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SCHAUSPIELHAUS GRAZ: AMERIKA nach dem Roman von Franz Kafka

Premiere am 28. September 2012 um 19.30 Uhr, Hauptbühne. -----

„Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, in dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die schon längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzlich stärker gewordenen Sonnenlicht.“

Die abenteuerliche Reise des jungen Karl Roßmann durch das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten": Von der High-Society-Welt eines Selfmademillionärs und den beeindruckenden Häuserschluchten New Yorks, bis zum tristen Leben der Landstreicher und Gelegenheitsarbeiter oder dem unmenschlichen 18-Stunden-Dienstbotenalltag eines Hotelboys - Reisestationen einer verwirrenden, haltlosen Moderne, die Karl mit ungebrochenem Optimismus staunend durchwandert, bis endlich sogar das ganz große Glück zu winken scheint: „Wer an seine Zukunft denkt, gehört zu uns. Jeder ist willkommen!“ Mit Plakaten wie diesen wirbt das große Naturtheater von Oklahoma Arbeitskräfte an …

 

Zusammen mit Schauspielern der Szputnyik Shipping Company und dem Ensemble des Schauspielhauses bringt der ungarische Theatermagier Viktor Bodó Kafkas unvollendeten Roman in surreal-phantastischen Bildern auf die Grazer Bühne.

 

Zum Autor

Franz Kafka

Geboren 1883 in Prag, als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns. Er litt zeitlebens unter seinem Vater – das heillose Ausgeliefert-Sein an autoritäre Persönlichkeiten und Systeme wurde zum prägnanten Moment in Kafkas literarischem Werk. Nach einem Jurastudium wurde Kafka Beamter bei der „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt“. Die später als kafkaeske bezeichneten Zustände menschenverachtender Hierarchie und undurchschaubar-sinnentleerter Bürokratie erfuhr er hier am eigenen Leib. 1917 erkrankte Kafka an Tuberkulose, was ihn 1922 zur Aufgabe des Berufes zwang. Er fühlte sich als einsamer und unverstandener Einzelgänger, nur mit Max Brod und Franz Werfel verband ihn Freundschaft; bekannt war er auch mit Martin Buber und Johannes Urzidil. Seit 1923 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin und Wien. Im Alter von 40 Jahren verstarb Kafka am 3. Juni 1924 in Niederösterreich an den Folgen seiner Krankheit. Seine Werke wurden zum größeren Teil postum und gegen seinen Willen von Max Brod, seinem Freund und Schriftstellerkollegen, veröffentlicht.

 

Zum Regisseur

Viktor Bodó

1978 in Budapest geboren, Schauspiel- und Regiestudium, drei Jahre Schauspieler an Árpád Schillings Krétakör Theater in Budapest. Durchbruch als Regisseur mit Arbeiten am Katona József Theater in Budapest, unter anderem mit einer Adaption von Kafkas Prozess. Seit 2006 arbeitet er regelmäßig am Schauspielhaus Graz, wo er zunächst Kafkas Schloss inszenierte. Alice nach Lewis Carroll (Einladungen zu mehreren Gastspielen, u.a. Salzburger Festspiele 2009, Radikal jung Festival München 2008, außerdem: österreichischer Nestroy-Theaterpreis für die beste Ausstattung 2008. Mit seiner 2008 gegründeten Theatertruppe Szputnyik Shipping Company (Budapest) erarbeitete er Koproduktionen am Schauspiel Köln (Transit von István Tasnádi und Der Mann am Tisch 2 von András Vinnai) sowie am Staatstheater Mainz / Theater Winterthur (Tot im Orient-Express) sowie in den vergangenen Spielzeiten vielbeachtete Inszenierungen mit dem Ensemble des Schauspielhaus Graz. In der Spielzeit 2008/09 Peter Handkes Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (Einladung zum Berliner Theatertreffen 2010 sowie in Moskau mit der Goldenen Maske in der Kategorie Beste ausländische Aufführung ausgezeichnet). Viktor Bodó war zudem für den österreichischen Nestroy-Theaterpreis 2009 in der Kategorie Beste Regie nominiert. In der Spielzeit 2009/10 inszenierte er in Graz Liliom von Ferenc Molnár und in der darauffolgenden Spielzeit Der Meister und Margarita nach dem Roman von Michail Bulgakow, wofür er 2011 wieder für den Nestroy-Preis nominiert wurde.

 

In Zusammenarbeit mit der Szputnyik Shipping Company, Budapest

 

Regie Viktor Bodó

Bühnenbild Julia Balász

Kostüme Fruzsina Nagy

Musik Klaus von Heydenaber

Klangdesign Gábor Keresztes

Licht Tamás Bányai

Dramaturgie Anna Veress, Christian Mayer

 

Mit Gerhard Balluch, Gábor Fábián, Thomas Frank, Péter Jankovics, Katharina Klar, Claudius Körber, András Lajos, Katharina Paul, Kata Petö, Zoltán Szabó, Stefan Suske, Jan Thümer, Simon Ferenc Tóth

 

Weitere Vorstellungen am 2., 4., 6., 7., 10., 17. und 19. Oktober sowie ab November.

 

Tickets

T 0316 8000, F 0316 8008-1565 - E tickets@buehnen-graz.com

I www.schauspielhaus-graz.com

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