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Otto Sander im Schauspielhaus Zürich

Am 24. Juni liest er Ringelnatz, am 26. spielt er Becketts «Das letzte Band»: Otto Sander kommt mit zwei wunderbaren Geschenken, mit glücklichen Stunden ins Schauspielhaus.

Samstag, 24. Juni, 20 h, Pfauen: «Otto Sander liest Ringelnatz: ‹Ich bin etwas schief ins Leben gebaut›»

Montag, 26. Juni, 19 h, Pfauen: «Otto Sander spielt Samuel Beckett: ‹Das letzte Band›»

 

Seine Interpretation von Samuel Becketts «The Last Tape» war einer der Höhepunkte der letzten Ruhrfestspiele. Der grosse Schauspieler aus Berlin erntete stehende Ovationen, es war von einer «glücklichen Stunde» fürs Publikum die Rede, und die Süddeutsche Zeitung schrieb über den Abend: «Otto Sander hat sich erfolgreich in diesen zermürbten alten Mann verwandelt. Von dem markerschütternden Seufzer, mit dem er seinen Auftritt beginnt, bis hin zu dem leeren, fast ausdruckslosen Blick. Man möchte hingehen und ihn in die Arme nehmen: Ach, Otto!»

 

Seit über vierzig Jahren, seit er Becketts Stück seinen Eltern vorspielte, trug Otto Sander diesen Text von Beckett herum. Jetzt hat er das Alter von Krapp, der Hauptfigur, erreicht, und der Schauspieler war reif genug für diesen rührenden, klarsichtigen, dichten Monolog. Otto Sander leiht Krapp seine Mimik, seine Haltung und seine Stimme, so wie es nur ganz wenige Schauspieler unserer Zeit könnten.

 

Als wäre das Zürcher Publikum damit nicht schon genug beschenkt, liest Sander Nachdenkliches und Skurriles des Schiffsjungen, Fliegers, Handlungsreisenden, Matrosen, Kaufmanns, Vagabunden und Kabarettisten Joachim Ringelnatz (1883-1934), einen der aufregendsten Dichter des 20. Jahrhunderts, voller Schrullen, voller See- und Tiefgang, mit seinem eigenen, skurrilen Witz, aber auch mit seiner ganzen Wehmut, seinen Selbstzweifeln. Musikalisch begleitet von Gerd Bessler (Piano und Phonoviola) rezitiert Otto Sander vom nervösen Holzwurm, dem heimatlosen Meerschwein und vom Seemann Kuttel Daddeldu.

«Otto Sander spielt jede Rolle als passe sie ihm wie ein Anzug. – Ein begnadeter Rezitator.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

 

Otto Sander ist einer der bedeutendsten Schauspieler deutscher Sprache: Otto Sander hat – von Peter Stein bis Luc Bondy – mit vielen grossen Regisseuren in unvergesslichen Rollen auf den wichtigsten Bühnen gearbeitet und ist in den letzten Jahren immer wieder am Schauspielhaus Zürich aufgetreten, in dieser Spielzeit bereits mit einem Thomas-Mann-Abend. Er ist in Filmen zu sehen wie «Die Blechtrommel», «Das Boot» und «Der Himmel über Berlin». Er lebt in Berlin.

 

www.schauspielhaus.ch

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