DER BESUCH DER ALTEN DAME von Friedrich Dürrenmatt - Schauspielhaus Zürich

Premiere: Freitag, 11.12.2015, 20 Uhr, Pfauen. ----- Die völlig verarmte Kleinstadt Güllen hofft auf eine rettende Geldspritze der Multimillionärin Claire Zachanassian, die die Schenkung aber an eine Bedingung knüpft: Jemand soll Alfred Ill töten, der sie einst vor Gericht verraten hat und sie ins Elend stürzte.
19917

Man erwartet den Besuch der Multimilliardärin Claire Zachanassian. Die Kleinstadt Güllen war einst wohlhabend, ist nun aber völlig verarmt, die ganze Stadt wird gepfändet, selbst das Heimatmuseum wurde „vor drei Jahren nach Amerika verkauft“. In dieser ausweglosen Situation hofft der Bürgermeister auf eine rettende Stiftung der alten Dame, die als Klara Wäscher in Güllen aufgewachsen ist. Claire Zachanassian erreicht das Städtchen in einem grotesken Auftritt, umgeben von Dienern und Zofen, zwei Sänftenträgern – „Gangster aus Manhattan“ – sowie ihrem siebten Gatten. Sie lässt den Bürgermeister nicht lange werben, sondern kündigt eine Schenkung von einer Milliarde an – unter der Bedingung, dass sie sich dafür „Gerechtigkeit“ kaufen könne: Jemand solle den Kaufmann Alfred Ill töten, mit dem sie damals eine stürmische Liebe erlebt hat, der sie jedoch als junge Frau mit dem gemeinsamen Kind sitzen liess.

Friedrich Dürrenmatts bittere Komödie DER BESUCH DER ALTEN DAME, 1956 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt, ist voller grotesker Fantasie und zeigt die makabre Automatik, zu der das Geld die Güllener verführt: Je mehr Schulden sie machen, desto mehr verpflichten sie sich unausgesprochen dazu, der Forderung von Claire Zachanassian zu entsprechen. So steckt das Stück das Feld ab zwischen Recht und Rache, Selbstjustiz und der „Gerechtigkeit des Geldes“.

Regisseur Viktor Bodó, 1978 in Budapest geboren, wurde durch seine Arbeiten als Hausregisseur am Katona József Theater in Budapest bekannt, u.a. mit einer Adaption von Kafkas „Prozess“, die zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen wurde. Seit 2006 arbeitet er regelmässig im deutschsprachigen Raum, u.a. am Schauspiel Köln, am Schauspielhaus Graz und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 2008 gründete Bodó seine eigene Theatertruppe Szputnyik Shipping Company. Bodós Arbeiten wurden mehrfach für den Nestroy-Theaterpreis nominiert,seine Inszenierung „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“ war 2010 zum Theatertreffen eingeladen.

Regie Viktor Bodó

Bühne Juli Balázs

Kostüme Fruzsina Nagy

Musik Klaus von Heydenaber

Sounddesign Gábor Keresztes

Licht Frank Bittermann

Dramaturgie Anna Veress

Dramaturgie Karolin Trachte

Mit:

Claire Zachanassian Friederike Wagner

Boby, ihr Butler Claudius Körber

Koby / Glutz, Pfändungsbeamter Gerrit Frers

Loby / Zugführer Philipp Graff

Alfred Ill Klaus Brömmelmeier

Mathilde, seine Frau Julia Kreusch

Ottilie, seine Tochter Henrike Johanna Jörissen

Karl, sein Sohn / Der Polizist Benedict Fellmer

Der Bürgermeister Nicolas Rosat

Der Pfarrer / Helmesberger, Bürger Milian Zerzawy

Der Lehrer Matthias Neukirch

Hofbauer, Bürger Christian Heller

Weitere Vorstellungen im Pfauen

18., 22., 23. & 31. Dezember, jeweils 20 Uhr

27. & 31. Dezember, jeweils 15 Uhr

7., 8., 11., 14., 21., 22. & 29. Januar, jeweils 20 Uhr

Weitere Vorstellungen sind in Planung.

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