten Testaments: „Es geht uns um ein gemeinsames Erleben, das in großer Nähe zueinander stattfinden soll, Bühne und Zuschauerraum sollen sich vermischen, sodass alle an dieser Aufführung beteiligt sind, sich im Raum bewegen oder auch bewegt werden. Ich hoffe, dass dadurch die Vorstellungskraft anders angeregt wird als durch eine bloße passive Aufnahme des Geschehens.“, so Hesse.

Zum Regisseur
Volker Hesse, geboren 1944, ist der Sohn des Opernregisseurs Rudolf Hesse. Er wuchs in Deutschland und der Schweiz auf, studierte in Köln und Wien Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie und promovierte 1972 zum Dr. phil. Nach Schauspielunterricht bei Will Quadflieg assistierte er Regisseuren wie Leopold Lindtberg und Hans Hollmann. Erste Inszenierungen erfolgten am Wiener Cafétheater, an der Rampe in Bern und mit der freien Gruppe Die Claque in Baden bei Zürich. Mitte der 1970er Jahre inszenierte Hesse u. a. am Stadttheater Bern, dem Stadttheater Trier und den Münchner Kammerspielen.1979 wurde er Mitglied des Leitungsteams des Düsseldorfer Schauspielhauses und inszenierte dort unter anderem Grasers „Witwenverbrennung“ (1980), Lessings „Nathan der Weise“ (1983) und Dorsts „Heinrich oder die Schmerzen der Fantasie“ (1985). Mit Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“ wurde Hesse 1985 ans Berliner Theatertreffen eingeladen. Nach 1985 wirkte er erneut als freier Regisseur, so am Bayerischen Staatsschauspiel und am Berliner Maxim Gorki Theater. 1993 übernahm er gemeinsam mit Stephan Müller die Intendanz des Theaters am Neumarkt in Zürich, das er bis 1999 leitete. Hesses Uraufführungen „In Sekten“ (1995) und „Top Dogs“ (1997) wurden ans Berliner Theatertreffen eingeladen. 2001 wurde er Intendant des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, das er bis 2006 leitete. Um die Jahrtausendwende begann er sich in der Schweiz mit Landschaftstheater und großen Freilichtaufführungen zu beschäftigen. Er inszenierte 2000 und 2007 das „Einsiedler Welttheater“, 2008 und 2012 leitete er die Tellspiele in Altdorf. Einen vorläufigen Höhepunkt in dieser Reihe bildet seine Inszenierung zur Eröffnung des Gotthard-Basis-Tunnels im Juni 2016 mit über 500 Mitwirkenden vor Tausenden von Zuschauerinnen und Zuschauern. Neben der großflächigen und effektvollen Arbeit mit Laien interessiert ihn nach wie vor die politische Wirksamkeit von Theatertexten und deren Inszenierung im institutionalisierten Theater: Zuletzt arbeitete Volker Hesse am Düsseldorfer Schauspielhaus (Bertolt Brechts „Arturo Ui“) und am Konzert Theater Bern (Uraufführung von Philipp Löhles „Wir sind keine Barbaren!“, das als Auftragswerk für das Konzert Theater Bern entstand sowie eine Fassung von Homers „Ilias“ in der Übertragung von Raoul Schrott). 2010 wurde Volker Hesse mit dem Hans-Reinhart-Ring ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für seine vielseitigen Inszenierungen und seine Leistungen als Theaterleiter.

Regie     Volker Hesse
Bühne und Kostüme     Stephan Mannteuffel
Musik     Bojan Vuletic
Choreographie
Video
Licht    Kiri Haardt
rocafilm
Thomas Trummer
Dramaturgie     Karla Mäder

Mit     Gerhard Balluch, Oliver Chomik, Daniel Doujenis, Pascal Goffin, Julia Gräfner, Benedikt Greiner, Maximiliane Haß, Lena Kalisch, Florian Köhler, Mercy Dorcas Otieno, Christiane Roßbach, Werner Strenger, Anna SzandtnerMusiker     

OBOE UND ENGLISCHHORN Markus Sepperer
KNOPFAKKORDEON Ivan Trenev
FLÜGELHORN, BB- UND C-TROMPETE, PICCOLO-TROMPETE Dominic Pessl
BRATSCHE Rafał Zalech
KONTRABASS Reinhard Ziegerhofer

weitere Vorstellungen am 22., 23., 24., 25., 26., 29., 30. und 31. Mai, am 1., 2., 12., 13., 14., 15. und 16. Juni 2018, jeweils 19 Uhr, HAUS EINS
Bitte beachten Sie die frühere Beginnzeit um 19 Uhr.

Tickets
T 0316 8000, F 0316 8008-1565, E tickets@ticketzentrum.at
I www.schauspielhaus-graz.com
 

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