Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Die Troerinnen des Euripides in InnsbruckDie Troerinnen des Euripides in InnsbruckDie Troerinnen des...

Die Troerinnen des Euripides in Innsbruck

Schauspiel von Jean-Paul Sartre

Premiere am 23.9.2007 um 20.00 Uhr, Tiroler Landestheater, Kammerspiele

 

Troja ist zerstört. Durch die List mit dem „Trojanischen Pferd“ ist es den Griechen endlich gelungen, die Stadt einzunehmen.

„Die Trojaner sind tot. Alle. Hier kommen die Troerinnen.“ Im Stück wird nun das Schicksal der zurückbleibenden Frauen verhandelt. Nicht genug, daß sie Gatten, Söhne, Freunde verloren haben, jetzt werden sie verteilt unter den Griechen, wie Sklavinnen, wie Vieh. Hekuba, die stolze Königin von Troja, Andromache, die treue Frau Hektors und Kassandra, die geweihte Jungfrau mit der Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen. Was sie sieht ist grausam und wahr. Niemand wird überleben. Auch die Sieger nicht. Nicht einmal das Kind, Astyanax, denn er könnte der nächste Rächer sein. So stirbt auch die letzte Hoffnung. Das Morden wird kein Ende haben.

 

Der Krieg geht immer weiter. „Der Krieg, wir wissen heute, was das bedeutet: Ein Atomkrieg wird weder Sieger noch Besiegte übriglassen. Genau das demonstriert das ganze Stück: Die Griechen haben Troja zerstört, aber sie werden keinen Vorteil aus ihrem Sieg gewinnen...“ (Jean-Paul Sartre)

Sartres Bearbeitung des antiken Dramas von Euripides verschärft dessen Kriegsanklage. Unter dem Eindruck des Algerienkrieges 1965 geschrieben, zeigt es Parallelen auf zwischen der alten Kolonialmacht Athen und dem modernen Europa, zwischen der Zerstörung Trojas und der Vernichtung der Menschheit.

 

Männer von Europa!

Ihr verachtet Asien und Afrika und bezeichnet uns, glaub ich, als Barbaren.

Aber wenn Ruhmsucht und Habgier euch herlocken zu uns, dann plündert ihr, dann foltert ihr, dann metzelt ihr nieder. Wer also ist hier der Barbar?

 

Regie:Barbara Neureiter

Bühne und Kostüme: Dorit Lievenbrück

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑