Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Österreichische Erstaufführung: "Frühstück bei Tiffany" von Truman Capote, Kammerspiele der Josefstadt WienÖsterreichische Erstaufführung: "Frühstück bei Tiffany" von Truman Capote,...Österreichische...

Österreichische Erstaufführung: "Frühstück bei Tiffany" von Truman Capote, Kammerspiele der Josefstadt Wien

Premiere 04.12.2014, 20.00 Uhr. -----

Kennst du das Gefühl, wenn einen das rote Elend überfällt? Ich hab herausgefunden, das Beste, was ich dagegen tun kann, ist, ich steige in ein Taxi und fahre zu Tiffany. Das beruhigt mich sofort, die Stille und die vornehme Umgebung.

Da kann mir gar nichts Schlimmes passieren, mit all den liebenswürdigen Männern in den feinen Anzügen und dem herrlichen Duft nach Silber und Krokodillederbrieftaschen. Wenn ich im wirklichen Leben einen Platz finden könnte, wo ich das gleiche Gefühl habe wie bei Tiffany, dann kaufe ich ein paar Möbel und gebe dem Kater einen Namen. (Holly Golightly)

 

Holly Golightly ist der Darling der New Yorker Society. Sie fehlt auf keiner der angesagten Partys der Stadt und schmückt die Titelseiten der Klatschpresse. Ihre Freunde, vorwiegend vermögende Herren aus besseren Kreisen, spendieren ihrer charmanten Begleitung gerne ein großzügiges "Toilettengeld". Auch Hollys Nachbar, ein mittelloser Schriftsteller, fühlt sich von der anmutigen Frau unwiderstehlich angezogen – aus der anfänglichen Faszination wird rasch Liebe. Und auch Holly empfindet auf ihre Art Zuneigung zu ihm, allerdings ohne ihren Lebensstil zu ändern.

 

Der Amerikaner Truman Capote feierte im Alter von nur vierundzwanzig Jahren mit seinem Roman Andere Stimmen, andere Räume einen Sensationserfolg. 1958 veröffentlichte er den Kurzroman Frühstück bei Tiffany, in dem er treffend die schillernde New Yorker Schickeria porträtierte. In die Figur der glamourösen Holly Golightly flossen viele Wesenszüge von Capote ein, wie sein Biograf Gerald Clarke beschreibt: "Von all seinen Charakteren, sagte Truman später, sei ihm Holly am liebsten, und es ist leicht einzusehen, warum. Ihr ganzes Leben ist Ausdruck von Freiheit und Toleranz gegenüber menschlichen Verfehlungen, ihren eigenen wie auch denen aller anderen. Sie ist eine Frau, die aus dem Leben eine Ferienzeit (holiday) macht, durch die sie leichten Schrittes geht (go lightly)." Aber auch Hollys Ruhelosigkeit und ihr beständiges Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg entsprechen Capotes Biografie.

 

Die Verfilmung des Romans mit Audrey Hepburn in der Rolle der bezaubernden Holly Golightly, dem zuerst gefeierten und dann fallengelassenen Darling der New Yorker Society, zählt längst zu einem Klassiker der Filmgeschichte. Legendär wurde der von Hepburn interpretierte und mit einem Oscar ausgezeichnete Song Moon River.

 

Bühnenfassung von Richard Greenberg

Deutsch von Ulrike Zemme

 

Regie

Michael Gampe

 

Bühnenbild

Erich Uiberlacker

 

Kostüme

Birgit Hutter

 

Choreografie

Jean-Loup Jordan

 

Holly Golightly

Ruth Brauer-Kvam

 

Fred

Christian Nickel

 

Joe Bell

Martin Zauner

 

O.J. Berman

Siegfried Walther

 

Rusty Trawler

Nicolaus Hagg

 

Mag Wildwood

Sarah Jung

 

José

Christoph Zadra

 

Doc Golightly

Alexander Strobele

 

Sid Arbuck

Oliver Huether

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑