"Jeff Koons" von Rainald Goetz - Schaubühne am Lehniner Platz Berlin

Premiere im Studio am 7. Juni 2018 um 19.30 Uhr

Aufgeblasene, quietschend bunte Plastikhasen und -blumen, alte Staubsauger in beleuchteten Plexiglaskästen, knallige Retro-Reklameposter: Jeff Koons, der angesagteste bildende Künstler der 80er Jahre. Sein Leben ist genauso glänzendglamourös wie seine Kunstwerke, voll schimmernder Oberfläche, Irrsinn und Größenwahn.
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Koons findet Erfüllung in der Ehe mit Pornodarstellerin und Politikerin Cicciolina, sie bekommen einen Sohn. Doch dann, in den 90ern, beginnt alles nicht mehr so toll zu laufen – seine Kunstwerke werden zu inflationären Preisen verkauft, er wird kritisiert, weil sie unpolitisch sind, gehört auf einmal nicht mehr zur Avantgarde, sondern wird als Massenproduzent von seelenlosem, leicht reproduzierbarem Schund abgetan. Auch seine Beziehung beginnt zu kriseln und endet in einer bitteren Scheidung und einem Rechtsstreit um das Sorgerecht des gemeinsamen Kindes.

Der Text »Jeff Koons« ist ein Experiment. Es beginnt mit dem dritten Akt, springt in den ersten und endet mit dem siebten. Die Form wechselt ständig, Dialogfetzen, Monologe, Beschreibung, Lyrik, die Sprache wird zur Handlung. Die Person Jeff Koons kommt in »Jeff Koons« nicht vor, aber sein Geist schwebt über dem Stück, es geht um das Greifen nach der Lust, der wahren Liebe, der großen Kunst, um das Versuchen und Scheitern, um das Sich-Reinwerfen ins Leben und Untergehen, um das Aufprallen in der Realität und die Einsicht, dass, wenn das Gefühl weg ist, alles leere Hülle ist, Kitsch, Kommerz.

»Jeff Koons« ist die erste Arbeit von Lilja Rupprecht an der Schaubühne.

Regie: Lilja Rupprecht    
Bühne und Kostüme: Annelies Vanlaere    
Video: Moritz Grewenig    
Musik: Romain Frequency
Dramaturgie: Maja Zade   

Mit: Damir Avdic, Iris Becher, Kay Bartholomäus Schulze, Lukas Turtur    
Musik: Romain Frequency

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