Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen: Drei Premieren in einer Woche: DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN, EIN MANN SIEHT ROSA, HANS IM GLÜCK

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen startet mit drei Premieren in den Oktober. Los geht es am Feiertag, Dienstag, 3. Oktober 2017, 17 Uhr im Burgtheater mit DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN Eine Koproduktion mit Performance Leipziger Gruppe friendly fire
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MUSEUMSERÖFFNUNG! Auf geht’s ins Märchenland der Geschichte, in dem die Lutki und die Błudnički wohnen, wo einst DIE DEUTSCHEN siedelten. Aber Vorsicht: schlägt es Zwölf behält dich das Museum für immer auf der anderen Seite des Spiegels! Willkommen in der fernen Zukunft: Willkommen in der Welt der Sorben! Seitdem DIE DEUTSCHEN verschwunden sind, ist eine andere Zeit angebrochen: Die Lausitz hallt wider von sorbischen Liedern aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So wie DIE DEUTSCHEN kamen, sind sie auch wieder gegangen und nur noch wenige Monumente und Dokumente erinnern an sie. Fast kommen sie uns vor, als ob sie zu jenen Wesen und Gestalten gehören, die unsere Märchenwelt bilden und manch einer hat vielleicht in einer schwachen Stunde sogar daran gezweifelt, dass es DIE DEUTSCHEN je gegeben haben könnte. Deshalb eröffnen wir: DAS MUSEUM DER DEUTSCHEN!

friendly fire ist eine Theater- und Performancegruppe aus Leipzig, die gemeinsam mit Bautzener Schauspielern und Puppenspielern theatrale Situationen und Versuchsanordnungen erkunden, die ebenso unheimlich wie lustig, unterhaltsam wie verstörend, ebenso intim wie fremd wirken.

Regie: Michael Wehren a.G.; Bühne: Fabian Reimann a.G.

Kostüme: Katharina Lorenz a.G.; Dramaturgie: Madleńka Šołćic

Performer: Melanie Albrecht a.G.

Darsteller: Petra-Maria Wenzel, István Kobjela, Jurij Schiemann, Michelle Bray und Annekatrin Weber

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Eine Komödie in der Regie Peter Kubes (Zwingertrio) folgt am

Freitag, 6. Oktober, 19.30 Uhr im großen Haus

EIN MANN SIEHT ROSA

Komödie von Francis Veber

PIGNON IST WIEDER DA! Sie erinnern sich sicher an den notorischen Pechvogel Pignon aus den Stücken 'Dinner für Spinner' und 'Die Nervensäge'? Freuen Sie sich auf eine Komödie über falsche Korrektheit und Spießertum mit jeder Menge rosafarbenem Spaß.

Pignons Leben ist nicht sonderlich aufregend, es ist eben das eines Buchhalters einer Kondomfabrik, aber Francois Pignon (Jan Mickan) ist zufrieden, wie die Dinge sind. Bis er durch Zufall mitbekommt, dass er entlassen werden soll. Da hat Belone, Pignons Nachbar, eine Idee: Warum nicht mit einem getürkten ComingOut als Schwuler daher kommen, mittels ausgestreuter Zettel mit verfänglicher Fotomontage? Mal sehen, wie Chef und Belegschaft reagieren. In einer Kondomfabrik!

Und sie reagieren: Der Chef nimmt die Kündigung zurück, die Belegschaft zollt Pignon deutlich mehr Anerkennung. Also, ist scheinbar alles in Butter. Auch Personalchef Santini, ein bekennender Macho, macht sich warme Gedanken bei Pignon. Doch ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Schwindel auffliegt. Eine wunderbare Komödie mit Tiefgang, die der französische Komödien-Spezialist Francis Veber da abliefert. Und wenn dann noch Peter Kube Regie führt, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Regie: Peter Kube

Ausstattung: Jens Büttner

Darsteller: Jan Mickan (Pignon), Rainer Gruß, Olaf Hais, Marian Bulang, Torsten Schlosser, Gabriele Rothmann, Lisa Lasch

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Für die Jüngsten steht am Sonntag, 8. Oktober, 16 Uhr im Burgtheater

HANS IM GLÜCK

Puppentheater nach dem Märchen der Brüder Grimm

auf dem Programm.

Liegt Glück in den Dingen? Oder in seiner Einstellung zum Leben und Moment? Ein Stück über die Schwierigkeit, echten Wert zu bemessen, und das Geheimnis des wahren Glücks.

Für sieben Jahre gute Arbeit wird Hans mit einem großen Goldklumpen reich entlohnt. Doch plagt ihn dieser auf dem Heimweg schnell durch sein Gewicht. Keine Frage, etwas anderes muss her. Wie gut, dass Hans auch gleich das Gold günstig gegen ein schnelles Pferd eintauschen kann. Jetzt muss er nicht mehr schleppen und kommt schneller voran. Oder ist eine Kuh doch besser als ein Pferd? Sie gibt Milch! Noch besser aber ist ein Schwein. Oder besser eine Gans oder gar ein solider Schleifstein? Also am Besten ist es, man hat gar nichts, da ist man frank und frei und kann machen was man will. Als Hans mit leeren Händen dasteht, ist er nicht verzweifelt, sondern wähnt sich der glücklichste Mensch auf der Welt zu sein.

Ist Hans dumm, faul und ohne Ehrgeiz? Oder ist er vielmehr ein sehr gescheiter Schelm, der sich befreit von materieller Trübsal und dafür nichts Geringeres als Freiheit gewinnt? Wie in jedem Märchen gibt es viele Möglichkeiten es zu deuten – und spannende Bezüge in unsere Zeit finden sich hier zuhauf.

Regie, Bühne, Puppen: Stephan Siegfried

Spiel: Jan Schneider

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