DAS FEUERSCHIFF nach der Erzählung von Siegfried Lenz im Staatsschauspiel Dresden

PREMIERE 07.12.2017, 20.00,  Kleines Haus 3

Freytag, Kapitän des Feuerschiffs, hat auf seiner letzten Wache seinen Sohn Fred mitgenommen. Es ist die letzte Gelegenheit, ihm den Alltag auf dem von einer kleinen Mannschaft bewohnten, fest verankerten Feuerschiff zu zeigen. Fred sichtet drei Schiffbrüchige, die sich, an Bord geholt, als Schwerverbrecher auf der Flucht entpuppen.
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(C) Sebastian Hoppe

Die Verbrecher, die wegen eines Motorschadens das Feuerschiff nicht mehr verlassen können, übernehmen das Kommando und wollen um jeden Preis – notfalls mit dem Feuerschiff selbst – weiterfahren. Freytag weigert sich hartnäckig: das Feuerschiff darf seine Position nicht verlassen und somit die Sicherheit und Ordnung auf See gefährden. Des Weiteren verwehrt Freytag den Seinen, den Banditen mit Gewalt zu begegnen oder per Funk Hilfe zu rufen. So steht er schließlich allein gegen seine Mannschaft und seinen Sohn, der ihn für einen Feigling hält, seit er gerüchtweise gehört hat, dass sein Vater bei einem Abenteuer in der Levante einem gefangenen Kameraden nicht geholfen hat. Dem Argument Freytags, Handeln sei sinnlos gewesen, glaubt er nicht. Fred will dem Kampf um Kontrolle und Sicherheit auf dem Feuerschiff mit Gewalt begegnen,  Freytag hingegen setzt auf Besonnenheit. Erst als die Banditen versuchen, mit dem Feuerschiff zu segeln, leistet Freytag Widerstand.
Siegfried Lenz (1926-2014) beschäftigte sich seit seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, zu dem er 1943 eingezogen wurde, mit dem Untergang von Menschen. Das Schreiben ist eine Art der Selbstbefragung, um verstehen zu lernen, wie sich Menschen mit ihrem eigenen Handeln in den Abgrund treiben. In der 1960 veröffentlichten Erzählung das feuerschiff versucht Siegfried Lenz, eine Antwort zu finden.
 

  • MIT Jannik Hinsch
  • REGIE Nicola Bremer
  • BÜHNE UND KOSTÜM Steffi Rehberg
  • DRAMATURGIE Svenja Käshammer

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