Lortzings Komische Oper „Zar und Zimmermann“ in Altenburg/Gera

Premiere am 4. November 19.00 Uhr Landestheater Altenburg Seit in der Uraufführung von Lortzings Komischer Oper „Zar und Zimmermann“ 1837 in Leipzig der russische Zar Peter der Große erstmals im holländischen Saardam für Verwirrung sorgte, macht er sich auf allen Opernbühnen der Welt regelmäßig auf die Reise.

So wird er denn auch im Altenburger Theater wieder einmal Pause von den Mühen seiner Herrschaft machen und lieber das Zimmerhandwerk erlernen. Die wahre Begebenheit um den russischen Regenten und die anspruchsvolle und doch so unterhaltsame Musik sollten für ein wohlwollendes Publikum garantieren.

Die Bewohner der königlichen Herrscherhäuser sorgen mit ihren Eskapaden nicht erst heute für ein Rauschen in den Blätterwäldern, für Filme und Musicals, auch Peters Reise nach Amsterdam animierte zahlreiche Komponisten und Dramatiker zu künstlerischen Höchstleistungen. Albert Lortzing griff auf eine kräftige Komödie von Christian Römer zurück und komponierte dazu eine kräftige Musik.

Ein liebenswerter Zar, wen kümmerte es schon, dass er eigentlich auch ein finsterer Geselle war, Politiker, die sich für die klügsten halten, obwohl jedes Kind erkennt, die haben eigentlich gar nichts im Kopf, ein Liebespaar, das fast keine anderen Sorgen hat als die, die die Liebe so mit sich bringt und ein Arbeitsvolk, das seinen Beruf mit Freude und Genuss ausübt - das ist der Stoff, aus dem die musikalischen Träume unseres Komponisten reiften und eine der erfolgreichsten heiteren Opern entstehen konnte.

Lortzings Reisen durch ganz Deutschland waren weniger erfolgreich und bieten wohl kaum Stoff für Komödien, dienten sie doch in erster Linie dem Broterwerb und der war zum Teil mehr als hart. Lortzing stand von Jugend an als Sänger und Schauspieler auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und um die Welt war er nicht zu beneiden. Negativer Höhepunkt waren seine Abstecher ans Geraer Theater:

„Mein liebes gutes Weib! Wollte man jemand das Theater verleiden, so müsste man ihn hierher schicken. Das leichtgebaute Schauspielhaus, vor dem Thore ganz einzeln da stehend, kann nicht geheitzt werden, die Kälte ist daher fürchterlich, Dekorationen, Garderobe und Orchester entsetzlich… Morgen (Sonnabend) ist ZAR UND ZIMMERMANN,… Gott gebe nur an dem Tage eine milde Witterung und trockenes Wetter, sonst ist dem Publikum – was mich zwar sehr freundlich aufnahm, wirklich nicht zuzumuthen den Weg zu machen und in der Kälte auszuhalten...

Nachmittags. Ich machte heute Morgen meinen Besuch bei der Frau Direktorin, die Errungenschaften des gestrigen Tages in Empfang zu nehmen. Man sagte mir, die Berechnungen seien noch nicht gemacht, man wolle sie mir später zusenden. Nun ist schon 4 Uhr vorbei und ich habe noch immer nichts erhalten. Ich muthmaße, dass man mich für nicht so bedürftig hält, wie ich es leider bin…Ich sitze in meiner Stube und blase Trübsal … Euer Albert Lortzing.“

Die Bedingungen für die Zuschauer und die Künstler in unseren Theatern haben sich deutlich verbessert, mit Zar und Zimmermann kann heute gutes Geld verdient werden, leider hat nun der Komponist aber nichts mehr davon. Gönnen wir es jetzt seinen Interpreten und Nachfolgern, die sich und dem Publikum mit seiner unsterblichen Musik immer noch und immer wieder Freude machen.

Matthias Winter führt Regie, das Ausstattungsteam Walter Schütze und Anna Strauß nimmt sich der Bühne und der Kostüme an, es singen:

Kammersänger Rolf Wollrad, Bernhard Hänsch, Serge Novique, Peter Paul Haller, Katrin Strocka, Alexandra Orrgård-Solén, Kai Wefer, Alexander Pinderak, Rosemarie Bennert und Angelika Poser-Kötzsch. Es spielt und singt der Opernchor, den Holzschuhtanz übt das Kinderballett und unter der Leitung von Adrian Prabava musiziert das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera.

Geraer Premiere am 21. Dezember 2007, 19.30 Uhr Großes Haus der Bühnen der Stadt

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