Miroslava Svolikova gewinnt Autor*innen-Preis der österreichischen Theaterallianz

Gewinnerstück wird am Grazer Theater am Lend uraufgeführt

Der von der Theaterallianz der freien österreichischen Bühnen (Schauspielhaus Wien, Kosmostheater Bregenz, Schauspielhaus Salzburg, Klagenfurter Ensemble, Phönixtheater Linz, Theater am Lend Graz) ausgelobte Autor*innenpreis geht 2018 an Miroslava Svolikova. Sie ist die die zweite Gewinnerin des Wettbewerbs nach Thomas Köck, dem erfolgreichen österreichischen Autor, der 2016 für sein Stück „Kudlich – eine anachronistische Puppenschlacht“ ausgezeichnet wurde.
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(c) Max Zerrahn

Die junge Dramatikerin, geboren 1986 in Wien, erhält den Preis für ihren Stückentwurf „Der Sprecher und die Souffleuse“. In Form einer skurrilen Farce behandelt die Autorin das Thema gesellschaftlicher Teilhabe: In einem Theater wartet man auf den Beginn eines Stücks, die Zuschauer*innen haben schon Platz genommen, dummerweise sind die Schauspieler*innen noch nicht eingetroffen. Nun schlägt die Stunde derjenigen, die üblicherweise nicht sprechen sollen: des Sprechers, der eigentlich nur den Auftritt ankündigen darf – und der Souffleuse. Je länger das Warten dauert, desto mehr triftet die Situation ins Absurde.

Miroslava Svolikova studierte Philosophie in Wien und Paris, ist Teilnehmerin des DRAMA FORUM von uniT/ Graz und ist Absolventin der Akademie der bildenden Künste Wien. Svolikova nahm bereits an verschiedenen Ausstellungen teil, macht Musik, schreibt Dramen und Texte. 2015 gewann sie den Retzhofer Dramapreis mit dem Stück „die hockenden“, das am Burgtheater uraufgeführt wurde. Für den Entwurf „Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt.“ erhielt sie das Hans-Gratzer-Stipendium 2016 des Wiener Schauspielhauses, wo das Stück in der Regie von Franz-Xaver Mayr dann auch uraufgeführt wurde. 2018 eröffnete „europa flieht nach europa“ die Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin in einer Produktion des Burgtheaters Wien. Weiters erhielt die Autorin den Hermann-Sudermann Preis im Rahmen der Autorentheatertage Berlin (2017), den Literaturförderpreis der Stadt Graz (2017), Dramatikerstipendium des BKA Österreich (2017), das Dramatikerstipendium des Bundes, Nachwuchspreis des Schiller-Gedächtnispreises (2016). Außerdem war sie nominiert für den Nestroypreis als bester weiblicher Nachwuchs (2017).

Der Preis ist mit EUR 9500,- dotiert und mit einer Uraufführung in der Regie von Pedro Martins Beja am Theater am Lend verbunden. Nach der Premiere wird die Inszenierung auf Tournee durch alle Mitgliedstheater der Allianz gehen.

Der Wettbewerb stand unter dem Thema „Die Stunde der Diktatoren“. Von jedem Theater der Allianz wurden zwei Autor*innen mit einem Exposé für ein Stück beauftragt, die anonym ihre Ideen einsandten. Eine Jury bestehend aus Vertretern der Mitgliedstheater der Allianz prämierte schließlich den Entwurf „Der Sprecher und die Souffleuse“ von Miroslava Svolikova. Die Uraufführung des Stückes findet am Grazer Theater am Lend statt und wird in allen Mitgliedstheatern gezeigt.

Da das Schauspielhaus Wien die erste Station auf der Tournee ist, wird die Autorin bei der Spielplankonferenz am 7.9. um 10.00 im Schauspielhaus Wien anwesend sein und dann für persönliche Nachfragen zur Verfügung stehen.

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