"Gas" - Schauspiel in drei Teilen von Georg Kaiser - Staatstheater Augsburg

Premiere 28.9.2018 19:30 | Kühlergebäude im Gaswerk

»Gas (Die Koralle / Gas I / Gas II)«. - In drei Teilen schildert der Autor die Geschichte einer Industriellenfamilie, die ein Gaswerk betreibt. Über mehrere Generationen hinweg erleben sie den Aufstieg und Fall einer Dynastie und den existentiellen Kampf um die Utopie einer besseren Welt gegen die im Dienste des Fortschritts voranschreitende und augenscheinlich menschenverachtende Technisierung der Arbeitswelt. Gewissermaßen ganz unmittelbar am historischen Ort des Geschehens wird das Publikum Augenund Ohrenzeuge dieses herausragenden Beispiels expressionistischer Dramatik!
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Kühlergebaeude Gaswerk, (c) Jan-Pieter Fuhr

In dieser Familien-Saga stehen Männer aus drei Generationen in ihren unterschiedlichen (Arbeits-)Welten im Mittelpunkt --- jeder hofft auf seine Art, alles richtig machen zu können und scheitert doch daran.

In »Die Koralle« ist es der Milliardär, der das Gaswerk hierarchisch leitet und sich mit seinem Sekretär einen Doppelgänger angestellt hat, um diesen bei öffentlichen Auftritten und Konflikten vorzuschicken. Als sein Sohn und seine Tochter ihn kritisieren und sich von ihm abwenden, sieht er nur noch einen Ausweg.

In »Gas I« übernimmt der Milliardärssohn: Er hat das Werk sozialisiert und die Arbeiter am Gewinn beteiligt. Als es am Tag der Hochzeit seiner Tochter zu einem Unfall kommt und die Fabrik explodiert, wird nach einem Schuldigen --- dem Ingenieur --- verlangt. Dessen für falsch gehaltene Berechnungen stimmen jedoch und der Milliardärssohn muss sich entscheiden.

»In Gas II« versucht ein Enkel des Milliardärssohns in der inzwischen verstaatlichten Fabrik, die nur noch für den Krieg produziert, die sinkende Produktivität der Arbeiter wieder zu steigern. Es kommt zum Aufstand und am Ende wird Giftgas produziert.

Bevor in Augsburg die neue brechtbühne im Gaswerk im Januar 2019 offiziell eröffnet wird, erwartet die Theaterbesucher am 28. September ein außergewöhnliches Theaterereignis auf dem künftigen Kunst- und Kreativareal in Oberhausen. Regisseurin Antje Thoms, die in der vergangenen Spielzeit Hanoch Levins »Das Kind träumt« auf die brechtbühne brachte, wird Georg Kaisers in den Jahren 1917 bis 1920 entstandene »soziale Tragödie« im denkmalgeschützten Ambiente des sogenannten Kühlergebäudes inszenieren. Nach der Sanierung zieht 2019 die brechtbühne ins Ofenhaus. Das Kühlergebäude, in dem früher das heiße Rohgas abgekühlt wurde, diente nach der Stilllegung als Lagerraum und wird bis zur Fertigstellung der brechtbühne ebenfalls vom Theater genutzt. Weitere Gebäude werden für den Umzug der Künstlerinnen und Künstler vom Kulturpark West saniert.

Inszenierung & Kostüme Antje Thoms
Bühnenbild Ute Radler
Musikkomposition Stefan Leibold
Dramaturgie Sabeth Braun

Die Koralle
Milliardär Andrej Kaminsky
Sekretär Sebastian Müller-Stahl
Tochter Katja Sieder
Sohn Roman Pertl
Der Herr in Grau, Arzt Klaus Müller
Das Fräulein in Taffet, Museumsdirektor Daniel Schmidt
Der Mann in Blau, Kapitän Kai Windhövel
Die Dame in Schwarz, Sängerin Ute Fiedler

Gas I
Milliardärssohn Sebastian Müller-Stahl
Tochter, Frau Katja Sieder
Offizier, Dritter Arbeiter Kai Windhövel
Ingenieur Andrej Kaminsky
Schreiber Roman Pertl
Erster Arbeiter Daniel Schmidt
Der weiße Herr, Zweiter Arbeiter, Regierungsvertreter Klaus Müller
Mutter Ute Fiedler

Gas II
Milliardärarbeiter Roman Pertl
Großingenieur Andrej Kaminsky

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