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"Die Jungfrau von Orleans" von Friedrich Schiller, Theater Hof

PREMIERE Freitag, 1. April 2016, Großes Haus. -----

Seit fast 100 Jahren herrscht Krieg. Frankreich liegt verwüstet, ausgeblutet darnieder. Niemand glaubt mehr an ein Ende des ewigen Schlachtens. Alle Städte sind von einer mächtigen Koalition aus englischen Truppen und französischen Überläufern erobert.

Der französische Thronfolger will kapitulieren. Da taucht plötzlich das Bauernmädchen Johanna auf, das die Schafe ihrer Familie hütet und unter Bäumen mit den Wurzeln der Pflanzen spricht. Eines Tages vernimmt sie Stimmen, die sie ermutigen, als Waffe Gottes hinaus in die Welt zu gehen.

 

Johanna nimmt den Auftrag an und schwört der irdischen Liebe ab. In göttlichem Auftrag will sie Frankreich aus der Macht der Engländer befreien und den Thronfolger zur Krönung nach Reims führen. Sie stellt sich an die Spitze des belagerten Heeres. In mehreren Schlachten führt sie die französischenTruppen mit kriegerischer Begeisterung und unerbittlicher Härte zum Sieg. Johanna, die Jungfrau Gottes, wird Hoffnungsträgerin, Heldin, Gotteskriegerin und Ikone.

 

Die historische Jeanne d’Arc wird 1431 nach einem Inquisitionsprozess als Hexe verbrannt. Sie steigt zur Nationalheiligen Frankreichs auf und wird 1920 heilig gesprochen. Auch heute gibt es kriegerische Jungfrauen, die, ob im Dienste der Kurden oder tschetschenischer Extremisten, für ihren Glauben in den Krieg ziehen. Sie passen in kein weltliches System. Irdische Macht bedeutet ihnen nichts. Das Drama um die jugendliche Kriegerin erzählt von Gerechtigkeit und politischem Kalkül, von Glaube und Extremismus.

 

„Die Jungfrau von Orleans“ passt ideal in die Spielzeit 2015/16 des Theaters Hof, in der die Themen Glauben und Wissen den roten Faden bilden. Nach dem vieldiskutierten und –besuchten Erfolg von „Des Teufels General“ in der letzten Saison, kehrt die aufstrebende Regisseurin Sapir Heller an die Saale zurück, um den berühmten Klassiker von Friedrich Schiller zu inszenieren. Beachtliche Theaterproduktionen hat sie zwischenzeitlich in der Bayerischen Staatsoper in München („Stadt der Frauen“ als 12–Stunden Happening), am Maxim-Gorki-Theater in Berlin („Glitsch-Gott die Erlösung“ als Uraufführung) und im Zimmertheater Tübingen („Auch Deutsche unter den Opfern“ über die NSU-Mordserie) abgeliefert.

 

Sapir Heller debütierte in Hof im Rahmen der Kooperation mit der August-Everding Theaterakademie, München als Regiestudentin mit dem Knef-Abend „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ und kehrte nach ihrem Abschluss mit Zuckmayers „Des Teufels General“ zurück. „Die Jungfrau von Orleans“ ist ihre dritte Hofer Produktion.

 

Inszenierung Sapir Heller

Bühne und Kostüme Ursula Gaisböck

Dramaturgie Thomas Schindler

Regieassistenz und Abendspielleitung Kristoffer Keudel // Ewelina Kukushkina

Inspizienz Reinhard Steinert

Souffleuse und Produktionsassistenz Kayda Bryant

Regiehospitanz Esra Karyagdi

 

Johanna Marina Schmitz

Karl der Siebente, König von Frankreich Oliver Hildebrandt

Chor Dominique Bals

Philipp Brammer

Jörn Bregenzer

Ralf Hocke

Peter Kampschulte

Julia Leinweber

Anja Stange

Marco Stickel

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