"Die Passagierin", Oper von Mieczysław Weinberg in der Semperoper Dresden

Premiere Samstag 24. Juni 2017, 19:00 Uhr. -----»Wenn eines Tages eure Stimmen verhallt sind, dann gehen wir zugrunde«, ruft sich Marta am Ende von Weinbergs »Die Passagierin« ihre Verantwortung ins Gedächtnis und gedenkt damit all jener, die im KZ Auschwitz umgebracht wurden.
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Sie selbst war als junge Frau dem Todeslager entkommen. Jahre später begegnet die ehemalige SS-Aufseherin Lisa auf einer Schiffsreise einer Passagierin, in der sie die damals internierte Marta erkennt. Für Lisa dringt schlagartig die sorgfältig verschwiegene Vergangenheit in die angestrengt befriedete Gegenwart ein und ruft ihr ihre Rolle im KZ in Erinnerung: Damals versuchte sie Marta zu ihrem Spielball zu machen, um sie schließlich doch dem Tod auszuliefern.

Basierend auf der autobiografischen Novelle der polnischen Autorin Zofia Posmysz vollendete Mieczysław Weinberg 1968 seine heute bekannteste Oper über Verdrängung, Schuldgefühle und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Erst 2006 fand die Uraufführung dieses Werkes statt, das in so klaren Bildern und Worten die Schrecken des Konzentrationslagers vorführt, wie sie bisher kaum in einem Bühnenstück dargestellt wurden. In die intensive Atmosphäre von Weinbergs dunklen, zwölftönigen Orchesterklängen brechen wie Hoffnungsschimmer lyrische Passagen, die von der Vergangenheit und dem Leben nach Auschwitz erzählen – einem Leben, das die meisten Gefangenen nicht mehr erfahren sollten. Was überdauert, sind die Erinnerungen an die Ermordeten, auf denen Weinberg ein eindringliches Mahnmal gegen das Verschleiern und Vergessen errichtet.

Oper in zwei Akten, acht Bildern und einem Epilog von Mieczysław Weinberg Libretto von Alexander Medwedew nach der gleichnamigen Novelle von Zofia Posmysz

Mehrsprachig mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung Christoph Gedschold

Inszenierung Anselm Weber

Szenische Einstudierung Corinna Tetzel

Bühnenbild Katja Haß

Kostüme Bettina Walter

Licht Olaf Winter

Video Bibi Abel

Chor Jörn Hinnerk Andresen

Dramaturgie Norbert Abels

Lisa Christina Bock

Walter Jürgen Müller

Marta Barbara Dobrzanska

Tadeusz Markus Butter

Katja Emily Dorn

Krystina Ewa Zeuner

Vlasta Lucie Ceralová

Hannah Anna Borucka

Yvette Larissa Wäspy

Bronka Franziska Gottwald

Alte Sabine Brohm

Erster SS-Mann Matthias Henneberg

Zweiter SS-Mann Michael Eder

Dritter SS-Mann Tom Martinsen

Älterer Passagier André Eckert

Oberaufseherin Angela Liebold

Kapo Hannelore Koch

Steward Timothy Oliver

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Sächsische Staatskapelle Dresden

Eine Kooperation mit der Oper Frankfurt

Jun 2017

Fr 30.

Jul 2017

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