"Die Zehn Gebote" nach den Filmen von Krzysztof Kieślowski im Volkstheater Wein

Premiere FR 15. DEZ 2017 19.30

Von den Zehn Geboten ist in dieser Welt keine Rede. Zwar ist die katholische Kirche mit ihren Ritualen gut präsent, bei der individuellen Krisenbewältigung bleibt sie jedoch unsichtbar. Die fällt auch ohne biblische Vorschriften schwer genug. Diebstahl, Ehebruch, Besitzgier, Falschaussage, Mord… In jeder der zehn Geschichten vom wahren Leben, die Krzysztof Kieślowski vor uns aufblättert, wird eins der biblischen Zehn Gebote folgenschwer übertreten – und sei es ein so scheinbar harmloses wie das Heiligen des Feiertags. Dabei sind die Gebote selten ausgesprochen und niemandem bewusst. Regie führt immer der Zufall, in tragischen wie in komischen Situationen.
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(c) Lupi Spuma

Kieślowski zeigt, wie schwer es ist, in einer Welt, in der Gott tot ist und die Ideologien am Ende, eigene Maßstäbe zu entwickeln. Die zehn einstündigen Geschichten aus einer Warschauer Trabantensiedlung der späten 1980er-Jahre behandeln Fragen der Moral, ohne selbst moralisch zu sein. Sein einziges Thema darin, so Kieślowski, sei die Leidenschaft. Auch das macht seinen Dekalog (so der Originaltitel der zehn Filme) zeitlos gültig und ergreifend.

Regisseur Stephan Kimmig, nach längerer Pause wieder in Wien und erstmals am Volkstheater, verbindet die einzelnen packenden Storys zu einer gemeinschaftlichen Suche nach Halt und Orientierung. In drei Stunden begegnen einander sieben Schauspieler und zwei Kinder in mehr als dreißig Rollen …

Drehbuch von Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Piesiewicz
Bühnenbearbeitung von Stephan Kimmig und Roland Koberg
 

  • Regie Stephan Kimmig
  • Bühne Oliver Helf
  • Kostüme Anja Rabes
  • Musik Michael Verhovec
  • Licht Paul Grilj
  • Dramaturgie Roland Koberg
     

Mit Gábor Biedermann, Peter Fasching, Anja Herden, Lukas Holzhausen, Nadine Quittner, Seyneb Saleh, Jutta Schwarz, Jan Thümer, Leonhard Baumgartner/Oskar Salomonowitz, Johanna Baumgartner/Maila Otto

mit englischen und polnischen Übertiteln/with English and Polish supertitles/z angielskimi i polskimi napisami
 

  • FR 22. DEZ 2017 19.30   DO 28. DEZ 2017 19.30
  • FR 05. JÄN 2018 19.30    SO 07. JÄN 2018 15.00

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Kieślowski Special

AUSSTELLUNG Spuren und Erinnerung

Krzysztof Kieślowski, der bedeutende polnische Filmemacher (1941–1996), hat wie kein anderer das private Leben im politischen Zeitalter erforscht. Wie viel Persönliches von ihm in seinen Filmen steckt, etwa in den Hauptwerken Drei-Farben-Trilogie, Die zwei Leben der Veronika und Dekalog, wollte er nicht preisgeben. Trotzdem bzw. umso mehr lohnt es sich, Einblick zu nehmen: Weggefährten (wie der Ko-Autor seiner Drehbücher, Krzysztof Piesiewicz), Filminstitute und Familienmitglieder haben ihre Archive geöffnet und für das deutschsprachige Publikum eine eindrucksvolle Schau an Dokumenten und Zeugnissen zusammengestellt.
Ausstellung im oberen Rangfoyer des Volkstheaters (Hinweisschilder beachten!). Geöffnet an jedem Spieltag ab 1 Stunde vor Beginn bis nach Ende der Vorstellung. Dauer der Ausstellung bis Ende Jänner 2018. - Vernissage, Mittwoch, 22. November, 18.30 Uhr
 

PATSCHEN-KINO Zehn Gebote in zehn Folgen
 

Kieślowski hat seinen Dekalog (Die Zehn Gebote) für die Bildschirme konzipiert. Zehn Gebote in zehn Folgen zur besten Sendezeit im nationalen Fernsehen 1988/89. Im Vorfeld von Stephan Kimmigs neuer Bühnenfassung von Kieślowskis Drehbüchern gibt es die zehn einstündigen Filme in der Roten Bar zu sehen – an jedem Vorstellungstag einen anderen, in einem eigens eingerichteten Fernsehraum, einem Patschen-Kino mit Sofa und Couchtisch, Selbstbedienung an der Bar.

Termine

  • Freitag, 1. Dezember Eins
  • Samstag, 2. Dezember Zwei
  • Sonntag, 3. Dezember Drei 
  • Dienstag, 5. Dezember Vier
  • Donnerstag, 7. Dezember Fünf
  • Freitag, 8. Dezember Sechs
  • Samstag, 9. Dezember Sieben
  • Sonntag, 10. Dezember Acht (Beginn 13.45 Uhr)
  • Dienstag, 12. Dezember Neun
  • Donnerstag, 14. Dezember Zehn
  • Rote Bar, Beginn 18.15 Uhr, freier Eintritt
     

Ausstellung mit Patschen-Kino in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Wien und dem Museum für Kinematografie in Łódź

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