„Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ von Theresia Walser im Theater Pforzheim

Premiere am Samstag, 15. September 2018 um 20 Uhr, Podium

Drei Diktatorengattinnen haben sich zu einer Pressekonferenz versammelt. Anlass ist die geplante Verfilmung ihres Lebens. Redlich versucht ein Dolmetscher, zwischen den Frauen zu vermitteln – und befördert einen Wettstreit des Monströsen, in dem schon kleinste Missverständnisse fatale Verwerfungen auslösen. Dabei sind die drei längst nicht mehr im Amt: Die Männer von Frau Margot und Frau Imelda sind verstorben und der von Frau Leila steht aktuell „vor Gericht“. Als handele es sich um nette Leute von nebenan, plaudern sie über Partys bei Stalin, Handküsse von Mao und Geschenke, die Castro ihnen überreichte.

Zickenkrieg, bitterböses weltpolitisches Kabarett und Kabinett der Absurditäten: „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ ist von alledem ein bisschen. Drei einstige Politikerinnen (Ähnlichkeiten mit realen Personen sind weder zufällig noch unbeabsichtigt) hadern mit der Repräsentation ihrer Selbst-Wahrnehmung. Zwischen dem leibhaftigen Gegenstand, der Verkörperung der Macht, und seinem Abbild klafft ein immer größerer Riss, der die eigentlichen Abgründe enthüllt – und der befreiendes Gelächter provoziert. Theresia Walser gehört zu den meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerinnen im deutschsprachigen Raum. Ihr Stück „Ich bin wie Ihr, ich liebe Äpfel“ wurde 2013 uraufgeführt.

Regisseur Christopher Haninger überzeugte in der vergangenen Spielzeit im Podium mit seiner pointenreichen Inszenierung „Das Abschiedsdinner“ und setzt in seiner neuen Arbeit naheliegender weise auf reichlich absurden Humor mit Tiefgang.

Mit: Anne-Kathrin Lipps, Sophie Lochmann/Nika Wanderer, Katja Thiele und Clemens Ansorg

Inszenierung: Christopher Haninger
Bühne und Kostüme: Maria Reyes Pérez Fernandez

Weitere Vorstellungen am Mi, 19., Fr, 21., Sa, 22. und Fr, 28. September sowie an weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit

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