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DomStufen-Festspiele 2013 in Erfurt mit "Turandot" von Giacomo Puccini und dem Musical "Till Eulenspiegel"

Premiere "Turandot" Do, 4. Juli 2013, 20.30 Uhr, Vorstellungen 21. Juli 2013,

Premiere "Till Eulenspiegel" So, 7. Juli 2013, 16.30 Uhr auf dem Domplatz. -----

Mit Turandot steht zur 20. Auflage der DomStufen-Festspiele in Erfurt erstmals ein Werk Giacomo Puccinis auf dem Programm – und zugleich eine der erfolgreichsten Opern des gesamten Repertoires.

Puccini entfaltet in Turandot eine bis dahin nicht gekannte exotische Farbigkeit im Orchester, die gleichermaßen die Pracht des märchenhaften chinesischen Kaiserreichs wie die kalte Grausamkeit der Protagonistin einfängt.

 

Die „markante, schöne, ungewöhnliche Melodie" (Puccini) für das geplante Schlussduett zwischen Turandot und Calaf, in dem der Triumph der Liebe besiegelt werden sollte, fand Puccini jedoch nicht mehr. Er starb am 29. November 1924, Turandot blieb Fragment: Die Oper endet mit dem Opfertod der Sklavin Liù, die durch diese Tat erst die Voraussetzung schafft, um Turandot zur Liebe zu erlösen.

 

Die chinesische Königstochter Turandot hasst alle Männer und will sich niemals einem von ihnen hingeben, um so das an ihrer Ahnfrau Lo-uling begangene Unrecht zu rächen. Allen Prinzen, die um ihre Hand anhalten, stellt sie daher drei unlösbare Rätsel. Da keiner der Bewerber die richtigen Antworten weiß, werden sie ausnahmslos dem Henker überantwortet. Gegen besseres Wissen und die Warnungen seines Vaters Timur und der Sklavin Liù wagt es der junge Prinz Calaf, sich als Brautwerber zu präsentieren. Als er wie durch ein Wunder die richtigen Antworten nennt, ist Turandot außer sich. Calaf aber ist bereit, sie von ihrem Eid zu entbinden, wenn sie ihrerseits bis zum Morgengrauen seinen Namen erraten hat. Auf Befehl Turandots wird nun im ganzen Land nach dem Namen geforscht. Liù behauptet, als einzige den Namen zu kennen. Als sie ihn unter Androhung der Folter preisgeben soll, erdolcht sie sich. Turandot, von der Liebe und Größe Liùs beeindruckt, will noch immer nicht von ihrer Haltung abrücken. Nun ist es an Calaf selbst, das Geheimnis seiner Identität zu lüften und der Liebe zum Sieg über den Tod zu verhelfen.

 

Über vier Jahre, von 1920 bis zu seinem Tod arbeitete Giacomo Puccini an seinem letzten Bühnenwerk. Bei einem Treffen mit den Schriftstellern Adami und Simoni im Frühjahr 1920 wurde er auf den Turandot-Stoff aufmerksam. Allerdings wählte er nicht die originale Tragikomödie Carlo Gozzis von 1762 zur Vorlage des Librettos, sondern Friedrich Schillers Bearbeitung Turandot, Prinzessin von China (1802), in der italienischen Übersetzung des Poeten Andrea Maffei aus dem Jahr 1857. Puccini entfaltet in Turandot eine bis dahin nicht gekannte exotische Farbigkeit im Orchester – auch unter Verwendung originaler chinesischer Melodien –, die ebenso die Pracht des alten chinesischen Kaiserreichs wie die kalte Grausamkeit der Protagonistin einfängt. Die „markante, schöne, ungewöhnliche Melodie“ für das geplante Schlussduett zwischen Turandot und Calaf jedoch fand er nicht mehr, er starb über der Arbeit am 29. November 1924, Turandot blieb ein Torso und erlebte posthum im April 1926 an der Mailänder Scala die triumphale Uraufführung, am Pult stand Arturo Toscanini. Die Oper zu vollenden, die Wandlung der Titelfigur vom eisigen Todesengel zu einer liebenden Frau glaubhaft darzustellen, das war Puccini nicht mehr vergönnt. Doch wurde Turandot, in den Worten des großen Opernforschers Ulrich Schreiber, „trotz des unvollendeten Zustandst nicht nur zu einem Meisterwerk […], sondern auch zu Puccinis triftigster Antwort auf Nietzsches rhetorische Frage: ‚Sind die Liebe und der Tod nicht Geschwister?‘“

 

Text von Giuseppe Adami und Renato Simoni

UA Mailand 1926

 

Musikalische Leitung Samuel Bächli

Inszenierung Marc Adam

Bühne Hsiu Chin Tsai

Kostüme Pierre Albert

Thomas Haase (Lichtdesign)

Andreas Ketelhut (Chor)

Cordula Fischer (Kinderchor)

Dr. Berthold Warnecke (Dramaturgie)

 

Irina Rindzuner * , Carter Scott * (Turandot)

Robert Wörle * (Altoum, Kaiser von China)

Vazgen Ghazaryan (Timur, entthr. König d. Tataren)

Sebastian Pilgrim (Timur, entthr. König d. Tataren)

Marc Heller * , Sergej Nayda * , Riccardo Tamura * (Calaf, ein unbekannter Prinz)

Daniela Gerstenmeyer, Marisca Mulder, Ilia Papandreou (Liù, eine junge Sklavin)

Florian Götz, Máté Sólyom-Nagy (Ping, Kanzler)

Jörg Rathmann, Thomas Stückemann * (Pang, Marschall)

Benedikt Nawrath, Marwan Shamiyeh (Pong, Küchenmeister)

Juri Batukov, Sebastian Pilgrim (Ein Mandarin)

 

Weitere Aufführungen

Fr., 05.07. l Sa., 06.07. l So., 07.07. l Di., 09.07. l Mi., 10.07. l Do., 11.07. l Fr., 12.07. l Sa., 13.07. l So., 14.07. l Mi., 17.07. l Do., 18.07. l Fr., 19.07. l Sa., 20.07. l So., 21.07.2013, jeweils 20.30 Uhr

 

***

 

"Till Eulenspiegel", Musical von Peter Blaikner

mit der Musik von Konstantin Wecker und Peter Blaikner

 

Den Erfurter Domplatz wird er nun unsicher machen, Till Eulenspiegel, der mittelalterliche Schelm, der mit seinen Späßen landauf landab die Menschen zum Narren hielt. In vielen seiner Streiche nahm er absichtlich jedes Wort wortwörtlich, dadurch hielt er seinen Mitmenschen den Spiegel vor und konnte durch Gelächter oder Schadenfreude auch Missstände seiner Zeit aufzeigen.

 

In dem neuen, turbulenten Musical von Peter Blaikner und Konstantin Wecker treibt er seinen Schabernack mit der Herzogin von Zeckenburg, die ihn des Landes verweisen und einem Pfarrer, der ihn fliegen sehen wollte, dem Gesundheitsminister, der am liebsten auf Kosten anderer spart oder einer Wirtin, die er böse um die Zeche prellt. Aber am ärgsten trifft es Gustav Höllriegl, den Polizeikommissar von Wanzenreich, der ihn – koste es, was es wolle – hinter Schloss und Riegel bringen will. Ausgerechnet in dessen Tochter Nele hat er sich verliebt und die ist zu allem Überfluss schon dem Geizkragen Willibald Schräufele versprochen.

 

Auch wenn er alle an der Nase herumführt, Till hat das Herz auf dem rechten Fleck und möchte nur, dass wir mit und über ihn lachen, denn – Lachen ist die beste Medizin.

 

Musikalische Leitung: Won Choi

Inszenierung: Barbara Schöne

Ausstattung: Jeannine Cleemen / Moritz Weißkopf

 

Wieland Lemke ** (Till Eulenspiegel)

Nils Stäfe * (Gustav Höllrigl, Polizeikommisar)

Franziska Roth *** (Nele, seine Tochter)

Reinhard Friedrich * (Willibald Schäufele/Bürger/Brief)

Michael Borth *** (Gesundheitsmin./Pfarrer/Kranker)

Johannes Leuschner *** (Bürger/Jäger/Elektro-Ede)

Michalina Bienkiewicz ** (Herzogin/Bürgerin)

Katja Bildt ** (Wirtin/Tills Mutter)

 

Weitere Aufführungen: Di, 09.07. | Mi, 10.07. | Do, 11.07. | Sa, 13.07. | Fr, 19.07. | Sa, 20.07.2013

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