Dt. Erstaufführung der Kammeroper "Caliban" von Moritz Eggert - Junge Oper Rhein-Main

Freitag, 26. Oktober 2018: Theater Rüsselsheim und Samstag, 10. November 2018: Stadttheater Aschaffenburg

Er ist ein Wilder, halb Mensch halb Monster, fast Tier – die Figur des Eingeborenen Caliban aus William Shakespeares Schauspiel „Der Sturm“ faszinierte die Kunst- und Mediengeschichte nachhaltig. Von Arthur Schopenhauer über Oscar Wilde bis zu Franz Marc – als Sinnbild vom natürlichen, rohen und ursprünglichen Menschen ist er in zahlreiche Diskurse eingegangen, obwohl bei Shakespeare der kultivierte Mailänder Graf Prospero im Zentrum der Handlung steht. In seiner Kammeroper „Caliban“ nimmt Moritz Eggert jedoch die Perspektive des Monsters in den Blick: in zehn Szenen erzählt das Werk vom schrecklichen Verdacht, der auf den Außenseiter fällt, seiner Versklavung und dem Versuch, davon zu befreien.
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(C) Philip Artus

Ein brandaktueller Stoff, wie Moritz Eggert beschreibt: „Wir leben in einer Welt, in der wir das ernten, was aus jahrzehnte- bis jahrhundertelanger Unterdrückung entstanden ist. Uns allen ist klar, dass Vieles was in Krisengebieten passiert und uns durch Phänomene wie Terrorismus entgegenschlägt, mit Entwicklungen zu tun hat, die wir selbst als gewissenlose und ausbeutende Kolonialmächte ins Leben gerufen haben. Umgekehrt ist diese Vorgeschichte keineswegs eine Entschuldigung für Völkermord und Gewalt. Caliban ist hierbei für mich eine symbolische Figur – ihm wird Gewalt angetan als Ureinwohner der Insel, und am Ende des Stückes kehrt er den Spieß um. Ist er also Held oder Opfer oder vielleicht auch Täter? Diese Frage finde ich sehr interessant.“

Die Kammeroper, die im vergangenen Jahr in Amsterdam uraufgeführt wurde, wird am 26. Oktober am Theater Rüsselsheim zum ersten Mal in Deutschland auf der Bühne zu erleben sein. Die Junge Oper Rhein-Main hat hierfür ein junges Team aus jungen NachwuchskünstlerInnen und -sängerInnen gewinnen können, unter der Regie von Max Koch und der musikalischen Leitung von David Holzinger. In seiner Inszenierung setzt Koch vor allem die Beziehung zwischen Caliban und Prospero ins Zentrum.

Die Junge Oper Rhein-Main e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der jungen Nachwuchs-KünstlerInnen am Anfang ihrer Karriere die Möglichkeit bietet, ihr Können in der Produktion eines abendfüllenden musikalischen Bühnenwerks unter Beweis zu stellen und dadurch ihre künstlerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Libretto Peter te Nuyl

> Caliban: Michael Long
> Prospero: Josia Jacobi
> Miranda: Katharina Nieß
> Ferdinand/Stephano: Thomas Dorn
> Trinculo: Manuela Strack

> Musikalische Leitung: David Holzinger
> Regie: Max Koch
> Bühne: Theresa Steinert
> Kostüm: Sophie Simon
> Dramaturgie: Judith Kissel

Karten und Informationen:www.jorm.de/tickets

www.facebook.com/jungeoperrheinmain

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