"Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller im Hessischen Staatstheater Wiesbaden

Premiere Samstag, den 21.09.2013, 19.30 Uhr, Großes Haus. ----- Seit langem befindet sich Frankreich in einem zermürbenden Krieg mit England. Eine entscheidende Schlacht bei Orleans steht bevor. Doch der französische Thronerbe Karl ist kriegsmüde. Da erscheint aus dem Nichts das Bauernmädchen Johanna und führt die französischen Truppen von Sieg zu Sieg.
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Als sie sich jedoch in den englischen Offizier Lionel verliebt, wird sie von Schuldgefühlen geplagt. Überdies wird sie im Moment ihres größten Triumphes (Karl wird zum König gekrönt) von ihrem eigenen Vater der Hexerei beschuldigt. Sie schweigt zu den Vorwürfen und wird verbannt. Ohne Johanna erweist sich die politische Macht des neu gekrönten Königs jedoch als äußerst instabil. Johanna greift in die Entscheidungsschlacht ein, führt den Sieg herbei und stirbt.

Schillers romantische Heldin ist eine ambivalente Figur zwischen grausamer Amazone, religiöser Eiferin und kindlich-reiner Erlöserin.

Als Schiller ‚Die Jungfrau von Orleans‘ schreibt, herrscht Napoleon in Frankreich. Der Umbruch zum 19. Jahrhundert bringt das Verhältnis von Bürger, Herrscher und Staat in neue, ungeklärte Verhältnisse. In seiner Jenaer Antrittsvorlesung bringt Schiller die Frage der Zeit auf den Punkt: ‚Wer sind wir jetzt?‘

Und wer sind wir heute? Spielball wahnsinnig gewordener Finanztransaktionen? Bürger eines utopielos gewordenen Westens, der den religiösen Fanatismen keine Vision entgegenzusetzen hat? Zuschauer in einem Welttheater, dessen ‚Helden‘ ihre Macht längst dem Diktat der Ökonomie unterworfen haben? Brauchen wir neue Helden, die das Vakuum an Entwürfen mit radikaler Tatbereitschaft füllen?

Tilman Gersch, fester Regisseur und Mitglied der Schauspielleitung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, befragt Schillers romantische Tragödie auf ihre heutige Sprengkraft. Er hat viele Aufführungen am Staatstheater realisiert: ‚Faust‘ von Goethe und ‚FaustIn and out‘ von Jelinek, ‚Leonce und Lena‘ von Büchner, ‚Der Turm‘ nach Uwe Tellkamp, ‚Familie Schroffenstein‘ und viele andere.

Inszenierung Tilman Gersch

Bühne und Kostüme Ariane Salzbrunn

Musik Bernd Jestram

Dramaturgie Dagmar Borrmann

Mit:

Karl der Siebente / Schwarzer Ritter / Köhler Hanns Jörg Krumpholz

Isabeau / Margot Monika Kroll

Agnes Sorel / Louison / Köhlerweib Franziska Beyer

Herzog Burgund / La Hire / Claude Marie Stefan Kaminsky

Graf Dunois / Talbot Stefan Schießleder

Lionel / Rauol / Etienne / Köhlerbub Nils Kreutinger

Montgomery / Raimond / Ein Ritter Benjamin Kiesewetter

Thibaut d'Arc / Ratsherr / Chatillon / Hauptmann Benjamin Krämer-Jenster

Johanna d'Arc Sybille Weiser

Donnerstag, den 26.09.2013, 19.30 Uhr

Dienstag, den 08.10.2013, 19.30 Uhr

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