COINCIDANCE - Dreiteiliger Tanzabend - THEATER BIELEFELD

PREMIERE 22.01.2016, 20:00 Uhr, Tor 6 Theaterhaus (ehemals Theaterlabor). -----'Unstable Element' (Simone Sandroni / Déjà Donné, 2014)'The New 45' (Richard Siegal / The Bakery, 2006)'What The Body Does Not Remember' (Wim Vandekeybus / UltimaVez, 1987)
20106

TANZ Bielefeld geht auf Streifzug durch dreißig Jahre zeitgenössischen Tanz und provoziert in seinem Abend Coincidance die Begegnung dreier in ganz unterschiedlichen Kontexten entstandener Choreographien. Ihre Gemeinsamkeit: der besondere Umgang mit Musik.

Den Anfang macht Simone Sandroni mit einem Ausschnitt aus seiner letzten Arbeit für die Kompanie Déjà Donné Unstable Element, in der er Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8 mit dynamisch abstraktem Tanz konfrontiert. Bewegung erscheint hier nicht als Verkörperung des Gehörten, sondern als impulsive Antwort auf die musikalische Struktur.

Ebenso virtuos trifft im zweiten Teil der Tanz auf traditionellen Jazz: The New 45 des Faust-Preisträgers Richard Siegal ist ein temperamentvoller Dialog mit der Musik eines Oscar Peterson oder Clark Terry auf dem schmalen Grat zwischen Komposition und Improvisation. Ursprünglich als Duo konzipiert, wurde dieses Stück für TANZ Bielefeld als Quartett einstudiert.

Den radikalsten Zugriff zeigt das älteste Stück des Abends: What The Body Does Not Remember mit Originalmusik von Thierry De Mey und Peter Vermeersch erhielt einst den New Yorker Bessie Award für die »brutale Begegnung von Tanz und Musik« und ist als Choreographie der Extreme längst in die Tanzgeschichte eingegangen. Mit dem spektakulären Debüt der Compagnie Ultima Vez, das halsbrecherisch zwischen organisiertem Chaos und beherrschter Gefahr oszilliert, stand Simone Sandroni 1987 erstmals als Tänzer auf der Bühne.

DIE CHOREOGRAPHEN

Simone Sandroni – Der italienische Choreograph hat mit Beginn der Spielzeit 2015/16 die künstlerische Leitung der Sparte Tanz am Theater Bielefeld übernommen. Sandroni ist Mitbegründer der Tanzkompanie Ultima Vez, mit der er von 1987 bis 1992 in Brüssel arbeitete. Ab 1993 brachte er dort mit seiner eigenen Gruppe Ernesto erste eigene Choreographien zur Uraufführung. 1996 gründete er in Prag gemeinsam mit Lenka Flory die bis heute bestehende internationale Tanzkompanie Déjà Donné, die seit 2006 ihren Hauptsitz in Perugia / Italien hat. Simone Sandroni kreierte zahlreiche Tanzabende für Déjà Donné, mit denen er weltweit auf Tournee ging. Als Gastchoreograph schuf er Stücke u. a. für

das Nationaltheater Prag, das Festival de Beweegin in Antwerpen, das Four Chambers Dance Project in Toronto, das Luzerner Theater, das Musikkonservatorium Bratislava, die Lublin Dance Company, sowie seit 2007 regelmäßig für das Bayerische Staatsballett in München. 2009 entwickelte er für das Tanztheater Bielefeld die Choreographie The Tempting Innocence.

Richard Siegal – Bis 1997 Tänzer in New York, anschließend Solist am Ballett Frankfurt unter der Leitung von William Forsythe. 2002 gründete Richard Siegal die Plattform The Bakery, ein Zusammenschluss von KünstlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen von Musik bis Medienkunst, mit der er seitdem zahlreiche interdisziplinäre Projekte realisierte. 2004 begann Siegal für Choreographien bzw. tänzerische Abläufe mit Regeln und Strukturmodellen, wie sie aus der Informatik bekannt sind, zu arbeiten. Daraus entwickelte er die so genannte »If/Then«-Methode, die als choreographisches System dem zeitgenössischen Tanz neue Impulse gegeben hat. Siegals Arbeiten werden an internationalen Bühnen entwickelt und wurden u. a. mit dem New Yorker Bessie Award, dem Deutschen Theaterpreis Der Faust, dem Mouson Award oder dem Tanzpreis der Landeshauptstadt München ausgezeichnet.

Wim Vandekeybus – Geboren 1963 im belgischen Herenthout. Nach einer zweijährigen Zusammenarbeit mit Jan Fabre gründete er mit einer Reihe junger Künstler seine eigene Compagnie Ultima Vez in Belgien. Seine erste Performance What The Body Does Not Remember ging international auf Tour und wird bis heute weltweit gezeigt. Zahlreiche weitere Produktionen folgten, für die Vandekeybus immer wieder mit renommierten Musikern zusammenarbeitete wie Peter Vermeersch, Thierry De Mey, David Byrne, Marc Ribot, Charo Calvo, Eavesdropper oder David Eugene Edwards. Mit radikal physischen Ausdrucksformen setzte Ultima Vez neue Maßstäbe im zeitgenössischen Tanz. Anfang 2009 wurde die Kompanie mit drei weiblichen und fünf männlichen PerformerInnen neu aufgestellt.

Choreographie, Bühne,

Kostüme, Licht

Simone Sandroni, Richard

Siegal, Wim Vandekeybus

Einstudierung

Ayman Harper (The New 45)

/ Eduardo Torroja (What The

Body Does Not Remember)

Mit

Saori Ando, Tommaso Balbo,

Joris Bergmans, Hsuan

Cheng, Kenan Dinkelmann,

Gianni Cuccaro, Chiara

Montalbani, Noriko

Nishidate, Sho Takayama,

Johanna Wernmo, Elvira

Zuñiga Porras

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Karten

0521 / 51 54 54

www.theater-bielefeld.de

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