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IKK (Institut kultureller Kompostierung) präsentiert: "du kannst nicht untergehen, du hast ja schwimmflügel" - ein Stück vom Scheitern des Scheiterns von Syl Via in Innsbruck

Premiere 04. 10. 2014, 20:30, Freies Theater Innsbruck/Weißer Raum. -----

Die Protagonistin, ein `Kind der Toten´ (zit. nach Jellinek), steht einerseits taff im Leben (rote Frau), während der abgespaltene, verletzte Anteil (weiße Frau) in ihr rumort und wühlt, wahrgenommen werden möchte.

 

Selten verbinden sich beide - sehen sich dennoch zum Scheitern gezwungen, indes der interagierende Mehrheitsbeschluss, Dunkelheit, Abgründe, Risse, Fehler, Lust, den AusscheiDung, Tod zu verdrängen/zu verleugnen, dieses Vorhaben vereitelt.

 

Syl Via, in ihrer Funktion als Autorin, bezeichnet sich als Literarin (sic!)/Buchstabiererin, die Objekten, Wahrnehmungen, Empfindungen im Verbalisierungsprozess Buchstaben andichtet, somit Wirklichkeiten kreiert, dem/der LeserIn/ZuhörerIn freigibt, in deren Wirklichkeiten einfällt, dass ein Wirklichkeitenaustausch - eine Verschmelzung stattfindet, die wiederum veränderte Wirklichkeiten an die Oberfläche bringt usw.

 

Mittels multimedialer Vermittlung sucht Sprache Publikum zu erreichen: Das Bühnenbild (Alexander Roshe) erzeugt durch versetzte Panelen, eine weiß/graue Bodenabdeckung und Licht (ludwig technique) die Illusion von in sich verschachtelten Räumen, wobei visuals (Alexander Roshe) und Schatten Vielfalt und Gleichzeitigkeit von Wirklichkeitsverschränkungen sichtbar machen.

Eine durchgängige Tonspur (Martin Lauterer) verleiht dem Verbalisierungsprozess Stimmen (Chrisof Heinz, Lisa Scherz, ludwig technique, Martin Mariner, Roman Wegmann, Veronika Fiegl), die durch die Ambient Drone Noise Klangspur (Alexander Spechtenhauser) emotionalisiert werden.

Die Körpesprache/Butoh der DarstellerInnen (Christof Heinz/Vater, Helga Hauffe/Mutter, Lisa Scherz/rote Frau, Martin Mariner/Direktor, Roman Wegmann/Bruder/Ehemann/Herr, Veronika Fiegl/weiße Frau) etabliert oder bricht Körpermuster.

 

Regie wurde von allen Beteiligten erarbeitet - insofern handelt es sich um ein WIRstück: WIR WIRken WIRrklichkeiten! Roman Wegmann: Was man nicht verdauen kann, muss in die Welt gekotzt werden!

 

Autorin:

Sylvia Krismayr alias Syl Via (u. a. Literaturstipendium Tirol, 1998)

Bühnenbild:

Alexander Roshe

Bühnentechnik:

Johannes Payr alias ludwig technique

Drone &Ton:

Alexander Spechtenhauser - Grenzregionen Ambient Drone Noise

Hörbild:

Martin Lauterer

 

Regie und AkteurInnen:

Christof Heinz, Helga Hauffe, Lisa Scherz, Martin Mariner, Roman Wegmann, Sylvia Krismayr, Veronika Fiegl

 

05. 10., 07. 10., 08. 10., 09. 10. 2014/20:30

Freies Theater Innsbruck/Weißer Raum

 

 

 

 

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