"Ein Maskenball (Un ballo in maschera)", Melodramma von Giuseppe Verdi, Theater Chemnitz

Premiere: 2. Dezember 2017, 19.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Der schwedische König Gustavo III. ist in Amelia, die Frau seines vertrauten Sekretärs Anckarström, verliebt. Die Zigeunerin Ulrica warnt Gustavo vor einem Attentat, Amelia verspricht sie gegen die verbotene Leidenschaft ein Kraut, das diese um Mitternacht auf dem Galgenberg finde. Dort treffen Gustavo und Amelia aufeinander, gestehen sich ihre Liebe, versagen sich aber deren Erfüllung.
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Das Bild zeigt Giuseppe Verdi

Ein Irrtum führt zur Katastrophe: Anckarström fühlt sich betrogen. Seine tiefe Freundschaft zu Gustavo mündet in blinden Hass. Selbst Gustavos Beteuerung der Unschuld Amelias kann daran nichts ändern. Wie von Ulrica prophezeit, tötet Anckarström auf dem Maskenball den König, seinen einstigen Freund.

Verdis Oper basiert auf historischen Personen und einem realen Ereignis. Das Attentat auf den schwedischen König Gustav III. am 16. März 1792 auf einem Maskenball im Stockholmer Opernhaus interessierte Verdi, wenngleich ihm dies nur als Ausgangspunkt für eine Dreiecksbeziehung, große Liebe, Eifersucht, Intrigen und Rache diente. Alle Figuren bis auf den Pagen Oscar sind nachweisbar, nur ihre Charaktere und ihr Handeln sind größtenteils fiktiv. Gustav III., geboren 1746, war entgegen der Darstellung in der Oper mit hoher Wahrscheinlichkeit homosexuell, gegen Ende seiner Regentschaft als Tyrann verschrien und prunksüchtig im Sinne eines absolutistischen Herrschers. Er hatte viele Feinde. Andererseits hatte er sich um die Wissenschaft und die Künste verdient gemacht, indem er u. a. eine Akademie der Wissenschaften gründete und das Königliche Opernhaus in Stockholm sowie ein Sommertheater auf Schloss Drottningholm errichten ließ. Zudem liebte er die Verkleidung. Auf einem Maskenball in der Stockholmer Oper wurde Gustav III. von Johann Graf Anckarström angeschossen und starb wenige Tage danach an den Folgen. Anckarström wurde hingerichtet, die Verschwörer – die Grafen Horn und Ribbing – konnten mangels Beweisen ins Exil gehen. Graf Horn, der fortan in Paris lebte, wurde zu den Proben von Aubers und Scribes Oper „Gustave III.“ eingeladen. Die Witwe von Graf Anckarström klagte gegen Scribe wegen der irreführenden Darstellung ihrer Person – nie sei sie dem schwedischen König begegnet noch habe sie ein Verhältnis mit ihm gehabt.

Dichtung von Antonio Somma nach dem Libretto von Eugène Scribe zu der Opéra-historique „Gustave III. ou le bal masqué“ (Paris 1833) von Daniel-François-Esprit Auber
Stockholmer Fassung
 

  • Musikalische Leitung: Guillermo García Calvo
  • Inszenierung: Arila Siegert
  • Bühnenbild: Hans Dieter Schaal
  • Kostüme: Marie-Luise Strandt
  • Chor: Stefan Bilz
  • Extrachor: Pietro Numico
     

Mit:

  • Ho-Yoon Chung / Sung Kyu Park (Gustavo III.)
  • Paolo Rumetz / Kwanghee Choi (Renato Graf Anckarström)
  • Maraike Schröter (Amelia)
  • Alexandra Ionis (Ulrica)
  • Silvia Micu / Guibee Yang (Oscar)
  • Andreas Beinhauer (Cristiano)
  • Eric Ander (Horn)
  • Magnus Piontek (Ribbing)
  • Edward Randall (Richter)
  • Hubert Walawski (Diener);
  • Chor und Extrachor der Oper Chemnitz
  • Robert-Schumann-Philharmonie

Die nächsten Vorstellungen sind am 8. und 15. Dezember, jeweils 19.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz.

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