Oer Frankfurt: TILIMBOM ODER MIT OFFENEN AUGEN HÖREN - Igor Strawinskys Theater der Groteske

Premiere 1. Juni 2012, um 20.30 Uhr im Bockenheimer Depot. ----- Tilimbom – die deutsche Übersetzung entspricht in etwa dem lautmalerischen „Dingdangdong“ – ist der Titel eines Liedes des russischen Komponisten Igor Strawinsky (1882-1971), dem am Ende dieser Spielzeit die alljährliche Veranstaltungsreihe Oper FINALE gewidmet ist.
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Im Mittelpunkt des Begleitprogramms steht zwar die Neuinszenierung von Strawinskys The Rake’s Progress, doch sind wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen geplant, die die letzte Neuproduktion im Opernhaus vor der Sommerpause umrahmen. Vor diesem Hintergrund ist Tilimbom oder Mit offenen Augen hören auch der Titel eines Abends im Bockenheimer Depots, unter dem sich Strawinskys Operneinakter Mavra in der Kammerensemblefassung, Auszüge aus seinem Ballett Petruschka für Klavierduo sowie seine Lieder Pastorale und Tilimbom zu einem vielschichtigen und beziehungsreichen Geflecht zusammenfügen.

Wie in vielen seiner Kompositionen beherrscht auch in Strawinskys Kammeroper Mavra das Tänzerische und die Bewegung den musikalischen Kontext. Zudem führt der Komponist dabei die Ausrucksmittel der „großen Oper“ in der italienisch-russischen Tradition des Belcanto ad absurdum: Parascha soll eine neue Köchin für ihre verwitwete Mutter engagieren und schleust daher ihren als Frau verkleideten Liebhaber unter dem Namen Mavra ins Haus. Doch der Schwindel fliegt am Ende auf. So wie Parascha ihre kleinbürgerliche Welt hinter sich lassen will, versucht der Puppenclown Petruschka in Strawinskys gleichnamiger Ballettburleske seinem Leben auf dem Jahrmarkt zu entfliehen und Erfüllung in der Liebe zu einer Ballerina zu finden. Beide Figuren scheitern auf ihrem Weg.

Aber die Regisseurin Andrea Schwalbach – in Frankfurt bekannt durch ihre Inszenierungen u.a. von Donizettis Liebestrank und Ullmanns Kaiser von Atlantis – zieht auch aus den Unterschieden der beiden Stücke Impulse für ihre Inszenierung: „Die Kunstwelt von Petruschka kracht auf das angeblich Heimelige von Mavra. Das muss zur Kollision führen und etwas Neues ergeben!“ Die Musikalische Leitung des Abends liegt bei Solorepetitor Karsten Januschke, der zuletzt mit Dirigaten von Chabriers L’Étoile und Mozarts Così fan tutte im Opernhaus auf sich aufmerksam machte. Angeführt von der Sopranistin Anna Ryberg (u.a. Parascha in Mavra) und dem Tenor Martin Mitterrutzner (u.a. Basil, ein Husar in Mavra) aus dem Ensemble der Oper Frankfurt sind in weiteren Partien Mitglieder des Opernstudios (Sharon Carty als Mezzosopran in Tilimbom) sowie Gäste (u.a. die finnische Mezzosopranistin Merja Mäkelä als Mutter in Mavra) zu erleben.

In deutscher Sprache

Mavra (in der Kammerensemblefassung von Winfried Radeke)

Opéra-bouffe in einem Akt

Text von Boris Kochno nach Alexander S. Puschkins Verserzählung

Auszüge aus Petruschka (Fassung für Klavierduo)

Burleske in vier Szenen

Pastorale

Lied ohne Worte für Sopran und Klavier sowie für Violine und Klavier

Tilimbom

für Gesang und Klavier (Nr. 1 aus Trois histoires pour enfants)

Musikalische Leitung / Klavier: Karsten Januschke

Inszenierung: Andrea Schwalbach

Bühnenbild und Kostüme: Nora Johanna Gromer

Dramaturgie: Malte Krasting

Mavra Parstorale

Parascha: Anna Ryberg Sopran: Anna Ryberg

Mutter von Parascha: Merja Mäkelä

Nachbarin: Sharon Carty

Basil, ein Husar: Martin Mitterrutzner

Petruschka Tilimbom

Ballerina: Kathrin Schyns Mezzosopran: Sharon Carty

Petruschka: Albi Gika

Mohr: Martin Mitterrutzner

Weitere Vorstellungen: 3., 6., 8., 9. Juni 2012

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 20.30 Uhr

Preise: € 15 bis 20 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

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