Die neue Künstlerische Leitung des Theaters Augsburg

Mit André Bücker bekommt das Theater Augsburg ab der Spielzeit 2017/18 einen neuen Intendanten. Von 2005 bis 2008 bereits als Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters in Halberstadt/Quedlinburg tätig, wirkte er zuletzt fünf Jahre lang als Generalintendant am Anhaltischen Theater Dessau. Zudem doziert er an der Fakultät für Theaterwissenschaft/Weiterbildung Theater- und Musikmanagement an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
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Von 2011 bis 2013 war er Initiator und Künstlerischer Leiter des Internationalen Musikfestivals »Himmel auf Erden« in Wittenberg unter der Schirmherrschaft von Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Seine letzte Spielzeit am Anhaltischen Theater Dessau (2014/15) wurde mit dem neu geschaffenen Theaterpreis des Bundes von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit einem Preisgeld von 80.000 € ausgezeichnet.

André Bücker versteht das Theater als Ort des Diskurses, in dem aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen thematisiert werden. Die Sanierung des Großen Hauses in Augsburg und das Ausweichen auf Interimsspielstätten nimmt er als positive Herausforderung wahr, als Chance für Aufbruch, Umbruch und Öffnung zur Stadt.

Neuer Operndirektor des Theater Augsburg ab der Spielzeit 2017/18 wird Daniel Herzog. Er stammt aus einer Theaterfamilie und ist seit über 25 Jahren im Musiktheater tätig, u. a. in Kassel, Dortmund, Darmstadt, Kiel, Trier und Kaiserslautern – anfangs als Regieassistent und seit 1999 als Regisseur. Zuletzt hat Daniel Herzog seit der Spielzeit 2012/13 als Künstlerischer Betriebsdirektor, Chefdisponent und Stellvertreter des Intendanten am Pfalztheater Kaiserslautern gearbeitet.

Sophie Walz verstärkt das Musiktheater und das Ballett des Theater Augsburg künftig als Leitende Musiktheaterdramaturgin. Nach ihrem Studium der Musiktheaterdramaturgie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bayerischen Theaterakademie August Everding folgten u. a. Engagements als Dramaturgin am Anhaltischen Theater Dessau sowie als Leitende Dramaturgin für Musiktheater, Ballett und Konzert am Theater Plauen-Zwickau.

Im Schauspiel übernimmt ein Team die Künstlerische Leitung: Lutz Keßler als Leitender Dramaturg, Sabeth Braun (Dramaturgin), Nicole Schneiderbauer (Hausregisseurin) und David Ortmann (Hausregisseur).

Lutz Keßler wirkte nach seinem Studium der Theaterwissenschaft als Dramaturg am Nationaltheater Weimar sowie als Chefdramaturg am Deutschen Theater in Göttingen. Ferner unterrichtete er im Rahmen von Lehraufträgen an der Hochschule der Bildenden Künste in Dresden, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg. Zuletzt lebte und arbeitete er als freier Regisseur, Dramaturg und Theaterwissenschaftler in Frankfurt am Main.

Sabeth Braun arbeitete u. a. als Dramaturgin für Schauspiel und Puppentheater am Anhaltischen Theater Dessau. 2016 leitete sie zusammen mit David Ortmann das Presse- und Dramaturgiebüro des Festivals junger Künstler Bayreuth.

Der neue Hausregisseur David Ortmann begann seine Laufbahn als Regieassistent. Als Regisseur hat er seit 2007 über dreißig Stücke inszeniert, darunter am Anhaltischen Theater Dessau, an den Bühnen Halle, am Theater Wismar und bei mehreren Festivals. Leitungserfahrung sammelte er u. a. als Spielstättenleiter des »Alten Theaters« Dessau. Neben der klassischen Regiearbeit entwickelt David Ortmann regelmäßig ungewöhnliche Theaterformate, so auch den »Tatort Augsburg«.

Auch Nicole Schneiderbauer wird feste Hausregisseurin und zudem Ansprechpartnerin für die Freie Szene und die interdisziplinäre Plattform »Plan A«. Nach ihrem Studium war sie zunächst als Regieassistentin am Nationaltheater Mannheim tätig, wo auch ihre ersten eigenen Inszenierungen entstanden. 2011 gründete sie mit Isabelle Barth das Künstlerkollektiv barth&schneider, das sich mit seinen Arbeiten im Grenzbereich zwischen Schauspiel, Choreografie und Performance bewegt. Seit 2012 arbeitete sie als freiberufliche Regisseurin an verschiedenen Theatern und in der freien Szene.

Ricardo Fernando kommt als neuer Ballettdirektor und Chefchoreograf nach Augsburg. Seine Frau Carla Silva unterstützt ihn als seine Stellvertreterin und Erste Choreografische Assistentin.

Ricardo Fernandos Karriere startete 1993 in Bremerhaven mit einem sieben Jahre dauernden Engagement als choreografierender Ballettdirektor. Hier rief er eine der ersten Benefiz-Aids-Tanz-Galas in Deutschland ins Leben. Es folgten Anstellungen in gleicher Position in Chemnitz, Pforzheim und Regensburg. Seit 2003 war er Ballettdirektor am Theater Hagen, das unter seiner 14 Jahre dauernden Leitung auch große internationale Erfolge feiern konnte. 2015 wurde er mit dem Anerkennungspreis des »Deutschen Tanzpreises« ausgezeichnet.

Der ungarische Dirigent und ehemalige Generalmusikdirektor der Staatsoper Budapest Domonkos Héja bleibt dem Theater Augsburg als Generalmusikdirektor erhalten.

Die Theaterpädagogik wird »verdoppelt«. Die Abteilung erhält durch die Schaffung einer neuen Stelle Verstärkung von Imme Heiligendorff, die zuvor am Anhaltischen Theater Dessau tätig war.

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