Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
ROMEO UND JULIA von William Shakespeare - Theater HalleROMEO UND JULIA von William Shakespeare - Theater HalleROMEO UND JULIA von...

ROMEO UND JULIA von William Shakespeare - Theater Halle

Premiere am Samstag, den 12. September 2015, 19.30 Uhr im Saal des neuen theaters

(19.00 Uhr Stückeinführung im Saalfoyer). -----

»Was Liebe kann, probiert sie immer aus.« Mit einem Bein noch im Rausch der ersten Liebe, mit dem anderen bereits im Grab, versuchen Romeo und Julia seit 500 Jahren den Spagat zwischen Genuss und Verderben. William Shakespeares Geschichte erzählt von Feind- und Leidenschaft, nach der man auch heute noch sämtliche Idealvorstellungen von bedingungsloser Liebe ausrichtet.

Das berühmteste Liebespaar der Literatur, Romeo und Julia, befindet sich ja bekanntermaßen im Ausnahmezustand des ersten Verliebtseins. Schließen sich in solch einem Moment Liebe und Tod nicht kategorisch aus? Im Gegenteil! Die absolute Liebe ist eine Grenzerfahrung, die die Liebenden dem Tod ganz nahe bringt. Auch glücklich Verliebte wollen zusammen sterben oder schwören sich Treue bis in den Tod. Der Tod ist im Zustand des Verliebtseins immer präsent, und gleichzeitig ist die Liebe eine einzige Affirmation des Lebens. Das ist schon ganz schön verrückt. Die Macht, die die absolute Liebe plötzlich über Romeo und Julia gewinnt, ist etwas, das den Zuschauer möglicherweise zutiefst verunsichern kann. Diese Macht ist unbewusst und unkontrollierbar, wie ein Todestrieb, der ohne Vorwarnung zuschlägt, von den Menschen Besitz ergreift und ihre Existenz zerstören kann. Geradezu unheimlich.

 

Es stehen zwei blutjunge Teenager im Mittelpunkt der Erzählung. Wo sind eigentlich die Erwachsenen und warum können sie den zwei Unerfahrenen nicht helfen? Selbst wenn die beiden solche Helikopter-Eltern hätten, die das alles für sie regeln wollten, könnte man ihnen die Grenzerfahrung der absoluten Liebe nicht abnehmen. Man könnte deren Auswirkungen nicht abmildern. Diesen Weg müssen sie ganz allein gehen. Romeos Freunde und Julias Amme stehen hilflos daneben. Selbst der Mönch Lorenzo, der ihr Vertrauter ist, weil er komplett außerhalb der bürgerlichen Norm steht, versagt am Schluss. Die Liebenden entgleiten ihm. Ihr Unglück ist vielleicht, dass sie es so früh getroffen hat, fast noch im Kindesalter. Das ist beinahe ein perverser Blick, den Shakespeare auf die beiden wirft: in der Zeit größter Schönheit und Verletzlichkeit lässt er Romeo und Julia die Begegnung mit dem Absoluten durchleben, die für sie nur im Tod enden kann.

 

Regie: Christian von Treskow

Bühne: Jürgen Lier

Kostüme: Kristina Böcher

Musik: Sebastian Weisner

Dramaturgie: Sophie Scherer

 

Mit: Petra Ehlert (Amme), Karl-Fred Müller (Lorenzo), Enrico Petters (Montague), Max Radestock (Romeo), Andreas Range (Prinz), Anke Retzlaff (Julia), Elke Richter (Lady Capulet), Hagen Ritschel (Benvolio und Apotheker), Frank Schilcher (Tybalt), Till Schmidt (Paris), Matthias Walter (Mercutio und Bruder John), Paul Oldenburg/Paul Max Pira (Gregory/Sampson/Page/Wache/Peter/Balthasar)

 

Matinee am Sonntag, den 6. September 2015 um 11 Uhr im neuen theater/ Casino, 3. Etage

Einen ersten Einblick in die Inszenierung geben Regie-Team und auch SchauspielerInnen zur Matinee am Sonntag, den 6. September um 11 Uhr im Casino, 3. Etage im neuen theater. Der Eintritt ist frei.

 

Weitere Vorstellungen u.a. am: So, 13.09.2015, 15 Uhr | So, 27.09.2015, 19.30 Uhr | Fr, 02.10.2015, 19.30 Uhr | So, 04.10.2015, 19.30 Uhr | Sa, 24.10.2015, 19.30 Uhr | So, 25.10.2015,

18 Uhr | Mi, 28.10.2015, 18 Uhr

 

Karten zum Preis von 24,- Euro (ermäßigt: 12,- Euro) für die Premiere und für 18,- Euro (ermäßigt: 14,- Euro) für alle weiteren Vorstellungen hält die Theater- und Konzertkasse bereit.

-------------------------------------------

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 17 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑