Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
„Die Letzten“ von Maxim Gorki im Schauspiel Köln „Die Letzten“ von Maxim Gorki im Schauspiel Köln „Die Letzten“ von Maxim...

„Die Letzten“ von Maxim Gorki im Schauspiel Köln

Premiere 25. Mai 2013, EXPO 1. -----

Der Polizeichef Iwan Kolomizew – scheint es – ist am Ende. Pleite, vom Dienst suspendiert, der Welt verhasst, hat er sich mit der Familie bei seinem Industriellen-Bruder eingenistet.

Seitdem ein terroristisches Attentat auf ihn verübt wurde, dem er nur knapp entgehen konnte, sind die Zeitungen voll von seinen Gräueltaten: Folter, Mord, Korruption waren unter seiner Führung an der polizeilichen Tagesordnung. Ein Unmensch. Wie lässt es sich mit einem solchen Vater leben? Sein ältester Sohn Alexander tritt in seine Fußstapfen und schlägt die Polizeilaufbahn ein, genau wie er. Die Lieblingstochter Nadeshda übt sich in Bestechung, Betrug und Verrat. Der verkrüppelten und ungeliebten Tochter Ljubow bleibt nur die Flucht in Zynismus und Hartherzigkeit, während die jüngsten Geschwister Pjotr und Wera von der Wirklichkeit nichts wissen wollen und sich an familiäre Scheinwelten klammern.

 

Die Mutter Sofja vertuscht und verdrängt. Der Onkel Jakow läßt sich ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Gnadenlos und grausam im Umgang miteinander halten sie doch alle mit einer Unbedingtheit am Clan fest, dessen Macht es vor der sich anbahnenden Revolution zu schützen gilt.

 

Gorki schrieb »Die Letzten« 1908 auf Capri im Exil. Das Stück thematisiert die zaristische Gewaltherrschaft und die Verkommenheit der adligen Herrscherschicht. „Besonders argwöhnisch, besonders misstrauisch ist meine Einstellung zum Menschen an der Macht, ein Sklave von gestern wird er zum zügellosesten Despoten, sobald er die Möglichkeit bekommt, Herrscher über seine Nächsten zu sein“ schreibt Gorki. Russland war bereits von revolutionären Unruhen erschüttert, und Gorki, der seine Heimat wegen Beteiligung an Protestaktionen hatte verlassen müssen, entwirft das düstere Szenario einer sich durch Korruption, Amtsmissbrauch und Gewalttätigkeit zersetzenden Gesellschaft.

 

Iwan: Markus John

Sofja: Julia Wieninger

Jakov: Samuel Weiss

Alexander: Tim Porath

Nadeshda: Anja Laïs

Ljubow: Lina Beckmann

Pjotr: Jan-Peter Kampwirth

Wera: Marie Rosa Tietjen

Doktor Leschtsch: Robert Dölle

Jakorew: Renato Schuch

Fedossja / Frau Sokolowa: Marina Frenk

 

Regie: Sebastian Nübling

Bühne: Muriel Gerstner

Kostüme: Amit Epstein

Musik: Lars Wittershagen

Dramaturgie: Sybille Meier

 

 

So 26.05./ 19.30 Uhr

EXPO 1

AUSVERKAUFT

Di 28.05./ 19.30 Uhr

EXPO 1

AUSVERKAUFT

Mi 29.05./ 19.30 Uhr

EXPO 1

AUSVERKAUFT

Mi 05.06./ 19.30 Uhr

EXPO 1

Do 06.06./ 19.30 Uhr

EXPO 1

Fr 07.06./ 19.30 Uhr

EXPO 1

AUSVERKAUFT

Sa 08.06./ 19.30 Uhr

EXPO 1

So 09.06./ 16.00 Uhr

EXPO 1

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑