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SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG: DER SONNE UND DEM TOD KANN MAN NICHT INS AUGE SEHEN von Wajdi Mouawad im Luzerner Theater SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG: DER SONNE UND DEM TOD KANN MAN NICHT INS AUGE SEHEN...SCHWEIZER...

SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG: DER SONNE UND DEM TOD KANN MAN NICHT INS AUGE SEHEN von Wajdi Mouawad im Luzerner Theater

PREMIERE: MITTWOCH, 19. MAI 2010, 20.00 UHR, UG

 

Das neuste Theaterstück des für seine Texte vielfach preisgekrönten libanesischen Autors Wajdi Mouawad. Nach der deutschsprachigen Erstaufführung an der Schaubühne Berlin ist der Theatertext erstmals in der Schweiz und zum zweiten Mal überhaupt auf einer deutschsprachigen Bühne zu erleben.

 

Das Theaterstück basiert auf den griechischen Mythen und Tragödien rund um die antike Stadt Theben. Ausgehend vom Raub der Königstochter Europa über den Städtegründer Kadmos bis hin zu Laios und dessen Sohn Ödipus erzählt das sprachgewaltige Epos eine sehr heutige Geschichte über grosse Utopien, sinnlose Kriege und über die – gerade im Zusammenhang mit Griechenland jüngst umstrittene – Suche nach Europa und nach der eigenen Identität. Thematisch eröffnet die Produktion am Luzerner Theater einen Antikenschwerpunkt zum Thema «Theben», der wenige Tage nach der UG-Premiere mit dem Theaterprojekt «Don't bury!» in die nächste Runde geht. Diese gemeinsam mit Jugendlichen erarbeitete Produktion kreist um die Geschichte der Antigone – und beginnt damit exakt dort, wo das Theaterstück von Wajdi Mouawad endet.

 

Zur Handlung:

Zeus, getarnt als weisser Stier, entsteigt dem Meer und entführt die schöne Europa. Auf Geheiss des Vaters machen sich die Brüder auf, um die Verschleppte zu suchen. Sie verlassen Phönizien, den heutigen Libanon, ohne Hoffung auf Rückkehr, denn die Schwester bleibt unauffindbar. Als der Vater stirbt, zieht auch sein jüngster Sohn aus, um sich vergebens auf die Suche zu machen. Auf dieser Irrfahrt wird Kadmos, der jüngste Bruder der Europa, zum Erbauer des siebentorigen Theben.

 

Vier Generationen später: Die Stadt Theben liegt in Trümmern – und mit ihr das Erbe der Brüder Europas. «An der Wegkreuzung alter und neuer Zeit» irrt Ödipus, der Ururenkel des Städtegründers, durch die Rui¬nen seines Lebens: «Von jetzt an werde ich gehen, Selbstgespräche führen, inmitten der Stürme eine alte Geschichte verkünden: Ich bin das Kieselkind, das zwischen Vögeln humpelt. Ich suche die, die uns ge¬stohlen wurde: Europa.»

 

Der Autor, Schauspieler und Regisseur Wajdi Mouawad wurde 1968 im Libanon geboren. Im Alter von acht Jahren emigrierte er mit seiner Familie nach Paris, später nach Québec. Mit seinem Theatertext «Verbrennungen» eroberte Wajdi Mouawad im Jahr 2006 mit einem Schlag die deutschsprachigen Bühnen. In seinem neusten Stück erzählt der Autor – auf der Grundlage der grossen griechischen Tragödien – die Geschichte der Stadt Theben. Entstanden ist ein überraschend zeitnahes Epos über das Thema Krieg und den Niedergang einer Utopie, über die Erschaffung und die Zerstörung einer Zivilisation, über die Schuldverstrickungen vieler Generationen. Die junge Regisseurin Eva-Maria Höckmayr inszeniert den Text – erstmals in der Schweiz – zum Abschluss der Spielzeit im UG.

 

Die Nachwuchsregisseurin Eva-Maria Höckmayr, die derzeit sowohl im Musiktheater als auch im Schauspiel grosse Erfolge feiert, setzt den Text mit vier SchauspielerInnen, einer Sängerin und dem Luzerner Live-Musiker Martin Baumgartner in Szene.

 

Aus dem Französischen von Uli Menke

 

MIT

Wiebke Kayser (Ödipus und weitere Rollen), Almut Kühne (Gesang und diverse Rollen),

Martin Baumgartner (Live-Musik), Jörg Dathe (Agenor, Pelops und weitere Rollen), Hans-Caspar Gattiker (Kadmos, Kreon und weitere Rollen), Manuel Kühne (Laios und weitere Rollen)

 

PRODUKTIONSTEAM

Eva-Maria Höckmayr (Inszenierung), Nina von Essen (Bühne und Kostüme), Martin Baumgartner (Musik), Almut Kühne (Gesang), Bernd Isele (Dramaturgie)

 

WEITERE VORSTELLUNGEN

Fr. 21.05. І Sa. 22.05. І Do. 27.05. І Sa. 29.05. І Mi. 02.06. І Do. 03.06. І Fr. 04.06. І Fr. 11.06. І

Sa. 12.06.10, jeweils 20.00 Uhr

 

 

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