"Gier. Unterm Birnbaum" nach Theodor Fontane - Theater am Rand, Zollbrücke 16, 16259 Oderaue

Premiere Freitag, 28. September 2018, 19.30 Uhr

Schauplatz sind Letschin, das in der Novelle Tschechin genannt wird, und das benachbarte Neulewin. Auf eindrückliche Weise beschreibt Fontane das Leben in einer dörflichen Gesellschaft, wo Stand und Bedeutung ausschließlich von materiellen Dingen, nämlich vom Besitz bestimmt werden.
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In „Unterm Birnbaum“ geht es permanent um Manipulation und Täuschung, um den sozialen Rang zu erhalten und gegen Abstiegsängste vorzugehen. Für die Tschechiner erscheint wahr, was sie sehen. Was sie als wahr annehmen, bestimmt zudem ihr Weltbild. Empirisches Wissen trifft dabei auf postfaktische Behauptungen, Lebensweisheit auf Aberglauben.

Fontane entwirft einen Mikrokosmos, der erstaunliche Parallelen zur gegenwärtigen, von Fake-News und Halbwahrheiten und offensichtlichen Lügen dominierten Welt aufweist. „Gier. oder Unterm Birnbaum“ unternimmt also den Versuch einer psychologisch genauen und atmosphärischen Spiegelung der Gegenwart.

Im Vorgriff auf den 200. Geburtstag von Theodor Fontane im nächsten Jahr inszeniert der junge Regisseur Christian Schmidt „Gier. Unterm Birnbaum“ nach Fontanes bekannter Kriminalnovelle. Schauplatz sind die Ortschaften Letschin und Neulewin im Oderbruch, wo zu Fontanes Zeiten tatsächlich ein Mordfall verhandelt wurde. Die Kernfragen sind jedoch brandaktuell: Wie stark bestimmen Geld und Besitz – oder Armut und Schulden – den gesellschaftlichen Wert eines Menschen? Und: Wie verzerren Lügen, Halbwahrheiten und Fake-News die Wirklichkeit?

Auch von der Machart ist das Stück aktuell: Nur zwei Schauspieler, Catherine Stoyan und Pascal Laló, spielen eine ganze Dorfgemeinschaft, über großflächige Videoaufnahmen kommen die Originalschauplätze von Fontanes Kriminalnovelle mit auf die Bühne.

Spiel
Catherine Stoyan und Pascal Laló
Musik
Tobias Morgenstern
Regie
Christian Schmidt
Dramaturgie
Helge- Björn Meyer
Bühne
Hannes Hartmann
Kostüme
Clarissa Freiberg
Video
Johannes Plank

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste und durch den Landkreis Märkisch-Oderland.

Sonnabend, 29. September, 15 und 19.30 Uhr
Montag, 1. Oktober, 11 und 16 Uhr

Telefon
033457 / 665 21

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