Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
DER BESUCH DER ALTEN DAME von Friedrich Dürrenmatt im Staatstheater KarlsruheDER BESUCH DER ALTEN DAME von Friedrich Dürrenmatt im Staatstheater KarlsruheDER BESUCH DER ALTEN...

DER BESUCH DER ALTEN DAME von Friedrich Dürrenmatt im Staatstheater Karlsruhe

Premiere: Donnerstag, 07.02, 20:00 Uhr INSEL

Projekt der Seniorentheatergruppe „BaSta“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe

 

Eine steinreiche alte Dame namens Claire Zachanassian besucht den Ort ihrer Jugend, das kleine, mittlerweile verarmte Städtchen Güllen und deren Bewohner, darunter ihren einstigen Liebhaber, den Kaufmann Ill.

Alle versprechen sich von diesem Besuch einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung, den die alte Dame unter einer Bedingung auch in Aussicht stellt: sie fordert Gerechtigkeit. Ill hatte sie einst mit einem Kind sitzen lassen, dann Zeugen im Vaterschaftsprozess bestochen und so letztendlich ihr Leben zerstört. Sie will den Einwohnern eine Milliarde bezahlen, wenn sich unter ihnen jemand findet, Ill zu töten.

 

Nach anfänglicher Empörung der Bürger über diese Forderung entwickelt sich die Situation für Ill immer bedrohlicher. Dürrenmatt führt die Relativität eines Gerechtigkeitsbegriffs vor, der durch unterschiedlichste gesellschaftliche Interessen und Mehrheiten geprägt und damit einem stetigen Wandel unterworfenen ist und weist so auf die damit verbundene Gefahr der Willkür hin.

 

Die Mitglieder der Seniorentheatergruppe haben sich erneut mit dem Thema „Leben ohne Gott“ auseinandergesetzt, wie immer aus der Perspektive ihres Alters und der damit verbundenen Lebenserfahrung. Dürrenmatt bemerkte in Bezug auf sein Stück, dass „ein Dichter heutzutage nicht darum herumkomme, in seinem eigensten Interesse Stücke zu schreiben, die alten Schauspielern eine große Rolle gäben“ - und als Begründung hinzufügte: „Die junge Generation ist nicht auf der gleichen Höhe“.

 

Die Seniorentheatergruppe BaSta stellt mit der tragischen Komödie von Friedrich Dürrenmatt ihre vierte Produktion vor.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑