DIE KRÖNUNG DER POPPEA (L'INCORONAZIONE DI POPPEA) von Claudio Monteverdi - Theater Bielefeld

PREMIERE 10.06.17, 19:30 Uhr, Stadttheater. -----Ein Reich am Rande des Abgrunds: Von außen wie von innen ist Kaiser Nerones Herrschaft bedroht. Und dennoch bleibt die Anziehungskraft der Macht ungebrochen. Brennend vor Ehrgeiz umgarnt Poppea denHerrscher, um den Platz an seiner Seite zu erobern – auch wenn die Nähe des unberechenbaren Tyrannen durchaus Gefahren birgt.
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Unglücklicherweise stehen sowohl Nerones Ehefrau Ottavia als auch sein Lehrer, der Philosoph Seneca, Poppeas skrupellosen Aufstieg zu Liebe und Macht im Weg und sind keineswegs gewillt, ihre gehobenen

Positionen kampflos aufzugeben. Im Gegenteil: Angesichts des drohenden persönlichen wie politischen Untergangs klammert sich jeder an seine schwindenden Privilegien und verteidigt sie um jeden Preis.

Zum ersten Mal in der noch jungen Geschichte des Musiktheaters brachte Claudio Monteverdi mit Die Krönung der Poppea – anstelle eines mythischen – einen historischen Stoff auf die Opernbühne. Die

intrigenreiche Handlung erzählt von Erotik, Macht und Moral sowie ihrem Missbrauch – Themen, die heute noch genauso brisant sind wie bei der Uraufführung vor fast 400 Jahren und wie in der römischen

Antike, in der die Oper spielt.

2017 gilt es, ein wichtiges Jubiläum der Musikgeschichte zu begehen: Zum 450sten Mal jährt sich der Geburtstag Monteverdis, der schon zu Lebzeiten als »Göttlicher Claudio« und »Orakel der Musik« bezeichnet wurde. Wie verdient diese Beinamen sind, beweist Die Krönung der Poppea in aller Nachdrücklichkeit. Dieser frühe Beitrag zur Operngeschichte weist weit über die eigene Zeit hinaus auf ein durchkomponiertes Gesamtkunstwerk, in dem Musik, Wort und Dramaturgie eine vollkommene Einheit bilden.

Überraschend modern wirken die ausgefeilte psychologische Motivierung aller Charaktere, die geradezu filmische Überblendung der Szenen und das engmaschige Netz an dramaturgischen Vor- und

Rückbezügen. Auch wenn Monteverdi nicht davor zurückschreckt, die kalt-berechnende Erotik Poppeas, die kindische Brutalität Nerones oder die selbstgefällige Moral Senecas auszustellen, denunziert er seine

Figuren jedoch nie und wertet nicht. Er entwirft lediglich ein Kaleidoskop menschlicher Verhaltensweisen. Statt von Göttern oder dem Schicksal, wie in den vorher entstandenen Opern, wird in Monteverdis letztem Werk der Mensch von seinen Trieben beherrscht. Nur folgerichtig, dass der Komponist es ablehnte, die Oper mit der vom Librettisten Giovanni Francesco Busenello vorgesehenen Apotheose enden zu lassen, und stattdessen ein Liebesduett einforderte, das in seiner erotischen

Anziehungskraft lange unübertroffen blieb.

Opera musicale // Libretto von Giovanni Francesco Busenello // In

italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung

Merijn van Driesten

Inszenierung

Nadja Loschky

Bühne

Ralf Käselau

Kostüme

Gabriele Jaenecke

Dramaturgie

Yvonne Gebauer // Anne

Christine Oppermann

Poppea Cornelie Isenbürger

Nerone Ray Chenez

Nerones Vertrauter Thomas Wilhelm

Drusilla Nienke Otten

Ottavia Melanie Kreuter

Fortuna / Arnalta Katja Starke

Virtù / Die Amme Nohad Becker

Amor / Damigella Dorine Mortelmans

Valletto Hasti Molavian

Ottone Evgueniy Alexiev

1. Soldat Dumitru-Bogdan Sandu

2. Soldat Vladimir Lortkipanidze

Liberto / Lucano Lianghua Gong

Seneca Moon Soo Park

Mercurio / Liktor Caio Monteiro

Angehörige des Seneca Lianghua Gong / Krzysztof Gornowicz /

Lutz Laible / Seung-Koo Lim / Vladimir

Lortkipanidze / Caio Monteiro / Ramon

Riemarzik / Carlos Rivas / Dumitru-

Bogdan Sandu

Konsuln Lianghua Gong / Seung-Koo Lim /

Dumitru-Bogdan Sandu / Krzysztof

Gornowicz / Carlos Rivas

Tribune Lutz Laible / Caio Monteiro / Ramon

Riemarzik

Amori Nohad Becker / Dorine Mortelmans /

Nienke Otten / Katja Starke

Die nächsten Vorstellungen

20.06., 30.06., 02.07., 05.07., 11.07.17

Karten

0521 / 51 54 54

www.theater-bielefeld.de

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