Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Deutsche Erstaufführung: "Gegen die Liebe", Sieben burleske Dramolette von Esteve Soler, Städtische Theater Chemnitz Deutsche Erstaufführung: "Gegen die Liebe", Sieben burleske Dramolette von...Deutsche Erstaufführung:...

Deutsche Erstaufführung: "Gegen die Liebe", Sieben burleske Dramolette von Esteve Soler, Städtische Theater Chemnitz

Premiere: 13. Februar 2015, 20.00 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz, Ostflügel. -----

Ein Mann streitet mit seiner Frau und sie zerspringt in tausend Scherben. Einer jungen Dame ist ihr Ex auf dem Rücken festgewachsen, er ist stocksauer und ihr jetziger Freund darf davon nichts mitbekommen.

Ein Pornoscout sucht die wahre Liebe und ein Herr und eine Dame werden – im Treibsand versinkend – endlich einmal los, was sie dem anderen schon immer sagen wollten …

 

Esteve Soler entführt in sieben aberwitzigen Szenen auf die dunkle Seite der Liebe. Und das aus gutem Grund, denn so einfach – wie durch die rosarote Brille unverbesserlicher Romantiker gesehen – ist es mit der schönsten Sache der Welt nämlich nicht. Da wird gestritten, intrigiert, erpresst, vereinnahmt und verführt. Mit intelligentem Humor und mehr als einem Augenzwinkern nimmt sich der katalanische Autor dieses ewig menschlichen Themas an und lässt unsere allzu wohlmeinende, an Realitätsverlust grenzende Vorstellung von Liebe lustvoll gegen die Wand fahren. Ein Abend für Fortgeschrittene und Feinschmecker in Sachen Zweierbeziehung.

 

Nach Aufführungen in Venezuela, Spanien, Italien, Griechenland, Rumänien, der Schweiz und Österreich präsentiert das Schauspiel Chemnitz „Gegen die Liebe“ als Deutsche Erstaufführung. Solers sieben Dramolette sind Teil eines Zyklus, zu dem außerdem „Gegen die Demokratie“ und „Gegen den Fortschritt“ gehören. Mit ihnen hinterfragt der Autor allzu vertraute und akzeptierte Gewissheiten unserer Tage mit Mitteln des absurden Theaters.

 

Esteve Soler wurde 1976 in L’Hospitalet de Llobregat, Katalonien, geboren und lebt heute in Barcelona. Er studierte Regie und Dramaturgie am Institut del Teatre in Barcelona und gehört zum Autorenkreis der Sala Beckett in Barcelona, an der er auch Stückeschreiben unterrichtet. Seine Trilogie „Gegen den Fortschritt“, „Gegen die Liebe“, „Gegen die Demokratie“ wurde seit 2008 in sechs Sprachen übersetzt und von 30 Regisseuren in verschiedenen Ländern inszeniert. Sie stand 2014 im Theaterfinale des Premios Max, dem bedeutendsten spanischen Theaterpreis. Esteve Soler wurde 2008 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens, 2011 zum International Literature Festival in Berlin sowie zweimal zum französischen Festival La Moussin d‘Été eingeladen.

 

Silke Johanna Fischer (Regie)

arbeitete als Bürokauffrau, in der Altenpflege und in der niederschwelligen Drogenarbeit, bevor sie nach Berlin zog und Theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Isländisch an der Freien und an der Humboldt Universität studierte. Nebenher engagierte sie sich bei zahlreichen Bühnen und freien Projekten, sie arbeitete u. a. als Regie- und Produktionsassistentin für das Gefängnis-Theaterprojekt mit inhaftierten Jugendlichen „EastWestSideStory“. 2010-2013 war sie am Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau als Regieassistentin engagiert und wirkte zudem als Sound-Designerin, Schlagzeugerin, Videokünstlerin, Schauspielerin und Regisseurin. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist sie als Regieassistentin an den Theater Chemnitz engagiert und inszenierte hier äußerst erfolgreich das vorjährige Gewinnerstück des Chemnitzer Theaterpreises für junge Dramatik „Die Erben des Galilei“ von Martin Bauch.

 

Stefan Morgenstern (Bühne und Kostüme)

1960 in Köln geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart. Er studierte Architektur und arbeitet seit 1993 als freier Bühnen- und Kostümbildner vor allem für Tanztheater, aber auch für Opern- und Schauspielproduktionen u. a. an den Staatstheatern Stuttgart, Nürnberg, Saarbrücken und Mainz, dem Nationaltheater Mannheim, der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper, der Volksoper und dem Volkstheater Wien, dem Aalto-Theater Essen, den Landestheatern Klagenfurt, Eisenach, St. Pölten, Linz, Detmold und Esslingen, der Companie De Anima in Rio de Janeiro. 1996 war Stefan Morgenstern Stipendiat an der Akademie Solitude Stuttgart zur Vertiefung der Themen Raum – Bewegung – Musik – Interaktion – Improvisation.

 

Regie: Silke Johanna Fischer

Bühne und Kostüme: Stefan Morgenstern

 

Mit: Bianca Kriel (Prinzessin, Putzfrau 2, Freundin 2, Dame), Magda Decker (Putzfrau 1, Freundin 1, Mädchen), Grégoire Gros (Er, Herr 1, Mann), Fabian Jung (Bauer, Junge, Herr 2)

 

Die nächsten Vorstellungen:

14. und 20. Februar sowie 7. März, jeweils 20.00 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 19 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

"Krabat", Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler von Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Das 2013 in Stuttgart uraufgeführte Handlungsballett „Krabat“ nach dem beliebten Roman von Ottfried Preußler, in dem er eine sorbische Sage verarbeitet, hatte jetzt an der Deutschen Oper am Rhein…

Von: Dagmar Kurtz

Rocky Horror Picture Show trifft auf Homer

Heftiges Klopfen an der Tür. Es ist nicht der verstorbene Komtur, sondern ein junges Paar, das Einlass begehrt. In ihrer Inszenierung des „Don Giovanni“ für die Deutschen Oper am Rhein“ nutzt Karoline…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Schein

Täuschungen über Täuschungen, Doppelmoral und Betrug. In der Operette „Die Fledermaus“ macht jeder jedem etwas vor, allein die schwungvolle Musik mit Wiener Walzerseligkeit täuscht darüber hinweg und…

Von: Dagmar Kurtz

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑