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Freiburg - Istanbul. Eine Theaterpartnerschaft

Der Auftakt ist ein Türkei-Wochenende mit Schauspiel, Musik und Diskussion am 12. und 13. Februar im Kleinen Haus des Theater Freiburg.

 

Die kulturelle Vielfalt der Türkei zeigt die Ernennung Istanbuls zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010.

Doch was wissen wir in Deutschland sonst noch über die dieses Land, das sich mit großen Gesten Europa zuwendet und einen Weg aus der Zerrissenheit zwischen Moderne und Tradition sucht?

 

Das Theater Freiburg lässt sich auf einen künstlerischen Dialog mit diesem Land extremer gesellschaftlicher Umbrüche ein. Mit einem Türkei-Wochenende am 12. und 13. Februar im Theater Freiburg beginnt die einjährige Theaterpartnerschaft zwischen Freiburg und Istanbul, die ihren Höhepunkt in einer gemeinsamen Produktion im Oktober in Theater Freiburg

findet.

 

Ein Gastspiel des Partnertheaters garajistanbul, eklektische Musikmixe von DJ Ipek und eine Diskussion zum Thema »Türkei Heute« bieten Einblicke in die politische und gesellschaftliche Gegenwart der Türkei.

 

»Reporter« heißt die Produktion der garajistanbul, die am 12. und 13. Februar im Kleinen Haus des Theater Freiburg ein Stück türkische Gegenwart nach Deutschland bringt. Auf der Bühne steht einzig der berühmte Ex-Journalist, Antimilitarist und Schauspieler Memet Ali Alabora. Ihm gelingt es, sein Leben verbunden mit der komplexen Geschichte seines Landes klug und verständlich zu reflektieren.

 

»1995 hatte ich sechs Monate Pause, bevor die Schauspielschule anfing. Und weil ich nicht rumsitzen wollte, ging ich mit siebzehneinhalb zu einem Privatsender und wurde da Reporter. Die haben mich überall hingeschickt, es hieß »doing the news«, zu Polizeieinsätzen, in den Gazastreifen oder aber nach Cannes. Natürlich war ich total überfordert, ich war ja jedes mal völlig unvorbereitet auf das, was mich da erwartete. Aber was da eigentlich mit mir passiert ist, erzähle ich in meinem Stück »Reporter«, das ist meine Geschichte.« Memet Ali Alabora

 

Regie führen Mustafa und Övül Avkiran, die Gründer der multidisziplinären und politisch unabhängigen Spielstätte garaijistanbul. Gerade die Reflektion der eigenen Geschichte, die in der Türkei noch immer fast tabuisiert ist, nehmen die Künstler der garajistanbul immer wieder zum Anlass, die gegenwärtige gesellschaftliche und politische Situation mit neuen künstlerischen Formen nachzuvollziehen.

 

Diskussion »Türkei Heute«

Fatma Sağir Prof. Dr. Christoph Neumann Ibrahim Sarialtin

Über die »Türkei Heute« diskutieren der Turkologe Professor Christoph Neumann (München), Fatma Sağir, Islamwissenschaftlerin und Journalistin (Freiburg) und Ibrahim Sarialtin, erster Gemeinderat türkischer Herkunft in Freiburg. Sarialtin ist zudem Mitglied des türkischen Kulturvereins TürkHOG und setzt sich für Migration- und Integrationsprojekte mit Jugendlichen ein. Zur Debatte stehen Fragen nach der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage des Landes und dem Bild, das wir Deutsche von außen auf die Türkei haben: Wie sieht es in der Türkei heute aus? Gibt es eine politische Öffnung? Welche Kräfte polarisieren? Wie fern ist die Türkei für uns Deutsche? Wie fern ist die Situation der Türkei für die türkischen Migranten in Deutschland?

 

Eklektik Berlinistan mit DJ Ipek und Bernadette LaHengst als special guest

Nach dem ersten Gastspiel-Abend legt DJ Ipek in der Jackson Pollock Bar auf. Mit dabei ist die Musikerin Bernadette LaHengst, die bereits an der Freiburger

Inszenierung der »Bettleroper« mitgewirkt hat. Die Süddeutsche Zeitung schreibt über DJ Ipek: »Identität ist für DJ Ipek keine Einbahnstraße: Türkin,

Lesbe, Politikaktivistin, Berliner Lokalpatriotin, Djane, Musikproduzentin, Muslimin. Ihr Leben ist kein Mashup, sondern eine Folge von Grenzüberschreitungen. Das lebt sie durchaus auch in ihrer Musik. Warum nicht ein kurdisches auf ein türkisches Stück folgen lassen? Ein israelisches auf ein arabisches? Folklore auf Techno? DJ Ipeks Clubnächte mögen zwar dank ihrer Mixtur aus Türken-Pop, Rai, Bollywood und Balkan-Disco die Tanzfläche füllen. Doch die Deutsch-Türkin sucht dabei immer einen Mehrwert. Sie missioniert am Plattenteller, mischt Berliner Elektronik mit der Musik der Migranten: Eklektik Berlinistan«

 

Hier noch einmal alle Veranstaltungen im Überblick:

Freitag, 12. Februar 2010:

»Reporter« Gastspiel der garajistanbul um 20 Uhr im Kleinen Haus,

Publikumsgespräch im Anschluss

Eklektik Berlinistan mit DJ Ipek ab 22.30 Uhr in der Jackson Pollock Bar

 

Samstag, 13. Februar 2010:

»Reporter« Gastspiel der garajistanbul um 20 Uhr im Kleinen Haus

Diskussion »Türkei Heute« um 21.30 Uhr im Kleinen Haus

 

Karten für »Reporter« (16.- / 12.- / erm. 7 Euro) können Sie an der Theaterkasse telefonisch

unter (0761) 201 2853, per E-Mail an theaterkasse@theater.freiburg.de oder online unter www.theater.freiburg.de reservieren.

Karten für »DJ Ipek – Eklektik Berlinistan« (5 Euro) und die Diskussion »Türkei Heute« (5.- / erm. 3.50 Euro) gibt es an der Abendkasse.

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