"Salome", Musik-Drama nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung von Richard Strauss, Oper Köln

Premiere So / 14. Okt 2018, StaatenHaus Saal 2, 18:00, Mit Kurzeinführung in Saal 3 ab 40 Minuten vor Vorstellungsbeginn

In der dekadenten Atmosphäre des orientalischen Palastes, in dem Prinzessin Salome als Stieftochter des Tetrarchen Herodes lebt, erscheint ihr der eingekerkerte Prophet Jochanaan wie eine faszinierende Verlockung. Dass dieser asketische Mann, der wie die Stimme aus einer anderen Welt daherkommt und die Ankunft eines Heilands verkündet, ihre erotischen Annäherungen hasserfüllt und unter Flüchen von sich weist, verleiht ihm in den Augen Salomes einen noch höheren Reiz.
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Als Herodes seine Stieftochter dazu auffordert, für ihn zu tanzen und ihr als Gegenleistung die Erfüllung jedweden Wunsches in Aussicht stellt, verlangt Salome den Kopf des Jochanaan auf einer Silberschüssel. Angesichts des abgeschlagenen Kopfes gerät Salome in einen rauschhaften Taumel, erfährt das Mysterium der Liebe und küsst die Lippen des Propheten.

»Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes« legt Oscar Wilde – und mit ihm Richard Strauss in seinem 1905 uraufgeführten epochalen Einakter – der judäischen Prinzessin als Aussage in den Mund. So sehr man geneigt sein darf, diese Feststellung für sich genommen zu bejahen, so aberwitzig und extrem bleibt die ungeheuerliche Geschichte um diesen seelisch unbehausten weiblichen Teenager, der die Zerstörung des von ihm begehrten ›Objekts‹ als ein ultimatives Mittel für dessen Vereinnahmung anwendet.

Richard Strauss hat mit »Salome« Musiktheatergeschichte geschrieben, indem er anlässlich dieser Oper für das moderne Orchester neue Welten des Klangs und des Ausdrucks eröffnete. So besteht die Partitur aus einer ganzen Folge einander an Intensität übertreffender Höhepunkte. Das orchestrale Kernstück bildet Salomes ›Tanz der sieben Schleier‹, an den sich ihre große rauschhafte, an den Kopf des Jochanaan gerichtete Liebeserklärung, zugleich die ›einsamste‹ Liebesszene der Bühnengeschichte, anschließt.

Der junge US-amerikanische Regisseur Ted Huffman, auf den Bühnen unseres Kontinents ein hoch gehandelter ›Newcomer‹, stellt sich – zum zweiten Mal überhaupt an einem deutschen Opernhaus – erstmals an der Oper Köln vor. Die schwedische Sopranistin Ingela Brimberg, zuletzt hier als Senta in »Der fliegende Holländer« gefeiert, alterniert mit ihrer österreichischen Kollegin Kristiane Kaiser, der Kölner »Tannhäuser«-Elisabeth, in der alle gesangsdarstellerischen Register fordernden Partie der Salome.

Übersetzung von Hedwig Lachmann
Libretto und Musik von Richard Strauss (1864 - 1949)

Musikalische Leitung François-Xavier Roth /
Inszenierung Ted Huffman /
Bühne Ben Baur /
Kostüme Annemarie Woods /
Licht Andreas Grüter /
Choreografie Samuel Pinkleton /
Dramaturgie Georg Kehren

Herodes
John Heuzenroeder
Herodias
Dalia Schaechter / N. N.
Salome
Ingela Brimberg / Kristiane Kaiser
Jochanaan
Kostas Smoriginas / Markus Marquardt
Narraboth
Dino Lüthy
ein Page der Herodias
Judith Thielsen
1. Jude
Martin Koch
2. Jude
Ján Rusko
3. Jude
William Goforth
4. Jude
Alexander Fedin
5. Jude
Nicolas Legoux
1. Nazarener
Luke Stoker
2. Nazarener
Anton Kuzenok
1. Soldat
Matthias Hoffmann
2. Soldat
Lucas Singer
Ein Cappadocier
Yunus Schahinger / Julian Schulzki
Ein Sklave
Alina Wunderlin

Orchester
Gürzenich-Orchester Köln

Bild: Richard Strauss

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