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„Der goldene Drache“ von Roland Schimmelpfennig - Deutsches Schauspielhaus in Hamburg

Premiere 17. Februar, 20 Uhr / Schauspielhaus

 

Ein Geschäfts- und Wohnhaus in einer deutschen Großstadt. Im Erdgeschoß arbeiten fünf Chinesen in der kleinen, überhitzten Küche des »Goldenen Drachen«, einem Thai-China-Vietnam-Schnellrestaurant.

In den Mietwohnungen darüber bestimmen die unerfüllten Sehnsüchte nach Liebe, ewiger Jugend und einem anderen Leben die Bewohner. Unten, zwischen Wok und Gasbrenner, löst der kariöse Schneidezahn eines jungen Chinesen ohne Aufenthaltsgenehmigung und Krankenversicherung eine verhängnisvolle Kettenreaktion aus. Er landet in Nummer 6: Thai-Suppe mit Hühnerfleisch, Kokosmilch, Thai-Ingwer, Tomaten, Champignons, Zitronengras und Zitronenblättern (scharf), um kurz darauf zwei Stewardessen serviert zu werden.

 

Roland Schimmelpfennig schreibt über illegale Immigranten, über die scheinbare Freiheit in einer Welt ohne Grenzen. Dabei entsteht eine blutige, bitterböse Komödie über Ausbeutung, Erniedrigung und zerplatzte Lebensträume. Mit fünf Schauspielern, die ständig die Rollen und die Geschlechter wechseln, lässt Schimmelpfennig einen Mikrokosmos entstehen. Jeder hängt mit jedem zusammen, Abhängigkeiten und Geschäftsbeziehungen prägen das gemeinsame Leben unter einem Dach. Eingebettet in die absurde Realität des Hauses ist die alte Tierfabel von der geschäftstüchtigen Ameise, die der hungrigen Grille im Winter nichts von ihren Vorräten abgeben möchte. Hier entwickelt sie sich zur modernen Parabel auf die globalisierte Welt: Die Ameise wird zum brutalen Zuhälter der Grille, die Grille zur Sexsklavin.

 

»Der goldene Drache« wurde mit dem renommierten Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet und von der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Theater heute« zum Stück des Jahres gewählt.

 

Regie Klaus Schumacher,

Bühne Katrin Plötzky,

Kostüme Heide Kastler,

Musik Tobias Vethake

Licht Susanne Ressin,

Dramaturgie Stephanie Lubbe,

 

Mit Hermann Book, Hanns Jörg Krumpholz, Irene Kugler, Katharina Schmidt, Sören Wunderlich.

 

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