Deutsche Erstaufführung: "Das Spiel der Schahrazad" von Turgay Nar im Theater Augsburg

Premiere 12.5.2018 19:30 | brechtbühne

Wer kennt sie nicht, die bezaubernde Märchensammlung »Tausendundeine Nacht«? Häufig übersehen wird allerdings die grausame Rahmengeschichte: Ein König beobachtet eines Tages, wie seine Frau ihn mit ihren Sklaven betrügt. Wutentbrannt tötet er sie und schwört als Vergeltung für den Verrat, jede Abend eine Jungfrau zu ehelichen und nach der Hochzeitsnacht hinrichten zu lassen.
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(c) Jan-Pieter Fuhr

Basierend auf dieser Geschichte schrieb der türkische Lyriker und Dramatiker Turgay Nar 1996 innerhalb einer Nacht »Das Spiel der Schahrazad«. Anders als im über 1000 Jahre alten Originalmärchen gibt es in Nars Schauspiel kein Happy End, sondern den Zusammenbruch des Königreichs in einer apokalyptisch anmutenden Welt. Denn als die Sklaven beginnen, als Form subversiven »Protests« ihre jungfräulichen Töchter zu töten, kollabiert das marode gewordene System. Aus Mangel an Sklavinnen lässt sich der König nun die Tochter seines Wesirs, Schahrazad, ins Schlafzimmer führen. Um ihrem unausweichlich scheinenden Todesurteil zu entgehen, erzählt die kluge und mutige Frau dem König eine Geschichte, durch die er mehr über sich selbst erfährt, als ihm lieb ist.

Der in Istanbul lebende Autor Turgay Nar erzählt in großartigen poetischen Sprachbildern, aber auch mit hintersinnigem Humor eine spannende Geschichte über die Folgen zu großen politischen Ehrgeizes, die Grausamkeit unhinterfragter Rituale, die Macht subversiven Widerstands sowie eine Geschichte weiblicher Emanzipation.

Übersetzt von dem in Augsburg lebenden Regisseur und Übersetzer Ferdi Değirmencioğlu ist »Das Spiel der Schahrazad« ab dem 12. Mai in der brechtbühne erstmals in deutscher Sprache zu erleben.

Inszenierung & deutsche Übersetzung Ferdi Değirmencioğlu
Bühnenbild Mitra Nadjmabadi
Kostüme Imme Kachel
Dramaturgie Lutz Keßler & Kathrin Mergel

Schahriyar Anatol Käbisch
Berehut / Wesir Klaus Müller
Schahrazad Linda Elsner
Dunyazad Marlene Hoffmann
Bizeban Thomas Prazak

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