Schauspiel Stuttgart: "Tropfen auf heiße Steine" von Rainer Werner Fassbinder

Premiere: Mittwoch, 6. Juni 2012, 20.00 Uhr, NORD (Löwentorbogen). ----- Das tragikomische Vierpersonenstück, das Fassbinder im Alter von nur 19 Jahren schrieb, versammelt wie eine frühe Fingerübung Themen, denen der Autor und Filmemacher zeitlebens treu bleiben wird: Liebe und Hass in ihrer unentwirrbaren Verknäuelung, Sehnsucht und Abhängigkeit, Geld und Geltungsbedürfnis.
12759

Der ältere Alleinstehende Leopold liest den jungen Tagträumer Franz quasi auf der Straße auf und nimmt ihn mit in seine Wohnung. Nach kurzem Kennenlernen kommt es zum Sex, und von da an gehört Franz zum Haushalt – den er dem berufstätigen Leopold aufopferungsvoll führt. Leopolds Euphorie ist jedoch rasch verflogen, und Franz – wie er sich auch bemüht – kann ihm nichts mehr recht machen. Als seine Exfreundin Anna Franz aufsucht, erkennt sie sein Unglück und versucht ihn aus Leopolds Fängen zu befreien. Unter Vervollständigung des Quartetts durch Leopolds Verflossene Vera bringt Fassbinder das kleine Stück zu einem furiosen Finale.

Janek Liebetruth (* 1980) studierte Amerikanistik u. Medienwiss. an der Uni Potsdam sowie in Sioux Falls/South Dakota. Zum Abschluss seines Studiums gründete er dort die "Bühnenkunst Theatre Company", deren Künstlerischer Leiter er wurde und wo er 2008 seine Debütinszenierung mit Wedekinds "Frühlings Erwachen" produzierte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland studierte er Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin und wurde Regieassistent am Hans-Otto-Theater in Potsdam. Seit der Spielzeit 2009/10 ist er Regieassistent bei uns am Haus. "Tropfen auf heiße Steine" ist seine erste Inszenierung am Schauspiel Stuttgart.

Regie und Bühne: Janek Liebetruth, Mitarbeit Bühne: Cedric Kraus, Kostüme: Katharina Müller, Musik: Murat Parlak, Dramaturgie: Kekke Schmidt

Mit: Jan Krauter, Katharina Ortmayr, Eléna Weiß, Jens Winterstein

Weitere Artikel