ÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG: "europa flieht nach europa" von Miroslava Svolikova - Burgtheater Wien

Premiere 3. Oktober 2018, Kasino, 20 Uhr

ein dramatisches gedicht in mehreren tableaus. - Was träumt ein Kontinent? Er träumt von sich selbst – als erfüllte Utopie. Von Gerechtigkeit also, von Gleichheit und Frieden. Am Anfang jedenfalls. „dieser kontinent wird nicht in blut getränkt!“, lautet Europas Motto, und vor ihren Füßen liegt schon das erste Opfer. Was folgt, ist nicht minder blutig – die Kolonisierung der restlichen Welt, Kreuzzüge und Klassenkämpfe, Nationen, die auftauchen und untergehen. Und immer wieder Krieg.
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(c) Reinhard Werner/Burgtheater


Miroslava Svolikova entwirft die Chronologie dieser unserer Kontinentalgeschichte als Farce, als lügenhaften Karneval, in dem der Stärkste die tollste Maske trägt. Europa ist ein Kontinent der Ambivalenz – die Gegenwart macht Yoga, die Wissenschaft erfindet erst die Bombe, die das Leben vernichtet, und erschafft dann das Leben selbst.

europa flieht nach europa ist ein akuter wie zeitloser Text europäischer Selbstvergewisserung und -entfremdung, eine sprachlich atem- wie kompromisslose tour de force, in der sich Exzess- und Gewaltbilder zu einem grellen „karneval der wirklichkeit“ vermischen. Auf dem Parkett reichen Europas Kinder ihrer Mutter die Hände. Im Freudentanz, im Totentanz.

Das dramatische Gedicht der mehrfach ausgezeichneten Autorin Miroslava Svolikova wurde im Juni als eine von drei Inszenierungen bei den Autorentheatertagen 2018 am Deutschen Theater Berlin erfolgreich uraufgeführt und ist ab Oktober im Kasino zu sehen.

Mit Sven Dolinski, Alina Fritsch, Dorothee Hartinger, Marta Kizyma, Valentin Postlmayr, Marie-Luise Stockinger

Regie: Franz-Xaver Mayr

Koproduktion Autorentheatertage Berlin

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