Dmitri D. Schostakowitsch "Die Nase", Oper nach der Erzählung von Nikolai W. Gogol, Komische Oper Berlin

Premiere: Sonntag, 16. Juni 2018 | 19 Uhr

Eines schönen Morgens nach durchzechter Nacht muss Kollegienassessor Kowaljow erschrocken feststellen, dass ihm seine Nase abhanden gekommen ist. Verzweifelt macht er sich auf die Suche. Eine andauernde Nasenlosigkeit würde das gesellschaftliche Aus für ihn bedeuten! In der Kathedrale glaubt er, seiner Nase zu begegnen, doch kann er sie nicht überzeugen, bei ihm zu bleiben.
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(c) Jan Windszus

Von allen verspottet und verlacht, jagt Kowaljow wie in einem Albtraum dem unabhängig gewordenen Körperteil hinterher, bekommt es jedoch nie zu fassen. Endlich wird ihm die Nase vom Polizeioberhauptmeister höchstpersönlich zurückgebracht, doch will sie nicht im Gesicht haften bleiben! Nach weiteren demütigenden Erfahrungen befindet sich der widerspenstige Gesichtserker schließlich so plötzlich, wie er verschwunden war, wieder an seinem Platz – wo er hoffentlich auch bleibt.

Steppende Nasen, fahrende Rikscha-Tische, knallbunte Kostüme zwischen Folklore und Historismus in einem kühlen, trotz seiner Größe klaustrophobisch wirkenden Raum – Barrie Kosky inszeniert die surrealistische Geschichte um die Verlustängste und die Paranoia eines kleingeistigen Emporkömmlings als revueartiges Kaleidoskop der Eitelkeiten, eine verstörende Mischung aus Wozzeck und Alice im Wunderland.

Als Don Giovanni gibt er den exaltierten bösen Clown, als jugendlicher Onegin verspielt er sein Liebesglück – nun zeigt Ensemblemitglied Günter Papendell eine weitere Facette seines Könnens: als eitler, nasenloser Kollegienassessor Kowaljow in Dmitri Schostakowitschs eigenwilliger Vertonung der grotesk-absurden Erzählung von Nikolai Gogol. Barrie Koskys umjubelte Debüt-Inszenierung am Royal Opera House Covent Garden ist nach einer Zwischenstation in Sydney nun auch in Berlin zu erleben.

nach der gleichnamigen Erzählung von Nikolai W. Gogol [1930]

Libretto von Dmitri D. Schostakowitsch, Jewgeni I. Samjatin, Georgi D. Ionin und Aleksandr G. Preis
Deutsche Textfassung von Ulrich Lenz
Koproduktion mit The Royal Opera House Covent Garden, der Opera Australia und dem Teatro Real, Madrid

Musikalische Leitung
   Ainārs Rubiķis
Inszenierung
   Barrie Kosky
Choreographie
   Otto Pichler
Bühnenbild und Licht
   Klaus Grünberg
Co-Bühnenbild
   Anne Kuhn
Kostüme
   Buki Shiff
Dramaturgie
   Ulrich Lenz
Chöre
   David Cavelius

Platon Kusmitsch Kowaljow
   Günter Papendell
Ivan Jakowlewitsch / Leiter der Annoncenredaktion / Arzt
   Jens Larsen
Praskowja Ossipowna / Verkäuferin
   Rosie Aldridge
Polizeioberhaupt­meister u. a.
   Alexander Kravets
Wütender Mann in der Kathedrale / Jaryschkin u. a.
   Alexander Lewis
Iwan, Diener Kowaljows / Polizeiobermeister u. a.
   Ivan Turšić
Pelagea Grigorjewna Podtotschina
   Ursula Hesse von den Steinen
Trauernde Frau in der Kathedrale / Podtotschinas Tochter
   Mirka Wagner
Die alte Gräfin
   Caren van Oijen
Angestellter / 4. Polizist / Spekulant u. a.
   Carsten Sabrowski
5. Angestellter / 10. Polizist u. a.
   Samuli Taskinen
5. Polizist / 2. Herr / 1. Dandy u. a.
   Johannes Dunz
7. Polizist / 3. Herr / 2. Student
   Emil Ławecki
8. Polizist / 7. Herr / 5. Student
   Adrian Strooper
Pjotr Fjodorowitsch / Oberst / 7. Student
   Christoph Späth
Diener der alten Gräfin / Iwan Iwanowitsch / 8. Student
   Tom Erik Lie

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