Benjamin Britten, "Peter Grimes", Oper Köln

Premiere: 25. November 2018, 18 Uhr, StaatenHaus Saal 1

Der Fischer Peter Grimes, ein Einzelgänger innerhalb seines Dorfes, steht im Verdacht, für den Tod seines Lehrjungen auf See verantwortlich zu sein. Dass er im Rahmen einer gerichtlichen Untersuchung freigesprochen wird, kann nicht darüber hinwegtäuschen: Die meisten der Dorfbewohner halten den Sonderling für schuldig, denn er gilt als jähzornig, und das Verhältnis zu dem Jungen, den er aus einem Waisenhaus geholt hatte, gibt zu Spekulationen Anlass.
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Es herrscht eine Atmosphäre des schwelenden Misstrauens und der mehr oder weniger verhohlenen Unterstellungen, inmitten derer sich lediglich die Lehrerin Ellen Orford als Lichtpunkt abzeichnet: Nur sie und der aufrechte Kapitän Balstrode begegnen dem eigenbrötlerischen Fischer mit Offenheit und Solidarität. Gleichwohl bleiben Fragen offen, auch was das Verhältnis des raubeinigen und keineswegs fürsorglichen Grimes zu seinem nächsten Lehrling, dem Waisenknaben John, angeht. Als schließlich auch dieser Junge zu Tode stürzt und daraufhin eine dörfliche Lynchaktion droht, kommt Grimes der sich anbahnenden Eskalation zuvor: Mit seinem Boot versenkt er sich im Meer.

Die Uraufführung von Benjamin Brittens erster großer Oper, am 7. Juni 1945 im von den Zerstörungen, Verlusten und Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs versehrten London, wurde zu einem nationalen Ereignis: Seit Henry Purcell, mehr als 250 Jahre zuvor, hatte es keine derart bedeutende Oper eines englischen Komponisten mehr gegeben. Das Libretto geht auf eine Episode der epischen Dichtung »The Borough« (»Der Weiler«) des aus Brittens Wohnort Aldeburgh stammenden anglikanischen Geistlichen George Crabbe aus dem Jahr 1810 zurück. Eigentlicher Hauptträger der Handlung, wie ihn die Partitur dieser Oper vorsieht, ist das Meer: Dieses alles beherrschende Element vermittelt sich nicht nur in den farbig-impressionistischen sinfonischen Zwischenspielen, sondern auch innerhalb der Handlung ist die See als der lebensbestimmende Faktor ausgewiesen, von dem nicht nur die Existenz aller Dorfbewohner abhängt, sondern der in sich darüber hinaus ewig gültige Wahrheiten – und die abschließenden Antworten auf alle etwaigen Fragen – birgt.

Der junge britische Regisseur Frederic Wake-Walker inszenierte bereits in Glyndebourne und an der Mailänder Scala, »Peter Grimes« ist sein Debüt an der Oper Köln.

Oper in drei Akten und einem Prolog
Libretto von Montague Slater
nach dem Gedicht »The Borough« von George Crabbe
Musik von Benjamin Britten (1913 - 1976)

Musikalische Leitung Nicholas Collon
Inszenierung Frederic Wake-Walker
Bühne & Kostüme Anna Jones
Co-Kostümbild Linda Tiebel  
Licht Andreas Grüter
Chorleitung Rustam Samedov
Dramaturgie Georg Kehren

Peter Grimes
Marco Jentzsch
Ellen Orford
Ivana Rusko
Balstrode
Robert Bork
Auntie
Malgorzata Walewska
1. Nichte
Monica Dewey
2. Nichte
Kathrin Zukowski
Bob Boles
Dino Lüthy
Swallow
Lucas Singer
Mrs. Sedley
Rebecca de Pont Davies
Horace Adams
Philip Sheffield
Ned Keene
Wolfgang Stefan Schwaiger
Hobson
Darren Jeffery

Chor der Oper Köln
Extrachor
Extra Chor
Orchester
Gürzenich-Orchester Köln

Bild: Benjamin Britten

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