Deutschsprachige Erstaufführung: "Start Up" von Roland Schimmelpfennig in Mannheim

Premiere 14. Oktober 2007 um 20.00, Studio Werkhaus des Nationaltheaters Mit Bildern aus amerikanischen Westernfilmen im Kopf durchqueren Rob, Micha und Kati im VW-Bus die Prärie. Drei Freunde aus Berlin im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Am Stadtrand einer US-amerikanischen Kleinstadt wollen sie einen Laden anmieten, um ein Theater zu gründen. Kulturimport aus dem alten Europa, geistige Nahrung statt Fast Food, das ist ihre Geschäftsidee.

In Amerika bekäme zwar jeder seine Chance, erklärt ihnen der Immobilienmakler Ike. Aber hier regiere das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Das einzige, was in diesem Kaff funktioniert, ist eine Würstchenbude oder eine Videothek. Vom künstlerischen Anspruch kann man sich nichts kaufen. Und Ike muss Geld verdienen, um die Zähne seiner Tochter zu sanieren, „denn mit den richtigen Zähnen, kann man in diesem Land alles erreichen.“

Roland Schimmelpfennig jongliert in seiner intelligenten Komödie mit den Kino-mythen und Amerikabildern in unseren Köpfen und wirft einen erfrischend unkonventionellen Blick auf die Beziehungen zwischen den USA und dem alten Europa. Das Stück konfrontiert deutsche Überheblichkeit mit amerikanischem Pragmatismus und stellt die Frage, ob nicht die Berliner Freunde mit ihrem umgekehrten Marshallplan die eigentlichen Kulturimperialisten sind.

Start Up ist als Auftragswerk für das German Theater Abroad (GTA) entwickelt worden. Es ist Teil des „Road Theater“-Projektes, gefördert aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes und dem Transatlantik-Programm der Bundesrepublik Deutschland (European Recovery Program). Uraufführung: 12. Oktober, NYC, New York, USA.

Inszenierung

Burkhard C. Kosminski

Bühne

Florian Etti

Kostüme

Sabine Blickenstorfer

Musik

Hans Platzgumer

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