Deutsche Erstaufführung: DIESE MAUER FASST SICH SELBST ZUSAMMEN UND DER STERN HAT GESPROCHEN, DER STERN HAT AUCH WAS GESAGT von Miroslava Svolikovas im Hessischen Landestheater Marburg

Premiere Sa., 19.01.2019, 19.30 Uhr, Theater am Schwanhof, Kleines Tasch

Wer von uns möchte das nicht einmal: Eine Ausschreibung gewinnen. Erste*r sein im Wettlauf um Anerkennung, Posten und Karriere. Drei Figuren treten auf und denken, sie hätten genau das. Gewonnen! Aber wieso alle drei? War es etwa ein Gruppenprojekt? Und was haben sie überhaupt gewonnen? Einen Auftrag, so steht es auf einem mysteriösen Zettel, den ihnen eine noch mysteriösere Putzkraft vorliest. Es gilt, eine Mission zu erfüllen und die Onion zu retten. Moment, eine Zwiebel? Oder etwa Europäische Onion?

Aber wen kann man fragen an diesem Ort, der ein Museum zu sein scheint, denn immerhin gibt es sogenannte Exponate und ein Hologramm, das durch die Ausstellung führt. Dabei ist ihnen auch der einsame, traurige Stern keine Hilfe, der versucht den Zusammenhalt von einst heraufzubeschwören und dafür schließlich auch Waffengewalt einsetzt. So fügen sich die drei Figuren in ihr Schicksal, machen sich akribisch Notizen und hoffen, durch ihre Anstrengung tauglich zu sein für die Mission, ihre Konkurrenz auszustechen und nicht selbst so kurz vorm Ziel doch noch ausgesiebt zu werden. Befinden sie sich also wirklich in einem Museum oder doch in einem Assessment-Center der besonderen Art?

Nach der Uraufführung am Schauspielhaus Wien kommt nun die deutsche Erstaufführung der mehrfach preisgekrönten Autorin Miroslava Svolikova am HLTM. Bereits für ihr erstes Theaterstück erhielt sie 2015 den Retzhofer Dramapreis und ihr neuester Text „Europa flieht nach Europa“ wurde 2018 bei den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin in einer Produktion des Burgtheaters Wien uraufgeführt. Miroslava Svolikova spürt in DIESE MAUER FASST SICH SELBST ZUSAMMEN UND DER STERN HAT GESPROCHEN, DER STERN HAT AUCH WAS GESAGT. mit absurdem Witz und einer atemberaubenden Sprache der Generation Praktikum und der Frage, wie politisch künstlerischer Ausdruck unter ständigem Ausschreibungsdruck sein kann, nach.

Ein Stück für alle Menschen ab 15 Jahren, die schon oder immer wieder studieren. Für alle, die sich positionieren wollen im Transit ihrer Geschichte(n). Und für alle, die Sprache und gedankenvollen Humor lieben.

Regie: Eva Lange
Bühne & Kostüme: Carolin Mittler
Dramaturgie: Lotta Seifert
Theaterpädagogik: Juliane Nowak

Mit: Saskia Boden-Dilling, Philip Heimke, Zenzi Huber, Anna Rausch, Anke Stedingk und Metin Turan

Premierenabend um 19.00 Uhr: Einführung in Anwesenheit der Autorin Miroslava Svolikova

Weitere Artikel