"Imperium" von Christian Kracht im Staatstheater Braunschweig

Premiere Samstag, 17.11.2018 um 19:30 Uhr, Kleines Haus, Einführung 19:00 Uhr

Der 1875 in Nürnberg geborene Apothekerssohn August Engelhardt verehrt die Kokosnuss und in dieser die Krone der Schöpfung, weshalb er zum Begründer des Kokovorismus wird, einer Religionsge­meinschaft, die das Sonnenlicht, vor allem aber die Kokosnuss in das Zentrum ihrer Lehre rückt. 1902, im Al­ter von 26 Jahren, reist er zur Kolonie Neupommern des Wilhelminischen Reiches und kauft sich die pazifische Insel Kabakon – sein Utopia, wo er in einer offenen, gleichberechtigen Gemeinschaft, das »fruktivorische Welt­reich«, in der Arbeit und Genuss miteinander geteilt werden sollen, begründet.
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(c) Sabine Mäder

»Kabakon ist die erste Kolonie des von mir ins Leben gerufenen Sonnenordens, der den doppelten Zweck hat:
1. Seinen Mitgliedern die denkbar besten Lebensbedingungen bietend, große, edle, gute, urgesunde – ganze Menschen aus ihnen zu züchten.
2. Ein internationales tropisches Kolonialreich des Fruktivorismus zu begründen, indem er um den ganzen Äquator ein engmaschiges Netz von Kolonien reinen, nackten, fruktivorischen Lebens legt.«
(August Engelhardt)

Christian Kracht greift in seinem Roman »Imperium« die Biografie dieses lebensreformatorisch beseelten Weltverbesserers auf und erzählt von einer Spirale des Wahnsinns, in der sich der europäische Sonnenanbeter in der Abgeschiedenheit der Südsee verstrickt. 2012 erhielt der Autor für diesen Roman den vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig ver­gebenen Wilhelm-Raabe-Preis.

Regie: Babett Grube
    Bühne: Sabine Mäder
    Kostüme: Hanne Lauch
    Musik: Fabian Ristau
    Dramaturgie: Claudia Lowin

Mit: Vanessa Czapla, Gertrud Kohl, Joshua Seelenbinder, Heiner Take

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