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Schauspielstart am Oldenburgischen Staatstheater

1. Arthur Miller, "Alle meine Söhne", Premiere So 28. September 2014 um 18.30 Uhr

2. Gustav Schwabs schönste Sagen des klassischen Altertums Teil I: Kampf um Troja (UA), Premiere Do 2. Oktober 2014 um 20 Uhr

3. Simon Stephens, "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone", Premiere Sa 4. Oktober 2014 um 20 Uhr

 

1. Arthur Miller, "Alle meine Söhne", Premiere So 28. September 2014 um 18.30 Uhr im Kleinen Haus

Der Krieg kommt von der Arbeit nach Hause und die Familie wird zum Schlachtfeld.

 

„Wenn Leute fragen, warum wir gestorben sind, sagt ihnen, weil unsere Väter gelogen haben", ließ der Dichter Rudyard Kipling auf das Grab seines gefallenen Sohnes schreiben.

Von allen apokalyptischen Reitern ist der Krieg derjenige, der die tiefsten Wunden schlägt. Seine Taten lassen uns auch dann nicht los, wenn wir meinen, sie schon längst überwunden zu haben. All den Friedensschlüssen und Brüderküssen zum Trotz brennen sie sich auf Generationen in unsere Erinnerungen ein und vergiften ganze Gesellschaften von innen. So auch in Arthur Millers 1947 erschienenem Drama ‚Alle meine Söhne‘, in dem der Krieg nach den Schlachtfeldern der Welt nun auch das Zentrum einer kleinen Stadt in den USA heimsucht. Unter feinem englischen Rasen, hinter Buchsbaumhecken und Rhododendron lauern dort immer noch der Tod der Söhne und die Schande der Väter.

 

Durch die Verfilmung mit Burt Lancaster avancierte dieser Stoff zum Klassiker und hat von seiner Faszination bis heute nichts verloren.

 

Deutsch von Berthold Viertel und Bernd Schmidt

 

Regie: Peter Hailer; Bühne und Kostüme: Dirk Becker

 

Mit: Diana Ebert, Christina Kühnreich, Caroline Nagel, Alexandra Ostapenko; Rajko Geith, Matthias Kleinert, Johannes Lange, Thomas Lichtenstein

 

Weitere Vorstellungen: Fr 3., So 5., Fr 10., So 12., Do 16., Sa 25. und Mi 29. Oktober

 

***

 

2. Tim Tonndorf und Marc-Oliver Krampe (Bühnenfassung)

"Gustav Schwabs schönste Sagen des klassischen Altertums Teil I:

Kampf um Troja (UA)"

Premiere Do 2. Oktober 2014 um 20 Uhr in der Exerzierhalle

 

Am Anfang stand die Zwietracht. — Die sehr heutigen Mythen des klassischen Altertums bilden den kulturellen Urgrund Europas. Sie spiegeln uns bis heute unsere Leidenschaften und Ängste, unsere Kämpfe mit uns selbst und gegen andere. Seit 1838 sind sie alle versammelt in der Bildungsbibel des großen Volkserziehers Gustav Schwab.

 

Von edler Einfalt und stiller Größe sollte es sein: Schwabs Lehrwerk, welches in millionenfacher Auflage Generationen von Menschen die Mythen der römischen und griechischen Antike nahebrachte. Allerdings entkleidete Schwab in hehrer pädagogischer Absicht diese ersten Erzählungen europäischer Geschichte ihres brutalen Wesens und der verstörenden menschlichen Abgründe. Er erdichtete einen Mythos von Männlichkeit, Ehre und Opfermut, wie er Mitte des 19. Jahrhundert als Erziehungsideal dienlich schien. Der Versuch, dieses Bild einer Revision zu unterziehen und die Grundlagen unserer Kulturgeschichte neu zu begreifen, soll Ausgangspunkt für eine Reihe von Inszenierungen sein, an dessen Anfang das Urbild des Krieges, das zehnjährige Schlachten um Troja, stehen soll. Exemplarisch wird hier deutlich, was Klaus Theweleit „das soldatische Selbst" nannte und was die Kriegsherren aller Zeiten stets für sich zu nutzen wussten: eine explosive Mischung aus blindem Gehorsam, Angst, Aggression und Habgier. Im ersten Teil unserer Schwab-Reihe wird die Sage um Troja neu erzählt als multimediales Spektakel aus Puppen und Menschen – wobei nicht immer ganz klar sein wird, wer hier die Fäden des Schicksals in der Hand hält.

 

Regie: Tim Tonndorf (Prinzip Gonzo); Bühne und Kostüme: Anna Bergemann

 

Mit: Lisa Jopt; Jens Ochlast, Maximilian Pekrul; Christoph Levermann, Stefano Trambusti, Emilia Jedwab-Wroclawski

 

Weitere Vorstellungen: Mi 8., Do 9., So 12., Mi 15., Fr 17., Sa 18., Do 23. Fr 24. und So 26.Oktober

 

***

 

3.Simon Stephens, "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone"

Nach dem Roman von Mark Haddon

Bühnenfassung von Simon Stephens, Deutsch von Barbara Christ

Premiere Sa 4. Oktober 2014 um 20 Uhr im Kleinen Haus

 

,Supergute Tage‘ ist die wunderbare Geschichte eines inselbegabten Teenagers, der den Mordfall an einem Hund aufklären möchte, dabei tief in die Geheimnisse seiner Familie eintaucht und schließlich feststellt, dass man alles schaffen kann — wenn man nur an sich glaubt.

 

Als der Nachbarshund Wellington von einer Mistgabel erstochen aufgefunden wird, fällt der Verdacht zunächst auf den 15-jährigen Christopher. Seine Unschuld ist zwar schnell bewiesen, doch damit sind die Ermittlungen der Polizei offenbar bereits abgeschlossen. Kurzerhand beschließt er, den Täter auf eigene Faust zu finden, was kein leichtes Unterfangen ist, denn Christopher ist Asperger-Autist. Er kann alle Länder samt ihrer Hauptstädte nennen, kennt jede Primzahl bis 7507, doch der Umgang mit Menschen verwirrt ihn. Durch seine Detektivarbeit gerät er in eine Welt, die für seine Mitmenschen völlig normal, für ihn jedoch fremd und bedrohlich ist – und in der der Mord an Wellington lediglich das erste einer ganzen Reihe von merkwürdigen Vorkommnissen ist. Mark Haddons Coming-of-Age-Erzählung gewann im Jahr 2003 den Whitbread-Book-of-the-Year-Award und avancierte innerhalb von kurzer Zeit zum Kult-Roman. Der mehrfach ausgezeichnete Dramatiker Simon Stephens adaptierte den Stoff für die Bühne des Royal National Theatre. Das bei Publikum und Kritikern gleichermaßen begeistert aufgenommene Stück erhielt 2013 sieben Laurence Olivier Awards.

 

Regie: Jana Milena Polasek

Bühne: Stefanie Grau

Kostüme: Natalia Nordheimer

 

Mit: Magdalena Höfner, Nientje Schwabe, Franziska Werner; Thomas Birklein, Klaas Schramm

 

Weitere Vorstellungen: Di 7., Sa 11., Di 14., Mi 15., Sa 18., Fr 24. und Do 30. Oktober

 

 

 

 

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